Freiwurfausführung nach Halbzeit oder Schlusspfiff

Muss nach Ende der Spielzeit noch ein Freiwurf ausgeführt werden, hat sich die aktuelle Regel bewährt. Verzögerungen, häufige Korrekturen der Schiedsrichter und diverse Spielerwechsel gehören der Vergangenheit an. Eine schnelle Wurfausführung ist nunmehr garantiert.

Der offizielle Regeltext

Erläuterung 1 – Freiwurf-Ausführung nach dem Schlusssignal (2:4-6)

Häufig ist eine Mannschaft, die nach Ablauf der regulären Spielzeit noch Gelegenheit zur Ausführung eines Freiwurfs hat, nicht mehr daran interessiert, ein Tor zu erzielen; entweder ist das Spiel bereits entschieden oder die Entfernung zum Tor zu groß. Obwohl die Regeln eine Ausführung des Freiwurfs vorschreiben, sollten die Schiedsrichter diesen als ausgeführt betrachten, wenn ein Spieler in wenigstens annähernd korrekter Position den Ball nur fallen lässt oder den Schiedsrichtern aushändigt. 

Will eine Mannschaft ihre Wurfchance noch wahrnehmen, müssen die Schiedsrichter ihr diese gewähren (selbst wenn sie nur sehr gering ist), aber darauf achten, dass die Situation nicht zu einem zeitaufwendigen „Theater“ wird. Deshalb sollten sie die Spieler beider Mannschaften rasch in die korrekten Positionen bringen, damit der Freiwurf unverzüglich ausgeführt werden kann. Die Einschränkungen bezüglich Spielerwechsel und -positionen gemäß Regel 2:5 sind zu beachten (4:5 und 13:7). 

Außerdem ist auf die bei Freiwürfen auch sonst üblichen Regelwidrigkeiten beider Mannschaften zu achten. Wiederholte Regelwidrigkeiten durch die Abwehrspieler (15:4, 15:9, 16:1b, 16:3d) müssen genauso geahndet werden wie Regelwidrigkeiten der Angriffsspieler. Häufig überschreiten ein oder mehrere Spieler die Freiwurflinie nach dem Pfiff, aber bevor der Ball die Hand des Werfers verlassen hat, oder der Werfer bewegt sich beim Wurf oder springt (13:7 Abs. 3, 15:1, 15:2, 15:3).  

Erkennen Sie keine unzulässig erzielten Tore an!


Schnelle Wurfausführung ist wünschenswert

Für Freiwurfausführungen oder -wiederholungen nach Regel 2:4 (Wiederholung des Wurfes nach Ertönen des Schluss­signals, siehe auch Bildreihe 1) und Erläuterung 1 gelten gegenüber normalen Freiwürfen während der Spielzeit besondere Bestimmungen. Jetzt müssen auch die Mitspieler des Werfers einen Abstand von mindestens 3 Metern einhalten. Gemäß Regel 2:5 darf zudem nur die ausführende Mannschaft einen Spieler auswechseln. Ebenso darf die abwehrende Mannschaft einen Feldspieler gegen einen Torwart auswechseln, wenn sie beim Ertönen des Schlusssignals ohne Torwart spielt.


Bildreihe 1: Freiwurfausführung nach dem Schlusssignal


Beispiel 1

Zur regelgerechten Ausführung gehört neben der korrekten Ausgangsposition aller Spieler auch, dass der Werfer mit einem Teil desselben Fußes ununterbrochen so lange am Boden bleibt, bis der Ball seine Hand verlassen hat. In der Szene sind vor dem Wurf beide Füße in der Luft, deshalb hätte das Tor auch nicht anerkannt werden dürfen.

Gemäß Regel 4:11 Abs. 2 muss ein Spieler, nachdem er auf der Spielfläche versorgt wurde, diese umgehend verlassen. Er darf die Spielfläche erst nach Abschluss des dritten Angriffs seiner Mannschaft wieder betreten (Verfahren und Ausnahmen siehe Erläuterung 8). Der Spieler kann auf der Spielfläche ersetzt werden. Abweichend von der vorgenannten Möglichkeit diesen Spieler zu ersetzen, heißt es in den Guidlines und Interpretationen zur Regel 2:5: „Ist der Torwart bei einem Freiwurf nach dem Schlusssignal verletzt, so ist es der verteidigenden Mannschaft erlaubt, den Torwart auszuwechseln. Diese Ausnahmeregelung gilt nicht für Feld-spieler der verteidigenden Mannschaft.“

Hinweis

Derartige Situationen könnten auch kurz vor Spielende passieren, wenn sich ein Spieler der angreifenden Mannschaft im vorletzten Angriff verletzt (z.B. ohne Einwirkung des Gegners), die Schiedsrichter den Vorteil laufen lassen und es im Gegenzug (letzter Angriff im Spiel) noch einen Freiwurf gibt, der nach dem Schlusssignal erst ausgeführt wird und der verletzte Spieler auf der Spielfläche behandelt werden muss-te. Auch hier gibt es keine Ausnahme für die dann abwehrende Mannschaft.

Es ist deutlich erkennbar, dass GRÜN 18 den Wurf aktiv mit dem Fuß abwehrt. Daher ist in derartigen Situationen nur eine Hinausstellung (keine Dob nach 8:11a) von GRÜN 18 möglich und der Freiwurf ist zu wiederholen (kein 7-m-Wurf möglich!).

Kopftreffer in Freiwurf-Situationen (8:8e):

Das für den Kopftreffer beim 7-m-Wurf Gesagte gilt auch für Kopftreffer in Freiwurf-Situationen, die für die Abwehrspieler genauso gesundheitsgefährdend sein können. 

Bei als Torwurf ausgeführten Freiwürfen kann ein Wurf gegen den Kopf eines Abwehrspielers aus nur drei Metern Distanz auch zu Verletzungen führen.

Der Kopftreffer bei einem direkt ausgeführten Freiwurf führt allerdings nur dann zur direkten Hinausstellung, wenn der Freiwurf nach dem Schlusssignal (Halbzeit oder Spielende) ausgeführt wird.