Einwurfausführung ohne Pfiff
Wenn ein Ball ins Aus geht und es zu einem Einwurf kommt, wird dieser zumeist nicht durch einen Pfiff entschieden und auch in den allermeisten Fällen nicht angepfiffen. Deshalb gilt der Einwurf meist als eine wenig spektakuläre Spielfortsetzung.
Aber Vorsicht: Im modernen Handball werden beinahe alle Spielfortsetzungen dazu genutzt, um sich eine gute Ausgangsposition zu erarbeiten, so können Einwürfe beispielsweise auch einen Gegenstoß einleiten. Deshalb immer auf korrekte Ausführung achten!
Inhalt
Der offizielle Regeltext
Wann ist auf Einwurf zu entscheiden?
Auf Einwurf ist grundsätzlich in diesen drei Situationen zu erkennen:
- Der Ball überquert die Seitenlinie vollständig.
- Der Ball überquert die Torauslinie und ist zuletzt von einem Feldspieler (nicht dem Torwart im Torraum) der abwehrenden Mannschaft berührt worden.
- Der Ball berührt die Hallendecke oder eine über der Spielfläche befestigte Vorrichtung.
Merke: Sollte der Ball vor dem Überqueren von Seiten- oder Torauslinie einen Schiedsrichter berühren, ist dies für die spätere Spielfortsetzung unerheblich, selbst wenn der Ball durch die Berührung die Richtung ändert. Beispiel: Prallt ein Ball nach einem missglückten Pass von Mannschaft A vom Körper des auf der Spielfläche befindlichen Schiedsrichters ins Seitenaus, darf Mannschaft B einwerfen.
Gelangt der Ball im Rahmen eines Foulspiels über die Seitenlinie, folgt ein Freiwurf am Ort der Regelwidrigkeit.
Werfer
Mindestens ein Fuß auf der Seitenlinie!
Mitspieler
Beliebige Aufstellung im Spielfeld
Gegenspieler
Mindestens 3 Meter Abstand zum einwerfenden Spieler oder an der eigenen Torraumlinie
Das Bild oben zeigt die korrekte Aufstellung von Werfer, Mit- und Gegenspielern. Wie im Falle des Anwurfes auf der Mittellinie muss der Einwerfende mindestens mit einem Fuß die Seitenlinie berühren, bis der Ball seine Hand verlassen hat. Gegenspieler müssen so lange einen 3-m-Abstand einhalten, außer sie stehen unmittelbar an ihrer Torraumlinie.
Grundsätzlich wird ein Einwurf nicht angepfiffen (11:2), es sei denn, die Schiedsrichter korrigieren beispielsweise den Ort der Wurfausführung (15:5b).
Mit Handzeichen Nr. 7 wird aber in die Angriffsrichtung der einwerfenden Mannschaft gewiesen.
Worauf ist bei Einwürfen besonders zu achten?
Ausführungsort
- Nach Überqueren der Seitenlinie durch den Ball: an der Stelle, wo er die Seitenlinie überquerte
- Nach Überqueren der Torauslinie (ein Abwehrspieler berührte den Ball zuletzt): Am Schnittpunkt von Seiten- und Torauslinie auf der Seite des Tors, auf der er die Torauslinie überquerte (siehe Bild ganz oben).
- Bei Berührungen der Decke bzw. über der Spielfläche befestigter Vorrichtungen: an der dem Ort der Berührung nächstgelegenen Stelle.
Fehler
Info 1 zeigt typische Fehler bei der Einwurfausführung.
Hier gilt: Fehler des Werfers, beispielsweise bei der Ausgangsstellung, vor der Wurfausführung sind immer zu korrigieren. Danach ist der Einwurf anzupfeifen (erstes Bild). Gelegentlich prellen Spieler den Ball vor der Wurfausführung. Dabei bleibt das Prellen so lange ungeahndet, wie sich der Spieler noch nicht am Ausführungsort befindet. Steht er jedoch korrekt und prellt er dann, ist auf Freiwurf für den Gegner zu entscheiden (15:8).