Auch bei Time-out müssen die Betreuer die Erlaubnis der Schiedsrichter zum Betreten der Spielfläche abwarten, bevor sie ihren Spieler versorgen dürfen. Blutende Spieler müssen die Spielfläche auf jeden Fall verlassen.

Umgang mit verletzten Spielern

Handball ist ein ungemein dynamisches, körperbetontes und mitunter hartes Spiel. Verletzungen von Spielern treten immer wieder auf und reichen von kleineren „Wehwehchen“ bis zu gravierenden Blessuren. Den Schiedsrichtern obliegt die ebenso schwierige wie verantwortungsvolle Aufgabe, in entsprechenden Situationen die Schwere der jeweiligen Verletzung beurteilen zu müssen. Dabei gilt: Im Zweifel hat stets die Gesundheit der Spieler Priorität!


Verletzten muss geholfen werden

Verletzten Spielern auf der Spielfläche muss unverzüglich geholfen werden. Was dabei zu beachten ist und wann bis zu zwei zusätzliche Personen die Spielfläche betreten dürfen, um dem betroffenen Spieler zu helfen, wird hier erläutert. 

Sind die Schiedsrichter absolut sicher, dass der verletzte Spieler auf der Spielfläche versorgt werden muss, sollten sie zunächst Time-out geben und der ‘Bank’ des betreffenden Spielers unverzüglich das Handzeichen 16 anzeigen (Erlaubnis zum Betreten der Spielfläche). 


Verletzungbehandlung eines Spielers nach grobem Foul mit Zeitstrafe: Ein als nicht offiziell eingetragener Arzt betritt als 3. Person ohne Aufforderung die Spielfläche – MVA wird daher verwarnt!
Der Angreifer stürzt nach missglücktem Anspiel zu Boden und hält sich mit beiden Armen den Kopf, sodass eine schlimmere Kopfverletzung vermutet werden könnte – zumal er einige Sekunden regungslos liegen bleibt. Deshalb ist das sofortige Hereinwinken zur Behandlung nachvollziehbar und richtig. Dass der Spieler danach aufsteht, als wenn nichts gewesen wäre, ist sein Problem.

Zunächst befragt der Schiedsrichter den am Boden liegenden Spieler, ob er eine Behandlung auf dem Spielfeld benötigt.

Scheint ein Spieler verletzt, ohne dass es offensichtlich einer Behandlung bedarf, fragen die Schiedsrichter zunächst den Spieler, ob er behandelt werden muss. Verneint der Spieler dies, so hat er unverzüglich aufzustehen und weiterzuspielen oder sich zur Behandlung in den Auswechselraum zu begeben. Möchte er behandelt werden, gibt der Schiedsrichter spätestens jetzt das Zeichen für Time-out und das Handzeichen 16 (Erlaubnis zum Betreten der Spielfläche).  

Es dürfen jetzt grundsätzlich nur zwei teilnahmeberechtigte Personen (also auch Spieler – sogar hinausgestellte) der betroffenen Mannschaft das Spielfeld betreten. Betritt eine dritte Person die Spielfläche, müssen die Schiedsrichter dieses Vergehen progressiv bestrafen (Spieler nach Regel 4:6, Offizielle nach Regel 4:2). Gleiches gilt für Personen der nicht betroffenen Mannschaft.

Anmerkung: Haben sich – beispielsweise durch einen Zusammenprall – mehrere Spieler der gleichen Mannschaft verletzt, können die Schiedsrichter oder der Delegierte weiteren teilnahmeberechtigten Personen, bis maximal 2 Personen je verletztem Spieler, erlauben, die Spielfläche zwecks Versorgung von Verletzten zu betreten. Ebenso überwachen die Schiedsrichter und der Delegierte das Betreten der Spielfläche durch Personen des Sanitätsdienstes. 

Der Feldschiedsrichter sollte sich bei einem Time-out wegen Verletzung sofort in Richtung Bank begeben und darauf achten, dass nicht mehr als zwei Personen die Spielfläche betreten.

Blutende Spieler müssen die Spielfläche auf jeden Fall verlassen – ansonsten sind sie wegen Unsportlichkeit progressiv zu bestrafen, wenn sie dieses trotz Aufforderung nicht verlassen. 

Bei Verletzungen dürfen sich die das Spielfeld betretenden Personen ausschließlich um den verletzten Spieler kümmern. Gibt ein Offizieller stattdessen z. B. taktische Anweisungen an die anderen Spieler oder diskutiert er mit Gegenspielern bzw. Schiedsrichtern, können die Schiedsrichter dies als unsport­liches Verhalten progressiv bestrafen.

Hinweis: Umgang mit verletzten Spielern bei der Freiwurfausführung nach Halbzeit oder Schlusssignal wird unter Freiwurf nach Halbzeit | Schlusspfiff erläutert.