Zeitnehmer und Sekretär – wichtige Helfer der Schiedsrichter bei der Spielleitung

Zeitnehmer und Sekretär wirken meist nur im Hintergrund. Sie übernehmen aber bei der Spielleitung durchaus Mitverantwortung, indem sie die Schiedsrichter unterstützen. Konzentration und sehr gute Regelkenntnisse sind dabei besonders gefragt.

Anforderungen an Zeitnehmer und Sekretär

Grundsätzlich unterstützen ein Zeitnehmer und ein Sekretär die Schiedsrichter in ihrer Spielleitung (18:1). Auch wenn sie vorrangig nur überwachende bzw. kontrollierende Funk­tion haben, müssen sie bezüglich der Regeln immer auf dem neuesten Stand sein und auch Spielverständnis haben. Dies ergibt sich schon allein aus der Aufgabe, das Spiel eigenverantwortlich durch einen Pfiff zu unterbrechen – z. B. wenn sie einen Wechselfehler beobachtet haben. 

Natürlich müssen sich Zeitnehmer und Sekretär neutral verhalten. Wird dagegen verstoßen, können die Schiedsrichter einen Zeitnehmer/Sekretär durchaus von seinen Aufgaben entbinden. In diesem Fall übernimmt eine Person die Aufgaben von Zeitnehmer und Sekretär in Personalunion. In bestimmten Fällen – dies trifft meist in unterklassigen Spielen zu – können die Schiedsrichter diese Aufgabe auch mit übernehmen.

Besonderheiten bei IHF-und Kontinentveranstaltungen

Bei Weltmeisterschaften, Olympischen Spielen und Kontinentmeisterschaften überwachen zusätzlich zwei Delegierte die Aufgaben des in der Regel vom Ausrichter berufenen Zeitnehmers bzw. Sekretärs (siehe Bild). Sie zeichnen im Spielprotokoll dafür verantwortlich. Hinzu kommt der IHF-Offizielle, der die Gesamtverantwortung für den Spielablauf trägt.


Der offizielle Regeltext

Regel 18: Zeitnehmer und Sekretär

18:1 Grundsätzlich hat der Zeitnehmer die Hauptverantwortung für die Spielzeit, das Time-out und die Hinausstellungszeit hinausgestellter Spieler.
Der Sekretär hat die Hauptverantwortung für die Spielerlisten, das Spielprotokoll, das Eintreten von Spielern, die nach Spielbeginn ankommen, und das Eintreten von nicht teilnahmeberechtigten Spielern.  
Andere Aufgaben wie die Kontrolle der Zahl der Spieler und Mannschaftsoffiziellen im Auswechselraum sowie das Aus- und Eintreten von Auswechselspielern und das Zählen der Anzahl der Angriffe nach der Versorgung eines Spielers auf der Spielfläche gelten als gemeinsame Verantwortungen. Diese Entscheidung ist eine Tatsachenfeststellung.  
Generell sollte der Zeitnehmer (und falls anwesend ein Technischer Delegierter des zuständigen Verbandes) die notwendigen Spielunterbrechungen vornehmen.  
Siehe auch Erläuterung 7 zu den korrekten Verfahren beim Eingreifen von Zeitnehmer/Sekretär bei der Erfüllung einiger ihrer oben beschriebenen Verantwortungen. 

18:2 Wenn keine öffentliche Zeitmessanlage vorhanden ist, muss der Zeitnehmer den Mannschaftsverantwortlichen jeder Mannschaft über die gespielte oder noch zu spielende Zeit unterrichten, insbesondere nach einem Time-out. 
Wenn es keine Zeitmessanlage mit automatischem Signal gibt, übernimmt der Zeitnehmer die Verantwortung für das Auslösen des Schlusssignals zur Halbzeit und zum Spielende (siehe Regel 2:3).  
Sofern die öffentliche Zeitmessanlage nicht auch für die Anzeige von Hinausstellungszeiten (bei IHF-Spielen mindestens drei pro Mannschaft) eingerichtet ist, platziert der Zeitnehmer eine Karte auf dem Zeitnehmertisch, auf welcher für jede Hinausstellung die Zeit des Wiedereintritts und die Nummer des hinausgestellten Spielers aufgeführt sind.

Erläuterung 7: Eingreifen durch den Zeitnehmer oder einen Delegierten (18:1)

Greift der Zeitnehmer oder ein Delegierter ein, wenn das Spiel bereits unterbrochen ist, wird es mit dem der Situation entsprechenden Wurf wieder aufgenommen. 
Greift der Zeitnehmer oder ein Delegierter ein und unterbricht dadurch das laufende Spiel, gelten die folgenden Bestimmungen:

A. Wechselfehler oder regelwidriges Eintreten eines Spielers (Regel 4:2-3, 5-6)

Der Zeitnehmer (oder Delegierte) muss das Spiel ohne Rücksicht auf die Vorteilsregel 13:2 und 14:2 umgehend unterbrechen. Wenn wegen einer solchen Unterbrechung aufgrund einer Regelwidrigkeit der abwehrenden Mannschaft eine klare Torgelegenheit vereitelt wird, muss gemäß Regel 14:1a auf 7-m-Wurf entschieden werden. In allen anderen Fällen wird das Spiel mit Freiwurf wieder aufgenommen. 
Der fehlbare Spieler wird gemäß Regel 16:3a bestraft. Betritt jedoch ein zusätzlicher Spieler entsprechend Regel 4:6 während einer klaren Torgelegenheit die Spielfläche, ist der Spieler entsprechend Regel 16:6b in Verbindung mit Regel 8:10b zu bestrafen.

B. Unterbrechung aus anderen Gründen, z. B. wegen unsportlichem Verhalten im Auswechselraum

a) Eingreifen durch den Zeitnehmer.

Der Zeitnehmer sollte bis zur nächsten Spielunterbrechung warten und dann die Schiedsrichter informieren. 
Unterbricht der Zeitnehmer das Spiel jedoch wenn der Ball im Spiel ist, wird es mit Freiwurf für diejenige Mannschaft wieder aufgenommen, die zum Zeitpunkt der Unterbrechung im Ballbesitz war. 
Erfolgt die vorzeitige Unterbrechung aufgrund eines Verstoßes der abwehrenden Mannschaft und es wird dadurch eine klare Torgelegenheit für die ballbesitzende Mannschaft vereitelt, ist gemäß Regel 14:1b auf 7-m-Wurf zu entscheiden. 
(Gleiches gilt, wenn der Zeitnehmer das Spiel wegen eines beantragten Team-Time-outs unterbricht und die Schiedsrichter dies aufgrund des falschen Timings ablehnen. Wird zum Zeitpunkt der Unterbrechung eine klare Torgelegenheit vereitelt, muss auf 7-m-Wurf entschieden werden.) 
Der Zeitnehmer ist nicht befugt, eine persönliche Strafe gegen einen Spieler oder Mannschaftsoffiziellen auszusprechen. Dies gilt auch für die Schiedsrichter, wenn sie die Regelwidrigkeit nicht selber wahrgenommen haben. In diesem Fall können sie lediglich eine informelle Ermahnung aussprechen. Bei Vergehen gemäß Regel 8:6 oder 8:10 verfassen sie zudem einen Bericht.

b) Eingreifen durch einen Delegierten

Delegierte der IHF, einer Kontinentalföderation oder eines nationalen Verbandes, die bei einem Spiel eingesetzt sind, haben – außer bei Entscheidungen der Schiedsrichter aufgrund ihrer Beobachtung von Tatsachen – das Recht, die Schiedsrichter auf einen möglichen Regelverstoß oder eine Nichteinhaltung des Auswechselraum-Reglements hinzuweisen. 
Die Unterbrechung durch den Delegierten kann unverzüglich vorgenommen werden. In diesem Fall wird das Spiel mit Freiwurf gegen die fehlbare Mannschaft wieder aufgenommen. 
Erfolgt die Unterbrechung aufgrund eines Verstoßes durch die abwehrende Mannschaft und wird dadurch eine klare Torgelegenheit für die ballbesitzende Mannschaft vereitelt, ist auf 7-m-Wurf gemäß Regel 14:1a zu entscheiden. 
Die Schiedsrichter sind verpflichtet, persönliche Strafen gemäß Weisung des Delegierten auszusprechen. 
Der Sachverhalt ist bei Verstößen gemäß Regel 8:6 oder 8:10 in einem schriftlichen Bericht festzuhalten.


Aufgaben des Zeitnehmers

Die Hauptverantwortung für die Spielzeit, das Time-out und die Strafzeit hinausgestellter Spieler sowie die Wiedereintrittszeit nach Reduzierung einer Mannschaft hat grundsätzlich der Zeitnehmer (18:1). Er bedient in der Regel dazu eine Zeitmessanlage mit automatischem Schlusssignal. Ist diese nicht vorhanden, muss er eine Tischstoppuhr verwenden, die ohnehin als Reserveuhr vorhanden sein muss (2:3 Komm., 18:2).

Info 1: Ausrüstung von Zeitnehmer/Sekretär (IHF- und Kontinentalveranstaltungen)

Auch Hinausstellungen werden in der Regel über die offizielle Zeitmessanlage angezeigt. Bei IHF-Spielen muss dies mindestens für drei Hinausstellungen pro Mannschaft möglich sein.  

Ist eine solche Anlage nicht vorhanden, müssen die Wiedereintrittszeit und die Spielernummer auf entsprechenden Zetteln (Info 1) notiert und für alle sichtbar auf dem Zeitnehmertisch aufgestellt werden. Solche ‘Aufsteller’ gehören ebenfalls zur Ausrüstung des Zeitnehmertischs. 

Eine Anzeige der Hinausstellungen auf der Zeitmessanlage und gleichzeitig auf dem Zeitnehmertisch ist nicht zulässig.


Aufgaben des Sekretärs

Der Sekretär hat die Hauptverantwortung für Spielerlisten, das Spielprotokoll, das Eintreten von Spielern, die nach Spielbeginn ankommen, und das Eintreten von nicht teilnahmeberechtigten Spielern.


Gemeinsame Aufgaben

Beide zusammen kontrollieren die ordnungsgemäße Besetzung der Auswechselbänke. Darüber hinaus überwachen sie die Auswechselvorgänge. Bei Wechselfehlern hat der Zeitnehmer sofort – ohne Berücksichtigung einer eventuell bestehenden Vorteilssituation – zu pfeifen und die Spielzeit anzuhalten.  

Die Beobachtung der Auswechselvorgänge und Auswechselbänke wird in der Regel zwischen Zeitnehmer und Sekretär aufgeteilt: Jeder übernimmt die Mannschaft auf seiner Seite. Muss ein Spieler nach einer Behandlung auf der Spielfläche für drei Angriffe pausieren, wird von Zeitnehmer oder Sekretär (analog der Karte für das Team-Time-out) eine weiße Karte aufgestellt, auf der die Rückennummer des entsprechenden Spielers vermerkt wird (siehe auch Erläuterung 8b).


Erweiterte Befugnisse eines zusätzlichen Offiziellen/Delegierten

Sofern Delegierte angesetzt sind, sind diese nicht nur für den reibungslosen Ablauf des Spiels selbst zuständig. Sie überwachen auch in Zusammenarbeit mit Zeitnehmer und Sekretär die Einhaltung des Auswechselraumreglements auf beiden Seiten.  

Bei Vergehen von Offiziellen oder Spielern im Auswechselbereich dürfen sie – falls die Schiedsrichter diese Situation nicht wahrgenommen haben – das Spiel aufgrund eigener Tatsachenfeststellung (17:11) unterbrechen, die Schiedsrichter zum Zeitnehmertisch rufen und sie anweisen, eine Strafe auszusprechen. In diesem Fall wird das Spiel mit Freiwurf, bei klarer Torgelegenheit mit 7-m-Wurf für die andere Mannschaft fortgesetzt.

Zuständigkeiten

Der Verantwortungsbereich von Zeitnehmer und Sekretär ist durch das Regelwerk begrenzt: Kommen z. B. Zweifel an der Richtigkeit der Zeitmessung oder des Spielstandes auf, entscheiden letztlich immer die Schiedsrichter (17:8, 17:9).
Nur bei bestimmten Spielen bzw. Wettbewerben  sind die Schiedsrichter der Verantwortung für die Spielzeit und für das Notieren von Strafen/Toren enthoben. Das übernehmen die Technischen Delegierten.


Aufgaben vor dem Spiel

Vor dem Spiel fallen besonders dem Sekretär umfangreiche Aufgaben zu:

  1. Vorbereiten der Hardware (Laptop)
  2. Laden des Spiels
  3. Eintragung aller teilnahmeberechtigten Spieler und Offiziellen gemäß Spielerliste in das jeweilige Programm (nicht bei internationalen Spielen). 
    Bei bestimmten Spielen und Wettbewerben ist die Teilnahmeberechtigung in der Technischen Sitzung vor Turnierbeginn bereits festgestellt worden. Hier muss der Sekretär anhand der offiziellen Spielerliste die Richtigkeit des Spielprotokolls überprüfen. Es dürfen bis zu 16 Spieler auf dem Spielprotokoll stehen.
    Hinweis: Spieler, die nicht im jeweiligen System hinterlegt sind/geladen werden können, müssen manuell eingetragen werden. 
    Spieler, die nicht anwesend sind, sind zunächst nicht teilnahmeberechtigt und aus dem Spielprotokoll zu streichen. Bis zum Spielbeginn oder während der Spielzeit eintreffende Spieler erhalten nach Eintrag im Spielprotokoll vom Sekretär die Teilnahmeberechtigung. Unterschrift (Eingabe der Pin) des Mannschaftsverantwortlichen/eines Offiziellen.
  4. Ausdruck des Spielberichts/Presseberichte (hängt von den jeweiligen Durchführungsbestimmungen ab)
  5. Ausgabe der Grünen Karten für die Beantragung des Team-Time-outs (siehe Info 3) sofern keine Buzzer genutzt werden.
  6. Eigene Vorbereitung (siehe Info 4).

Info 2: Vor dem Spiel – das Spielprotokoll vervollständigen

Info 3: Vor dem Spiel – Grüne Karte und Kennzeichen für die Mannschaftsoffiziellen

Info 4: Vor dem Spiel – Vorbereitung der Spielaufzeichnungen von Zeitnehmer und Sekretär


Unmittelbar vor Spielbeginn


Kurz vor Spielbeginn sollten Zeitnehmer/Sekretär noch einmal einen letzten Check vornehmen und die ordnungsgemäße Besetzung der Auswechselbänke überprüfen (siehe Bildergalerie oben). Selbst bei höherklassigen Spielen kann es vorkommen, dass z. B. ein zweiter Physiotherapeut als fünfter Offizieller noch im Auswechselbereich tätig ist. 

Ein Tipp: Werden die Spieler/Offiziellen von einem Hallensprecher vorgestellt, sollten die Spielernummern noch einmal mit dem Spielprotokoll abgeglichen werden, damit nur teilnahmeberechtigte Spieler im Auswechselbereich und auf dem Spielfeld erscheinen.  

Im Bereich des Zeitnehmertisches sollten auf jeden Fall mehrere von den Schiedsrichtern bestimmte Reservebälle deponiert werden (mindestens einer).  

Beim Anpfiff muss der Zeitnehmer auf jeden Fall eine separate zweite Uhr starten, damit er bei Problemen mit der offiziellen Zeitmessanlage immer die korrekte Spielzeit parat hat.


Aufgaben während des Spiels

Neben der Überwachung der Wechselvorgänge ist die Überwachung von Hinausstellungen eine zentrale Aufgabe:

  • Der Sekretär sollte von den Schiedsrichtern angezeigte Verwarnungen, Hinausstellungen oder Disqualifikationen durch Hochhalten entsprechender Karten oder Handzeichen immer bestätigen.
  • Die Hinausstellungszeit eines Spielers beginnt mit dem Wiederanpfiff des Feldschiedsrichters, wobei erst angepfiffen werden darf, wenn der betreffende Spieler die Seitenlinie überschritten hat und die Hinausstellungszeit auf der Zeitmessanlage erscheint.
  • Der Zeitnehmer notiert bei Hinausstellungen die Wiedereintrittszeit. Sie ergibt sich durch Addition von zwei Minuten zu der Zeit des Wiederanpfiffs (siehe Info 5).
  • Time-out-Zeiten zählen auch für Strafzeiten als Time-out.

Die Mannschaften ergänzen sich grundsätzlich in eigener Verantwortung. Das Eintreten wird von Zeitnehmer/Sekretär lediglich kontrolliert. Sie selbst sollten keine Spieler nach Ablauf von deren Hinausstellungszeit wieder auf das Spielfeld schicken.

Info 5: Allgemeine Aufgaben während des Spiels

Info 6: Überwachung der Auswechselbänke


Wann unterbricht der Zeitnehmer das Spiel?

Ein Pfiff des Zeitnehmers bzw. ein akustisches Signal der automatischen Zeitmessanlage unterbricht – ungeachtet seiner Berechtigung – das Spiel auf jeden Fall. Wie Info 7 (siehe unten) zeigt, müssen grundsätzlich zwei Situationen unterschieden werden:

  1. Die sofortige Spielzeitunterbrechung bei Wechselfehlern unabhängig von der jeweiligen Spielsituation. Ob dabei eine klare Torgelegenheit der nicht fehlbaren Mannschaft vereitelt wird, ist ohne Belang. Der Zeitnehmer muss sofort pfeifen und den fehlbaren Spieler benennen. Wenn die nicht ballbesitzende Mannschaft einen Wechselfehler begeht und durch diese Unterbrechung eine klare Torgelegenheit vereitelt wird, muss auf 7-m-Wurf entschieden werden. Weitere Informationen v. a. zur Spielfortsetzung nach Wechselfehlern (siehe auch "Der Spielerwechsel"). 
    Gleiches gilt auch bei Eintreten eines nicht teilnahmeberechtigten Spielers. ‘Verkürzt’ ein hinausgestellter Spieler seine Hinausstellungszeit, muss der Zeitnehmer ebenfalls sofort pfeifen (der Spieler erhält dann eine weitere Hinausstellung!). Natürlich ist das (automatische) Schlusssignal bei Ende der 1. und 2. Halbzeit ebenfalls eine sofortige Spielzeitunterbrechung.  
    Wichtig: Der Zeitnehmer muss – ohne Bestätigung/Handzeichen der Schiedsrichter – die offizielle Spielzeituhr sofort anhalten.
  2. Ggf. aufschiebbare Unterbrechungen 

In den folgenden Situationen sollte der Zeitnehmer das Spiel unter Berücksichtigung der Vorteilsgewährung nicht unverzü glich unterbrechen:

  • Irritationen über Schiedsrichterentscheidungen (Unklarheiten hinsichtlich eines verwarnten fehlbaren Spielers, Anerkennung eines Torerfolgs usw.)
  • Unklarheiten über die Mitwirkung eines nicht teilnahmeberechtigten Spielers
  • Bei unsportlichem/grob unsportlichem Verhalten von Spielern/Offiziellen im Auswechselbereich (z. B. Beleidigungen).

Info 7: Wann unterbricht der Zeitnehmer?

Der Zeitnehmer steht auf, pfeift und winkt die Schiedsrichter zum Zeitnehmertisch.

Unverzügliche Spielzeitunterbrechung (keine Vorteilsgewährung!) muss zwingend erfolgen

  1. Schlusssignal bei Ende der 1. oder 2. Halbzeit
  2. bei Wechselfehlern
  3. bei Eintreten eines nicht teilnahmeberechtigten Spielers

Aufschiebbare Unterbrechungen (z. B. bis zur nächsten Spielunterbrechung)

  1. zwecks Ermahnung von Spielern oder Offiziellen (z. B. bei Beleidigungen)
  2. bei Unklarheiten über Schiedsrichterentscheidungen (z. B. hinsichtlich der zu bestrafenden Person)
  3. bei Störungen von außen (z. B. Gegenstände auf dem Spielfeld)

Info 8: Spielzeitunterbrechung – Wechselfehler


Erkennen Zeitnehmer/Sekretär einen Wechselfehler, muss der Zeitnehmer – ohne Rücksicht auf die Vorteilsregen 13:2 und 14:2 – aufstehen, pfeifen und die Spielzeituhr anhalten. Er muss eindeutig auf den fehlbaren Spieler zeigen, damit die Schiedsrichter die Hinausstellung anzeigen können.

Info 9: Spielzeitunterbrechung – Strafe gegen Mannschaftsoffizielle


Bei fortlaufenden Protesten, Gestikulieren oder unsportlichen Verhaltensweise von Spielern/Offiziellen auf der Auswechselbank darf ein Delegierter das Spiel mit einem Pfiff unterbrechen. Der Zeitnehmer hält sofort die Spielzeituhr an. Der Delegierte winkt den Feldschiedsrichter heran, informiert ihn und deutet auf die fehlbare Person. Der Schiedsrichter zeigt daraufhin die entsprechende Strafe an.

Erfolgt die Unterbrechung aufgrund eines Verstoßes durch die abwehrende Mannschaft und wird dadurch eine klare Torgelegenheit für die ballbesitzende Mannschaft vereitelt, ist auf 7-m-Wurf gemäß Regel 14:1a zu entscheiden. 

Info 10: Ausfall der offiziellen Zeitmessanlage


Aufgaben bei einem Team-Time-out

Mit dem Pfiff des Zeitnehmers für ein Team-Time-out wird die Spielzeit sofort – ohne vorherige Bestätigung der Schiedsrichter – angehalten. Vor der Unterbrechung müssen Zeitnehmer/Sekretär aber einige Besonderheiten beachten:

  • Der Zeitnehmer darf das Spiel erst unterbrechen, wenn die Grüne Karte von einem Mannschaftsoffiziellen eindeutig auf den Zeitnehmertisch gelegt wurde.  
    Hinweis:
    Solange sich die Karte noch in der Hand des Mannschaftsverantwortlichen befindet, er sie aber nicht hinlegt (siehe Info 11 unten), gilt das Team-Time-out nicht als beantragt. Ein Tipp für Zeitnehmer/Sekretär: Klarer und eindeutiger ist es, wenn die Grüne Karte vom Mannschaftsverantwortlichen übergeben und nicht auf den Tisch gelegt wird!
  • Natürlich darf der Mannschaftsoffizielle den Zeitpunkt der Beantragung unter Beachtung der Erl. 3 selbst bestimmen. Er kann z. B. noch eine ­erfolgversprechende Chance oder einfach einen günstigen Moment für die Unterbrechung bzw. einen vorteilhaften Ort für die Spielfortsetzung nach dem Team-Time-out abwarten, sofern er sich dabei außerhalb der coachingfreien Zone aufhält.
  • Der Zeitnehmer – oder ggf. der Sekretär, der auf der anderen Seite eine Grüne Karte entgegennehmen will – muss sich vor dem Pfiff zur Spielzeitunterbrechung davon überzeugen, ob die regeltechnischen Voraussetzungen für die Beantragung des Team-Time-outs vorliegen.
  • Sollte der Zeitnehmer das Spiel zu einem Zeitpunkt unterbrechen, zu dem die Voraussetzungen für ein Team-Time-out nicht (mehr) vorliegen, erkundigt sich der Feldschiedsrichter zwar nach dem Grund für den Pfiff, lässt das Spiel dann jedoch baldmöglichst fortsetzen (wie bei anderen fehlerhaften Pfiffen des Zeitnehmers).

Der Ablauf eines Team-Time-outs mit den Aufgaben für Zeitnehmer/Sekretär wird in Info 12 dargestellt.

Info 11: Wann gilt ein Team-Time-out als beantragt?

Info 12: Ablauf eines Team-Time-outs

Aufgaben in der Halbzeitpause

Die 1. Halbzeit endet (wie auch die 2.) mit dem automatischen Schlusssignal der Zeitmessanlage oder (bei Störung) mit dem Pfiff des Zeitnehmers. Beendet dieses Signal das Spiel vor ­der Ausführung eines technischen Wurfs (z. B. Freiwurf oder 7-m-Wurf), ist dies kein Fehler. Dieser Wurf muss nach dem automatischen Schlusssignal nach Anpfiff des Schiedsrichters ausgeführt und sein Ergebnis abgewartet werden (ein Nachwurf ist nicht gestattet). Der Abpfiff erfolgt anschließend durch die Schiedsrichter, nicht mehr durch den Zeitnehmer!

Ertönt das Schlusssignal, während der Ball sich noch

  • nach einem Wurf aus dem laufenden Spielgeschehen in der Luft (nicht im Tor) befindet = kein Tor – Spielende
  • nach einem Freiwurf oder 7-m-Wurf noch in der Luft befindet = Wiederholung des Wurfs nach Anpfiff, gleichgültig ob der Ball ins Tor gelangte oder nicht (2:4).

Weitere denkbare Problemsituationen und deren Lösung haben wir unten unter Probleme und Lösungen zusammengefasst.  

Unmittelbar mit dem Schlusspfiff der 1. Halbzeit sollte der Zeitnehmer – zusätzlich zur offiziellen Zeitmessanlage – wieder eine separate Uhr zur Überwachung der Dauer der Halbzeitpause starten. Während der Halbzeitpause fallen für den Sekretär umfangreiche Aufgaben an:

  • Überprüfung und Abgleich aller Spieldaten (Tore, Strafen) mit den Schiedsrichtern (Letzteres nicht bei IHF-Spielen).
  • Übertragung von Halbzeitstand, Verwarnungen und Zeitpunkt der Team-Time-outs in das Spielprotokoll (nicht verpflichtend). (Anm.: erfolgt bei ESB automatisch).
  • Einsammeln der Grünen Karten und erneute Ausgabe an die Mannschaftsverantwortlichen vor Beginn der 2. Halbzeit (siehe Info 13).

Zusammen mit den Schiedsrichtern überwacht der Zeitnehmer die Einhaltung der Halbzeitpause. Deutliche Verspätung trotz Aufforderung durch die Schiedsrichter kann als unsportliches Verhalten mit einer progressiven Bestrafung gegen den Mannschaftsverantwortlichen geahndet werden (siehe Info 14).

Info 13: Aufgaben von Zeitnehmer/Sekretär während der Halbzeitpause

Info 14: Progressive Bestrafung bei Zuspätkommen


Aufgaben nach dem Spiel

Nach dem Spiel ist wieder der Sekretär besonders gefordert: Er gleicht zunächst wieder alle Spieldaten (Endergebnis, Strafen, 7-m-Würfe; siehe Bild) mit den Schiedsrichtern ab (nicht bei IHF-Spielen).   

Ferner ist er dafür verantwortlich, dass sowohl Schiedsrichter als auch die Mannschaftsverantwortlichen bzw. die gesondert angesetzten Offiziellen/Delegierten das Spielprotokoll unterschreiben.

Zusätzliche Angaben im Spielprotokoll

Will eine Mannschaft einen Protest einlegen, muss sie dies bei nationalen Spielen vor der Unterschrift im Spielprotokoll ankündigen. Der Mannschaftsverantwortliche muss auch in diesem Fall das Spielprotokoll unterschreiben, auch wenn er die Ordnungsmäßigkeit des Spielverlaufs/Spielergebnisses anzweifelt. Er nimmt mit seiner Unterschrift lediglich den Inhalt des Spielberichts und des Einspruchs zur Kenntnis.  

Bei IHF-/Kontinentveranstaltungen muss der Einspruch bis eine Stunde nach dem Spiel beim IHF-Offiziellen eingereicht werden. Natürlich können auch die Schiedsrichter Eintragungen vornehmen. Beispiele:

  • unzulänglicher Ordnungsdienst
  • Parteiischer Hallensprecher (hetzt die Zuschauer auf)
  • Wettkampfstätte vor Spielbeginn in bestimmten Bereichen nicht regelkonform
  • Grundsätzlich: Verletzungen von Spielern, wenn von der jeweiligen Mannschaft gewünscht
  • Pflicht: Sachverhaltsschilderung für eine Disqualifikation mit schriftlichem Bericht wegen besonders grober Unsportlichkeit (Regel 8:10) oder einer Regelwidrigkeit, die mit Disqualifikation nach Regel 8:6 geahndet wird.

Im Spielprotokoll der IHF sind zu vermerken:

  • Halbzeit- und Endergebnis
  • Verlängerungen und 7-m-Werfen
  • Zuschauerzahl
  • Anzahl der Tore pro Spieler
  • 7-m-Würfe
  • Tore durch 7-m-Würfe
  • Verwarnungen und Hinausstellungen
  • Reduzierung einer Mannschaft
  • Disqualifikationen
  • Anfangszeit der Team-Time-outs
  • Wenn nötig: Schiedsrichteranmerkungen oder Einsprüche der Mannschaften

Info 15: Aufgaben von Zeitnehmer/Sekretär nach dem Spiel

Probleme und Lösungen

Problem: Zu wenig oder ungeeignete Stoppuhren (die Uhr darf nicht auf „Null“ zurückspringen). 

Lösung: Falls kein Ersatz beschafft werden kann, muss der Schiedsrichter eine oder alle Funktionen des Zeitnehmers selbst übernehmen (z. B. Überwachung von Hinausstellungszeiten).


Problem: Die Zeitmessanlage der Halle kann nicht vom Zeitnehmertisch aus bedient werden. 

Lösung: Entweder Bedienpult der Messanlage auf dem Zeitnehmertisch installieren oder auf die Messanlage verzichten und stattdessen eine Uhr (am besten Tischuhr) als Spieluhr bestimmen.


Problem: Die offizielle Messanlage hat keinen automatischen Hupton. 

Lösung: Der Zeitnehmer gibt bei Halbzeit- oder Spielende ein deutliches Signal. Die Schiedsrichter kontrollieren die Richtigkeit seiner Zeitmessung (17:9). Erfolgt fälschlicherweise kein Schlusssignal, pfeift der Schiedsrichter (2:3), um anzuzeigen, dass die Spielzeit abgelaufen ist (17:9).


Problem: Zeitnehmer oder Sekretär sind nicht erschienen.

Lösung: Angehörige der Vereine auffordern, diese Funktion zu übernehmen. Bei Weigerung übernimmt der Schiedsrichter selbst die nicht besetzte Funktion.  

Anmerkung: Ist nur ein Verein bereit, eine Person für das Kampfgericht abzustellen, können die Funktionen von Zeitnehmer und Sekretär in Personalunion übernommen werden. Selbstverständlich können bei Verzicht eines Vereins beide Funktionen von der gegnerischen Mannschaft besetzt werden. Für die sich weigernde Mannschaft entfällt aber damit jeder Protestgrund wegen des nicht paritätisch besetzten Kampfgerichts (im Spielprotokoll vermerken).


Problem: Der Zeitnehmer beendet vor Ausführung eines Frei- oder 7-m-Wurfs die 1. Halbzeit bzw. das Spiel. Dies ist bei zeitgerechtem Schlusssignal kein Fehler, sondern ergibt sich aus 2:3, automatisches Schlusssignal. 

Lösung: Ausführung des Frei- bzw. 7-m-Wurfs nach Anpfiff; dessen Ergebnis abwarten, dann erst Abpfiff durch den Schiedsrichter (2:4), nicht durch den Zeitnehmer!   

Anmerkung: In diesem Fall bedeutet „Ergebnis“, dass erkennbar werden muss, dass der Ball nach der Abwehrreaktion nicht mehr ins Tor gehen kann. Ein zweiter Wurf nach Zurückprallen des Balls vom Tor, vom Torwart oder von Abwehrspielern ist nicht gestattet.


Problem: Das Schlusssignal ertönt zeitgerecht, während der Ball sich nach einem Freiwurf oder 7-m-Wurf (nicht aus dem laufenden Spielgeschehen) noch in der Luft befindet.

Lösung: Wiederholung des Wurfs nach Anpfiff, gleichgültig ob der Ball ins Tor gelangt war oder nicht (2:4).   

Anmerkung: Vor jedem Spiel sollten Sekretär/Zeitnehmer grundsätzlich auf die Regeln 2:3, 2:4, 2:5 und 18:2 hingewiesen werden.


Problem: Das Schlusssignal beendet die 1. oder 2. Halbzeit zu früh (aus dem laufenden Spielgeschehen).

Lösung a: Die Mannschaften befinden sich noch auf dem Spielfeld:

  • Falls eine Mannschaft in Ballbesitz war, Freiwurf mit Anpfiff (2:7)
  • Wenn das Spiel vorher unterbrochen war, Fortsetzung mit dem der Spielsituation entsprechenden Wurf (z. B. Einwurf, 2:7).
  • Wenn der Ball zum Zeitpunkt des unberechtigten Abpfiffs über dem Torraum flog, wird das Spiel mit Freiwurf für die Mannschaft fortgesetzt, die zuletzt in Ballbesitz war (13:4b).
  • Falls der Ball zum Zeitpunkt des Pfiffs über dem Torraum flog und danach ins Tor gelangte, 7-m-Wurf für die Angreifer (Tatsachenfeststellung der Schiedsrichter, 13:4a-b, 14:1b, 15:5, 2:7).

Lösung b: Die Mannschaften haben das Spielfeld bereits (teilweise) verlassen. 

Nach Einhaltung der vorgeschriebenen Pause treten die Mannschaften in der ursprünglichen Spielfeldhälfte wieder an; das Spiel wird mit dem der Spielsituation zum Zeitpunkt der Be­endigung der 1. Halbzeit entsprechenden Wurf fortgesetzt. Sobald die verbliebene Zeit der 1. Halbzeit nachgespielt worden ist, werden die Seiten gewechselt, und ohne Pause wird die 2. Halbzeit mit Anwurf derjenigen Mannschaft eröffnet, die in der 1. Halbzeit nicht Anwurf hatte.  

Wurde die 2. Halbzeit vorzeitig abgepfiffen, kann die restliche Spielzeit natürlich nur nachgeholt werden, wenn die Spieler nicht bereits in den Umkleideräumen sind. 

Kann die restliche Spielzeit nicht nachgeholt werden, ist von den Schiedsrichtern ein Vermerk im Spielprotokoll mit Angabe der tatsächlichen Spielzeit vorzunehmen.


Problem: Der Zeitnehmer schickt einen Spieler vor Ablauf von dessen Hinausstellung auf das Spielfeld.

Lösung: Grundsätzlich sehen diverse Durchführungsbestimmungen vor, dass sich die Mannschaften in eigener Verantwortung ergänzen. Es gilt dann Regel 4:4. Der Zeitnehmer sollte in Spielen mit ordnungsgemäß eingesetzten Sekretären und Zeitnehmern grundsätzlich keine Spieler nach Ablauf ihrer Hinausstellungszeit wieder auf das Spielfeld schicken. Tut er das, ist in einem solchen Fall wie folgt zu entscheiden: Restliche Strafzeit absitzen lassen; keine weitere Strafe gegen den Spieler verhängen. Im Wiederholungsfall den Zeitnehmer seiner Funktion entheben.


Problem: Zeitnehmer oder Sekretär begleiten das Spiel oder Schiedsrichter-Entscheidungen mit Kommentaren/Gesten.

Lösung: Ermahnung von Zeitnehmer/Sekretär dahin, dass er/sie als Gehilfen der Schiedsrichter ihre Funktion ohne Emotionen und Kommentare zu erfüllen haben. Im Wiederholungsfall Ablösung und Vermerk im Spielprotokoll.


Problem: Verhängung eines Frei- oder 7-m-Wurfs kurz vor der Halbzeitpause oder vor Spielschluss.

Lösung: Die Uhr läuft weiter und die Spielzeit endet pünktlich – ungeachtet des noch ausstehenden Wurfs. Das heißt: Die Automatik der Zeitmessanlage darf nicht abgestellt werden. Sollte keine Automatik vorhanden sein, pfeift der Zeitnehmer ‘auf die Sekunde genau’ ab, auch wenn der Werfer gerade zum Wurf ausgeholt hat oder der Ball in der Luft ist. 

Ist das Spiel beendet worden (durch Automatik oder Zeitnehmer), während das unmittelbare Ergebnis des Wurfs noch nicht abzusehen war (Regel 2:4), so muss der Feldschiedsrichter

  • das Spiel zur Wiederholung dieses Wurfs nach regelgerechter Aufstellung aller Spieler nochmals anpfeifen und
  • das unmittelbare Ergebnis dieses von ihm angepfiffenen Wurfs abwarten, bevor das (endgültige) Schlusssignal von einem der Schiedsrichter gegeben werden darf.

‘Unmittelbares Ergebnis’ heißt:

  • Torerfolg oder
  • Wurf neben oder über das Tor oder
  • endgültige Abwehr durch den gegnerischen Block (beim Freiwurf) oder Torwart
  • Fehler des Werfers bei der Ausführung nach dem Anpfiff führen nicht mehr zu einem Freiwurf für die andere Mannschaft (bei wurfbeeinflussenden Fehlern der Gegenspieler: Wiederholung!)  

Anmerkungen: Berührt der Torwart den Ball bzw. lenkt er ihn ab, so ist das endgültige Ergebnis dieses Eingreifens noch abzuwarten (Tor oder nicht!). Berühren bzw. Ablenken des Balls ist noch kein unmittelbares Resultat des Wurfs (der Ball könnte ja z. B. noch vom Pfosten ins Tor prallen). Erst wenn das nicht der Fall ist, beenden die Schiedsrichter das Spiel (2:4).


Problem: Zu späte Beendigung der 1. Halbzeit (2:7, 3. Absatz)

Lösung: Die Spielzeit der 2. Halbzeit wird um die zuviel gespielte Zeit der 1. Halbzeit gekürzt. Sekretär/Zeitnehmer sowie Offizielle informieren!


Problem: Zu späte Beendigung der 2. Halbzeit (2:7 Abs. 3, letzter Satz)

Lösung: Unbedingt Vermerk des Vorfalls im Spielprotokoll, wenn möglich mit exakter Angabe zu der zu lange gespielten Zeit. Ggf. Hinweise auf besondere Ereignisse unmittelbar vor dem verspäteten Schlusssignal geben (Torerfolg, progressive Bestrafungen etc.). 

Niemals Korrekturen am Spielergebnis machen! 

An der Spielzeit einer eventuell erforderlichen Verlängerung darf keine Korrektur vorgenommen werden.


Problem: Schiedsrichter und Zeitnehmer sind uneins über die bereits absolvierte Spielzeit.

Anmerkungen: Grundsätzlich stellen die Schiedsrichter die letzte Instanz für Entscheidungen über die Spielzeit dar; das setzt eine mitlaufende Stoppuhr voraus (abweichend von den Regelungen bei IHF-/Kontinentveranstaltungen, in denen die Delegierten die Verantwortung für die Spielzeit übernehmen).   

Durch sofortiges Vergleichen der Uhren bei Abpfiff des Zeitnehmers muss auf jeden Fall das eventuelle vorzeitige Verlassen der Spielfläche durch Spieler verhindert werden. Im Übrigen ist der Zeitnehmer verpflichtet, die Stoppuhr bei seinem Schlusssignal anzuhalten. Spieler und Offizielle werden angewiesen, bis zur Klärung von Zweifeln an der Rechtzeitigkeit des Abpfiffs die Spielfläche nicht zu verlassen.


Problem: Nach einer Regelwidrigkeit ertönt das Halbzeit- oder Schlusssignal gleichzeitig mit oder vor dem Pfiff des Schiedsrichters.

Lösung: Die Regelwidrigkeit wird geahndet, da sie eindeutig noch innerhalb der regulären Spielzeit erfolgte (2:4 Abs. 1). Nach dem noch auszuführenden Frei- oder 7-m-Wurf, dessen Wirkung noch abzuwarten ist, beenden die Schiedsrichter (nicht der Zeitnehmer) das Spiel.


Problem: Kritik des Delegierten an Zeitnehmer/Sekretär. Begründeter Verdacht auf absichtliche Falschentscheidung (z. B. in Bezug auf die noch verbleibende Spielzeit/das Ablaufen einer Hinausstellungszeit oder von Wechselfehlern).

Lösung: Vermerk im Spielprotokoll. Die Gründe und der Zeitpunkt der Ablösung sind darzulegen.