Freiwurfausführung nach Halbzeit oder Schlusspfiff
Muss nach Ende der Spielzeit noch ein Freiwurf ausgeführt werden, hat sich die aktuelle Regel bewährt. Verzögerungen, häufige Korrekturen der Schiedsrichter und diverse Spielerwechsel gehören der Vergangenheit an. Eine schnelle Wurfausführung ist nunmehr garantiert.
Der offizielle Regeltext
Schnelle Wurfausführung ist wünschenswert
Für Freiwurfausführungen oder -wiederholungen nach Regel 2:4 (Wiederholung des Wurfes nach Ertönen des Schlusssignals, siehe auch Bildreihe 1) und Erläuterung 1 gelten gegenüber normalen Freiwürfen während der Spielzeit besondere Bestimmungen. Jetzt müssen auch die Mitspieler des Werfers einen Abstand von mindestens 3 Metern einhalten. Gemäß Regel 2:5 darf zudem nur die ausführende Mannschaft einen Spieler auswechseln. Ebenso darf die abwehrende Mannschaft einen Feldspieler gegen einen Torwart auswechseln, wenn sie beim Ertönen des Schlusssignals ohne Torwart spielt.
Beachte:
Ist der Schiedsrichter jedoch von einer Verletzung des Torwarts der abwehrenden Mannschaft überzeugt, muss dieser sofort ausgewechselt werden. Jede andere Auswechslung (außer Ausnahme bei 7. Feldspieler, siehe Regel 2:5) ist seinem Team verboten: Der erste Wechselvorgang hat eine Reduzierung der Mannschaft auf dem Spielfeld zur Folge, alle weiteren sollten die Schiedsrichter durch klare Anweisungen verhindern.
Hinweis
Derartige Situationen könnten auch kurz vor Spielende passieren, wenn sich ein Spieler der angreifenden Mannschaft im vorletzten Angriff verletzt (z.B. ohne Einwirkung des Gegners), die Schiedsrichter den Vorteil laufen lassen und es im Gegenzug (letzter Angriff im Spiel) noch einen Freiwurf gibt, der nach dem Schlusssignal erst ausgeführt wird und der verletzte Spieler auf der Spielfläche behandelt werden muss-te. Auch hier gibt es keine Ausnahme für die dann abwehrende Mannschaft.
Wichtig:
Die Sonderregelungen der Regel 8:11a in Verbindung mit den Guidelines gilt nur bei Vergehen innerhalb der letzten 30 Sekunden oder mit dem Schlusssignal. Eine Abstandsverkürzung beim Freiwurf nach dem Schlusssignal oder anderes unsportliches Verhalten der Verteidiger während der Ausführung kann deshalb nicht zu einem Strafwurf nach der Regel 8:11a führen. Hier ist die sind diese Verteidiger gemäß Regeln 16:3, 16:6 oder 16:9 persönlich zu bestrafen und der Freiwurf ist zu wiederholen. Aber auch hier ist zunächst der Vorteilsgedanke zu beachten. Die Freiwurfausführung nicht zu früh unterbinden, unterbrechen. Regel 8:11a findet in solchen Fällen keine Anwendung.
Kopftreffer in Freiwurf-Situationen (8:8e):
Das für den Kopftreffer beim 7-m-Wurf Gesagte gilt auch für Kopftreffer in Freiwurf-Situationen, die für die Abwehrspieler genauso gesundheitsgefährdend sein können.
Bei als Torwurf ausgeführten Freiwürfen kann ein Wurf gegen den Kopf eines Abwehrspielers aus nur drei Metern Distanz auch zu Verletzungen führen.
Der Kopftreffer bei einem direkt ausgeführten Freiwurf führt allerdings nur dann zur direkten Hinausstellung, wenn der Freiwurf nach dem Schlusssignal (Halbzeit oder Spielende) ausgeführt wird.