Das Objekt der Begierde – der Ball

Das Regelwerk legt sowohl Größenbezeichnungen als auch Maße und Gewicht der Spielbälle für alle Altersklassen fest.

Der offizielle Regeltext

Regel 3: Der Ball

3:1 Der Ball besteht aus einer Leder- oder Kunststoffhülle. Er muss rund sein. Das Außenmaterial darf nicht glänzend oder glatt sein (17:3).

3:2 Es werden Handbälle der folgenden beiden Kategorien unterschieden:

a) Handbälle, die mit Harz gespielt werden

Die einzelnen Mannschaftskategorien müssen folgende Ballgrößen, d. h. Umfang und Gewicht verwenden:

  • 58 bis 60 cm und 425 bis 475 g (IHF-Größe 3) für Männer und männliche Jugend (16 Jahre und älter)
  • 54 bis 56 cm und 325 bis 375 g (IHF-Größe 2) für Frauen, weibliche Jugend (14 Jahre und älter) und männliche Jugend (12 bis 16 Jahre)
  • 50 bis 52 cm und 290 bis 330 g (IHF-Größe 1) für weibliche Jugend (8 bis 14 Jahre) und männliche Jugend (8 bis 12 Jahre)

b) Handbälle, die ohne Harz gespielt werden

Die einzelnen Mannschaftskategorien müssen folgende Ballgrößen, d. h. Umfang und Gewicht verwenden:

  • 55,5 bis 57,5 cm und 400 bis 425 g (IHF-Größe 3) für Männer und männliche Jugend (16 Jahre und älter)
  • 51,5 bis 53,5 cm und 300 bis 325 g (IHF-Größe 2) für Frauen, weibliche Jugend (14 Jahre und älter) und männliche Jugend (12 bis 16 Jahre)
  • 49 bis 51 cm und 290 bis 315 g (IHF-Größe 1) für weibliche Jugend (8 bis 14 Jahre) und männliche Jugend (8 bis 12 Jahre)
Ballgröße Mit Haftmittel Ohne Haftmittel Altersklasse weiblich Altersklasse männlich
3 58-60 cm, 425-475 g 55,5-57,5 cm, 400-425 g Erwachsene, A-Jugend
2 54-56 cm, 325-375 g 51,5-53,5 cm, 300-325 g Erwachsene, A-Jugend, B-Jugend B-Jugend, C-Jugend
1 50-52 cm, 290-330 g 49-51 cm, 290-315 g C-Jugend, D-Jugend D-Jugend
0 46-48 cm, > 260 g 46-48 cm, > 260 g E-Jugend, F-Jugend/Minis E-Jugend, F-Jugend/Minis

Kommentar:
Das „IHF-Ballreglement" umfasst die technischen Anforderungen für Bälle, die bei allen offiziellen internationalen Spielen eingesetzt werden. Diese Spielregeln beinhalten nicht Größe und Gewicht von Bällen für den „Mini-Handball".

3:3 Bei jedem Spiel müssen mindestens zwei Bälle vorhanden sein. Die Reservebälle müssen während des Spielverlaufs am Zeitnehmertisch unmittelbar verfügbar sein. Die Bälle müssen den Regeln 3:1-2 entsprechen. 

3:4
Die Schiedsrichter entscheiden, wann ein Reserveball eingesetzt wird. In diesem Fall sollten sie den Reserveball zügig ins Spiel bringen, um eine Unterbrechung so kurz wie möglich zu halten und ein Time-out zu vermeiden.

Erläuterungen zu den Bällen

Die drei offiziellen Ballgrößen

Das Regelwerk unterscheidet drei unterschiedliche Kategorien (Größe, Gewicht, Umfang) von Bällen. Welche Bälle in welchen Altersklassen zu verwenden sind, ist dem Bild zu entnehmen. Vielfach sind diese Kategorien auf dem Ball aufgedruckt. In diesem Fall muss keine Überprüfung erfolgen.


IHF-Größe 1

  • 50 bis 52 cm und 290 bis 330 g 
  • für weibliche Jugend (8 bis 14 Jahre) und 
  • männliche Jugend (8 bis 12 Jahre)

IHF-Größe 2

  • 54 bis 56 cm und 325 bis 375 g 
  • für Frauen, weibliche Jugend (14 Jahre und älter) und 
  • männliche Jugend (12 bis 16 Jahre)

IHF-Größe 3

  • 58 bis 60 cm und 425 bis 475 g 
  • für Männer und männliche Jugend (16 Jahre und älter).

Bei jedem Spiel müssen mindestens zwei regelgerechte Bälle vorhanden sein (3:3). Die Schiedsrichter können aber mehr Bälle akzeptieren, damit bei Bedarf zügig (ohne Time-out-Entscheidung) Reservebälle eingesetzt werden können. 

Die Entscheidung über den Einsatz von Reservebällen liegt allein bei den Schiedsrichtern (3:4). Häufig aufkommende Diskussionen durch Spieler oder Offizielle über angebliche Mängel des Spielballs sollten sie schon im Ansatz unterbinden.

Probleme und Lösungen

Frage: Wie kann der Schiedsrichter den Ball überprüfen?

Lösung: Sind die IHF-Kategorien auf dem Ball vermerkt, erübrigt sich eine weitere Überprüfung. Wenn nicht, sollten die Schiedsrichter den Ball – bei Zweifel – in der Kabine mit einem Maßband überprüfen.


Problem: Zu Spielbeginn ist kein regelgerechter Ball vorhanden.

Lösung: Kann die Heimmannschaft keinen entsprechenden Ball zur Verfügung stellen, können die Schiedsrichter auch auf Bälle der Gastmannschaft zurückgreifen. Ist zu Spielbeginn kein regelgerechter Ball vorhanden, ist trotzdem anzupfeifen und so lange damit zu spielen, bis ein korrekter Ersatz eingetroffen ist. Die Spieldurchführung hat in analoger Anwendung von Regel 17:12 2. Satz Vorrang. Der Vorgang ist von den Schiedsrichtern im Spielprotokoll zu vermerken.