4:0+2-Abwehr
Defensive Abwehrformationen erfordern andere Beobachtungsschwerpunkte und Aufgabenteilungen zwischen den Schiedsrichtern als offensive. Hier erläutern wir die 4:0+2-Abwehr und deren spezifische Problembereiche.
Beobachtung von Tiefe und Breite!
Wie Bildreihe 1 zeigt, müssen die Schiedsrichter in Tiefe und Breite einen relativ großen Raum beobachten. Das kann nur dann gelingen, wenn sie ihre Beobachtungsbereiche und -aufgaben zweckmäßig aufteilen und absprechen.
Der Feldschiedsrichter sollte in der auf Bild 1 zu sehenden Situation seine Grundposition auf der rechten Seite haben. Auch hier muss er sich so weit in die Tiefe zurückziehen, dass er die beiden Spielerpaare im Rückraum jederzeit im Blick hat.
Der Torschiedsrichter muss zunächst alle Spieleraktionen in der Nahwurfzone beobachten (siehe auch Info 1). Hier ergeben sich für die Angreifer jetzt noch größere Aktionsräume – eindeutig eine Schwachstelle dieser sehr offensiven Abwehrvariante.
Generell haben sich die Schiedsrichter aber, dem Spielgeschehen fortlaufend flexibel anzupassen, was Stellungsspiel und Beobachtungsschwerpunkte betrifft. Große Tiefenräume in der 4:0+2-Abwehr bestehen in der Regel nur in der Ausgangssituation eines Angriffs. Mit häufigen Spieleraktionen ohne Ball verlagert sich das Spielgeschehen Richtung Nahwurfzone, wodurch die Aktionsräume entlang der Torraumlinie entsprechend kleiner werden.
Im Falle eines Freiwurfs ist besonders bei den offensiven Deckungsvarianten auf den 3-Meter-Abstand der Abwehr zu achten.