Freiwurfsituationen – die diagonale Beobachtungsperspektive ist elementar wichtig!

Fehler von Abwehr- wie Angriffsspielern bei Freiwurfausführungen werden von Schiedsrichtern oft als Bagatelle angesehen und nicht geahndet. Dabei können solche Situationen durchaus spielentscheidend sein!  

Der Feldschiedsrichter muss in den freien Raum zwischen Abwehr und Angriff schauen!

Erstaunlicherweise kommen gerade bei Freiwurfausführungen viele Fehler, sowohl von Abwehr- wie Angriffsspielern, vor. Oft werden dabei falsche Ausgangsstellungen von den Schiedsrichtern gerade in hektischen Spielphasen schlicht übersehen.  
Beispiel: Beim Freiwurf nach dem Vorwarnzeichen für passives Spiel werden falsche Ausgangsstellungen der Abwehrspieler oft nicht korrigiert, da der Entscheidungsdruck der Schiedsrichter, endgültig auf passives Spiel zu entscheiden, bereits zu hoch ist. Wird ein Wurf dann von der Abwehr geblockt, wird die an sich regelwidrig agierende Mannschaft noch bevorteilt!  
Info 1 zeigt das richtige Stellungsspiel beider Schiedsrichter:  

  • Der Feldschiedsrichter kann nur aus einer diagonalen Beobachtungsposition genau in die Lücke zwischen den beiden Spielerreihen schauen. Falsche Ausgangsstellungen z. B. kann er dann sofort korrigieren (s. a. Info 2).  
  • Der Torschiedsrichter beobachtet in erster Linie das Verhalten der „Abwehrmauer“. Häufige Regelwidrigkeiten hier: Zurückgehen in den Torraum und Absprung im Torraum zum Abwehrblock!

Info 1: Beobachtungsräume bei Freiwürfen

Der Feldschiedsrichter muss bei Freiwurfausführungen eine diagonale Grundposition einnehmen, damit er den Raum zwischen Angreifern und Abwehrspielern gut einsehen kann. Der Torschiedsrichter konzentriert sich aus seiner Grundposition hinter der Torauslinie – abhängig vom Freiwurfort leicht versetzt – auf das Verhalten der Abwehrspieler (z. B. Berühren des Torraums beim Blocken des Balls etc.). 

Info 2: Aufgabenteilung bei der Beobachtung der Freiwurfausführung

Beobachtungsperspektiven des Feldschiedsrichters: Typische Beobachtungsschwerpunkte des Feldschiedsrichters aus der diagonalen Beobachtungsperspektive, in der er den „Brennpunkt“ dieser Situation gut im Blickfeld hat: nicht korrekte Ausgangspositionen von Angriffs- wie Abwehrspielern, zu frühes Herauslaufen und/oder Fouls (z. B. Stoßen) der Abwehrspieler, Zurückdrängen der Gegenspieler durch die Angreifer (Angreifervergehen).


Beobachtungsperspektiven des Torschiedsrichters: Die Perspektive des Torschiedsrichters zeigt, dass er sich ausschließlich auf das Verhalten der Abwehr konzentrieren sollte. Typische Beobachtungsschwerpunkte sind für ihn: korrekte Ausgangsposition vor dem Freiwurf? Zurückgehen in den Torraum zur regelwidrigen Blockabwehr? Fouls der Abwehr beim Herauslaufen? usw.