Trainerverhalten im Spiel: Coachen in der Coachingzone zulassen, unsportliches Verhalten konsequent ahnden
Das Auswechselraum-Reglement legt das Verhalten von Offiziellen und Spielern im Bereich des Auswechselraums und der Coachingzone fest. Sportliches Verhalten und die Konzentration auf das Wesentliche – das Coachen, Betreuen der Mannschaft – sind die Ziele dieser Vorschriften!
Das Auswechselraum-Reglement
Das Auswechselraum-Reglement – fester Bestandteil des Regelwerks – ergänzt verschiedene Bestimmungen und Regelungen für die Auswechselräume sowie Coachingzone und das Verhalten von Spielern und Mannschaftsoffiziellen:
Punkt 1: Lage und Abmessungen der Auswechselräume (Regel 1)
Punkt 2: Spieler und Mannschaftsoffizielle im Auswechselraum (Regel 4)
Punkt 3: Kleidung von Mannschaftsoffiziellen (Regel 4)
Punkt 4: Kontrolle des Auswechselraums durch Zeitnehmer/Sekretär (Regel 18)
Punkt 5: Hier wird das korrekte Verhalten von Mannschaftsoffiziellen und Spielern im Bereich des Auswechselraums bzw. der Coachingzone im Detail beschrieben. Was ist erlaubt, was verboten? Offiziellen ist es erlaubt, sich in der Coachingzone zu bewegen (siehe Info 1).
Ziel dieses Abschnitts ist, das Coachen durch Offizielle von Offiziellen innerhalb der Coachingzone zuzulassen, unsportliches Verhalten wie fortlaufende Störungen oder Proteste aber bereits im Ansatz zu unterbinden. Entsprechende Fallbeispiele mit Lösungen finden sich in Info 2.
Punkt 6: Hier wird der Bezug zur Regel 16 hergestellt, wodurch der Schiedsrichter oder Delegierte bei Verstößen gegen das Auswechselraum-Reglement eine Bestrafung verpflichtend vorzunehmen hat.
Verhalten von Mannschaftsoffiziellen im Auswechselraum
Von Mannschaftsoffiziellen und Auswechselspielern wird im Allgemeinen erwartet, dass sie während des Spiels auf der Auswechselbank sitzen.
Beachte:
Nur aus der Coachingzone heraus darf ein Mannschaftsoffizieller seine Mannschaft coachen.
Setzt er sich beispielsweise in die Zuschauerränge, hat er dieses Recht verloren, untersteht aber weiterhin der Aufsicht der Schiedsrichter, die beispielsweise unsportliche Verhaltensweisen dieses Offiziellen nach wie vor ahnden können.
Die Schiedsrichter müssen einen Trainer, der vom Zuschauerbereich aus coachen will, veranlassen, in den Auswechselraum zurückzukehren.
Generell haben Spieler und Mannschaftsoffizielle während des Spiels den Anweisungen der Schiedsrichter Folge zu leisten, und zwar auch dann, wenn sie sich deutlich außerhalb der Spielfläche und des Auswechselraums aufhalten, kann unsportliches bzw. grob unsportliches Verhalten im gesamten Bereich der Wettkampfstätte bestraft werden!
Natürlich darf sich ein Mannschaftsoffizieller – in der Regel der Trainer – in der Coachingzone frei bewegen und auch stehend coachen. Es darf aber immer nur einer (!) der vier Mannschaftsoffiziellen ständig in der Coachingzone stehen! Und auch nur dort, wo er die Sicht von Zeitnehmer und Sekretär nicht behindert.
Um im Auswechselraum Ruhe und Disziplin zu gewährleisten, sollten Schiedsrichter, Zeitnehmer und Sekretär klare Kommunikationsregeln beachten (siehe Info 3). So darf beispielsweise nur der im Spielprotokoll als Mannschaftsverantwortlicher ausgewiesene Offizielle Kontakt mit Schiedsrichtern, Zeitnehmer und Sekretär aufnehmen. Und das auch nur auf wenige Aspekte begrenzt; eine permanente Diskussion muss unterbunden werden.
Auch die Schiedsrichter sollten sich an diesen Kommunikationsregeln orientieren und sich mit allen Fragen und Anliegen ausschließlich an den Mannschaftsverantwortlichen wenden.
Es kommt vor, dass Trainer noch Teil der Mannschaft sind und im Spielbericht als Spieler eingetragen sind (sogenannte Spielertrainer). Die Funktion des Spielertrainers ist allerdings im Regelwerk nicht vorgesehen. Jede teilnahmeberechtigte Person ist zu jedem Zeitpunkt des Spiels immer nur einer der beiden Gruppen (Spieler oder Offizielle) zuzuordnen.
Wenn der tatsächliche Trainer als Spieler eingetragen ist, ist es ihm nicht erlaubt, seine Mannschaft im Stehen zu coachen. Ist er allerdings als Offizieller eingetragen, dann ist es erlaubt (Wenn er sich dann als Spieler nachtragen lässt, verliert er das Recht, seine Mannschaft zu coachen.).
Delegierte
Der Delegierte hat – außer bei Entscheidungen der Schiedsrichter aufgrund von Tatsachenfeststellungen – das Recht, die Schiedsrichter auf einen Regelverstoß oder eine Nichteinhaltung des Auswechselraum-Reglements hinzuweisen. Die Feststellungen der Delegierten sind ebenfalls Tatsachenfeststellungen (17:11). Der Delegierte darf das Spiel auf der Stelle unterbrechen (2:9). Anschließend ist es mit dem der Spielsituation bei der Unterbrechung entsprechenden Wurf wieder aufzunehmen. Dies schließt eine Entscheidung auf 7-m-Wurf wegen Unterbrechung im Moment einer klaren Torgelegenheit ein.
Unterbrechung aufgrund von Vergehen im Auswechselraum
- Die Schiedsrichter müssen den Spieler/Offiziellen, der eine vom Delegierten angezeigte Regelwidrigkeit/Unsportlichkeit begangen hat, bestrafen.
- Bei bestimmten Vergehen ist der Sachverhalt von den Schiedsrichtern im Spielprotokoll festzuhalten.
- Spielfortsetzung:
a) Freiwurf für die gegnerische Mannschaft oder 7-m-Wurf (sofern im Moment der Spielunterbrechung eine klare Torgelegenheit gegeben war).
b) Der Situation im Moment der Spielunterbrechung entsprechender Wurf, wenn der Ball zu diesem Zeitpunkt nicht im Spiel war (13:3).
Info 4 stellt im Auswechselraum erlaubte Verhaltensweisen den verbotenen gegenüber.
Info 5 zeigt ein Beispiel dafür aus einem Weltmeisterschaftsspiel. Hier wird die Tragweite unsportlicher Verhaltensweisen von Mannschaftsoffiziellen eindrucksvoll sichtbar: Die Info zeigt den korrekten Ablauf, wenn ein Delegierter zwecks Durchsetzung des Auswechselraum-Reglements eingreift und die Schiedsrichter auf ein Fehlverhalten der Offiziellen aufmerksam macht. In Spielen ohne Delegierten soll der Zeitnehmer im Allgemeinen bis zur nächsten Spielunterbrechung warten und dann gemeinsam mit dem Sekretär die Schiedsrichter auf das Fehlverhalten der Offiziellen aufmerksam machen. Die Schiedsrichter haben in diesem Fall jedoch nur die Möglichkeit, die Offiziellen zu ermahnen und den Sachverhalt im Spielprotokoll zu vermerken.