Zeitnehmer und Sekretär – wichtige Helfer der Schiedsrichter bei der Spielleitung
Zeitnehmer und Sekretär wirken meist nur im Hintergrund. Sie übernehmen aber bei der Spielleitung durchaus Mitverantwortung, indem sie die Schiedsrichter unterstützen. Konzentration und sehr gute Regelkenntnisse sind dabei besonders gefragt.
Inhalt
- Anforderungen an Zeitnehmer und Sekretär
- Der offizielle Regeltext
- Aufgaben des Zeitnehmers
- Aufgaben des Sekretärs
- Gemeinsame Aufgaben
- Erweiterte Befugnisse eines zusätzlichen Offiziellen/Delegierten
- Aufgaben vor dem Spiel
- Unmittelbar vor Spielbeginn
- Aufgaben während des Spiels
- Wann unterbricht der Zeitnehmer das Spiel?
- Aufgaben bei einem Team-Time-out
- Aufgaben in der Halbzeitpause
- Aufgaben nach dem Spiel
Anforderungen an Zeitnehmer und Sekretär
Grundsätzlich unterstützen ein Zeitnehmer und ein Sekretär die Schiedsrichter in ihrer Spielleitung (18:1). Auch wenn sie vorrangig nur überwachende bzw. kontrollierende Funktion haben, müssen sie bezüglich der Regeln immer auf dem neuesten Stand sein und auch Spielverständnis haben. Dies ergibt sich schon allein aus der Aufgabe, das Spiel eigenverantwortlich durch einen Pfiff zu unterbrechen – z. B. wenn sie einen Wechselfehler beobachtet haben.
Natürlich müssen sich Zeitnehmer und Sekretär neutral verhalten. Wird dagegen verstoßen, können die Schiedsrichter einen Zeitnehmer/Sekretär durchaus von seinen Aufgaben entbinden. In diesem Fall übernimmt eine Person die Aufgaben von Zeitnehmer und Sekretär in Personalunion. In bestimmten Fällen – dies trifft meist in unterklassigen Spielen zu – können die Schiedsrichter diese Aufgabe auch mit übernehmen.
Besonderheiten bei IHF-und Kontinentveranstaltungen
Bei Weltmeisterschaften, Olympischen Spielen und Kontinentmeisterschaften überwachen zusätzlich zwei Delegierte die Aufgaben des in der Regel vom Ausrichter berufenen Zeitnehmers bzw. Sekretärs (siehe Bild). Sie zeichnen im Spielprotokoll dafür verantwortlich. Hinzu kommt der IHF-Offizielle, der die Gesamtverantwortung für den Spielablauf trägt.
Anmerkung:
Zusätzliche Offizielle bzw. Delegierte werden vor allem bei internationalen Spielen bzw. Kontinentmeisterschaften oder Spielen der höchsten Spielklasse eines nationalen Verbandes eingesetzt. Aber auch auf niedrigerer Ebene können auf Veranlassung der spielleitenden Stelle zusätzlich Delegierte eingesetzt werden, wenn besondere Umstände (z. B. Entscheidungsspiel um Meisterschaft/Abstieg, Zuschauerausschreitungen im vorangegangenen Spiel) Veranlassung dazu geben. Die Befugnisse dieser Delegierten regeln die jeweiligen Durchführungsbestimmungen.
Der offizielle Regeltext
Aufgaben des Zeitnehmers
Die Hauptverantwortung für die Spielzeit, das Time-out und die Strafzeit hinausgestellter Spieler sowie die Wiedereintrittszeit nach Reduzierung einer Mannschaft hat grundsätzlich der Zeitnehmer (18:1). Er bedient in der Regel dazu eine Zeitmessanlage mit automatischem Schlusssignal. Ist diese nicht vorhanden, muss er eine Tischstoppuhr verwenden, die ohnehin als Reserveuhr vorhanden sein muss (2:3 Komm., 18:2).
Auch Hinausstellungen werden in der Regel über die offizielle Zeitmessanlage angezeigt. Bei IHF-Spielen muss dies mindestens für drei Hinausstellungen pro Mannschaft möglich sein.
Ist eine solche Anlage nicht vorhanden, müssen die Wiedereintrittszeit und die Spielernummer auf entsprechenden Zetteln (Info 1) notiert und für alle sichtbar auf dem Zeitnehmertisch aufgestellt werden. Solche ‘Aufsteller’ gehören ebenfalls zur Ausrüstung des Zeitnehmertischs.
Eine Anzeige der Hinausstellungen auf der Zeitmessanlage und gleichzeitig auf dem Zeitnehmertisch ist nicht zulässig.
Aufgaben des Sekretärs
Der Sekretär hat die Hauptverantwortung für Spielerlisten, das Spielprotokoll, das Eintreten von Spielern, die nach Spielbeginn ankommen, und das Eintreten von nicht teilnahmeberechtigten Spielern.
Gemeinsame Aufgaben
Beide zusammen kontrollieren die ordnungsgemäße Besetzung der Auswechselbänke. Darüber hinaus überwachen sie die Auswechselvorgänge. Bei Wechselfehlern hat der Zeitnehmer sofort – ohne Berücksichtigung einer eventuell bestehenden Vorteilssituation – zu pfeifen und die Spielzeit anzuhalten.
Die Beobachtung der Auswechselvorgänge und Auswechselbänke wird in der Regel zwischen Zeitnehmer und Sekretär aufgeteilt: Jeder übernimmt die Mannschaft auf seiner Seite. Muss ein Spieler nach einer Behandlung auf der Spielfläche für drei Angriffe pausieren, wird von Zeitnehmer oder Sekretär (analog der Karte für das Team-Time-out) eine weiße Karte aufgestellt, auf der die Rückennummer des entsprechenden Spielers vermerkt wird (siehe auch Erläuterung 8b).
Erweiterte Befugnisse eines zusätzlichen Offiziellen/Delegierten
Sofern Delegierte angesetzt sind, sind diese nicht nur für den reibungslosen Ablauf des Spiels selbst zuständig. Sie überwachen auch in Zusammenarbeit mit Zeitnehmer und Sekretär die Einhaltung des Auswechselraumreglements auf beiden Seiten.
Bei Vergehen von Offiziellen oder Spielern im Auswechselbereich dürfen sie – falls die Schiedsrichter diese Situation nicht wahrgenommen haben – das Spiel aufgrund eigener Tatsachenfeststellung (17:11) unterbrechen, die Schiedsrichter zum Zeitnehmertisch rufen und sie anweisen, eine Strafe auszusprechen. In diesem Fall wird das Spiel mit Freiwurf, bei klarer Torgelegenheit mit 7-m-Wurf für die andere Mannschaft fortgesetzt.
Zuständigkeiten
Der Verantwortungsbereich von Zeitnehmer und Sekretär ist durch das Regelwerk begrenzt: Kommen z. B. Zweifel an der Richtigkeit der Zeitmessung oder des Spielstandes auf, entscheiden letztlich immer die Schiedsrichter (17:8, 17:9).
Nur bei bestimmten Spielen bzw. Wettbewerben sind die Schiedsrichter der Verantwortung für die Spielzeit und für das Notieren von Strafen/Toren enthoben. Das übernehmen die Technischen Delegierten.
Aufgaben vor dem Spiel
Vor dem Spiel fallen besonders dem Sekretär umfangreiche Aufgaben zu:
- Vorbereiten der Hardware (Laptop)
- Laden des Spiels
- Eintragung aller teilnahmeberechtigten Spieler und Offiziellen gemäß Spielerliste in das jeweilige Programm (nicht bei internationalen Spielen).
Bei bestimmten Spielen und Wettbewerben ist die Teilnahmeberechtigung in der Technischen Sitzung vor Turnierbeginn bereits festgestellt worden. Hier muss der Sekretär anhand der offiziellen Spielerliste die Richtigkeit des Spielprotokolls überprüfen. Es dürfen bis zu 16 Spieler auf dem Spielprotokoll stehen.
Hinweis: Spieler, die nicht im jeweiligen System hinterlegt sind/geladen werden können, müssen manuell eingetragen werden.
Spieler, die nicht anwesend sind, sind zunächst nicht teilnahmeberechtigt und aus dem Spielprotokoll zu streichen. Bis zum Spielbeginn oder während der Spielzeit eintreffende Spieler erhalten nach Eintrag im Spielprotokoll vom Sekretär die Teilnahmeberechtigung. Unterschrift (Eingabe der Pin) des Mannschaftsverantwortlichen/eines Offiziellen. - Ausdruck des Spielberichts/Presseberichte (hängt von den jeweiligen Durchführungsbestimmungen ab)
- Ausgabe der Grünen Karten für die Beantragung des Team-Time-outs (siehe Info 3) sofern keine Buzzer genutzt werden.
- Eigene Vorbereitung (siehe Info 4).
Hinweis:
Diese Aufgabenerledigung kann in den nationalen Verbänden insbesondere in unteren Klassen unterschiedlich gehandhabt werden.
Der Zeitnehmer überprüft die offizielle Spielzeituhr, die Möglichkeit des Anzeigens von Hinausstellungen, die Reserveuhren und die Funktion des automatischen Schlusssignals.
Unmittelbar vor Spielbeginn
Kurz vor Spielbeginn sollten Zeitnehmer/Sekretär noch einmal einen letzten Check vornehmen und die ordnungsgemäße Besetzung der Auswechselbänke überprüfen (siehe Bildergalerie oben). Selbst bei höherklassigen Spielen kann es vorkommen, dass z. B. ein zweiter Physiotherapeut als fünfter Offizieller noch im Auswechselbereich tätig ist.
Ein Tipp: Werden die Spieler/Offiziellen von einem Hallensprecher vorgestellt, sollten die Spielernummern noch einmal mit dem Spielprotokoll abgeglichen werden, damit nur teilnahmeberechtigte Spieler im Auswechselbereich und auf dem Spielfeld erscheinen.
Im Bereich des Zeitnehmertisches sollten auf jeden Fall mehrere von den Schiedsrichtern bestimmte Reservebälle deponiert werden (mindestens einer).
Beim Anpfiff muss der Zeitnehmer auf jeden Fall eine separate zweite Uhr starten, damit er bei Problemen mit der offiziellen Zeitmessanlage immer die korrekte Spielzeit parat hat.
Aufgaben während des Spiels
Neben der Überwachung der Wechselvorgänge ist die Überwachung von Hinausstellungen eine zentrale Aufgabe:
- Der Sekretär sollte von den Schiedsrichtern angezeigte Verwarnungen, Hinausstellungen oder Disqualifikationen durch Hochhalten entsprechender Karten oder Handzeichen immer bestätigen.
- Die Hinausstellungszeit eines Spielers beginnt mit dem Wiederanpfiff des Feldschiedsrichters, wobei erst angepfiffen werden darf, wenn der betreffende Spieler die Seitenlinie überschritten hat und die Hinausstellungszeit auf der Zeitmessanlage erscheint.
- Der Zeitnehmer notiert bei Hinausstellungen die Wiedereintrittszeit. Sie ergibt sich durch Addition von zwei Minuten zu der Zeit des Wiederanpfiffs (siehe Info 5).
- Time-out-Zeiten zählen auch für Strafzeiten als Time-out.
Die Mannschaften ergänzen sich grundsätzlich in eigener Verantwortung. Das Eintreten wird von Zeitnehmer/Sekretär lediglich kontrolliert. Sie selbst sollten keine Spieler nach Ablauf von deren Hinausstellungszeit wieder auf das Spielfeld schicken.
Hinweis:
Wechselt ein noch nicht spielberechtigter Spieler (Strafzeit noch nicht abgelaufen) auf Veranlassung des Zeitnehmers/Sekretärs oder fehlerhafter Anzeige zu früh ein, muss er nach Spielzeitunterbrechung die restliche Strafzeit absitzen. Allerdings wird gegen den Spieler keine weitere Strafe verhängt.
Wann unterbricht der Zeitnehmer das Spiel?
Ein Pfiff des Zeitnehmers bzw. ein akustisches Signal der automatischen Zeitmessanlage unterbricht – ungeachtet seiner Berechtigung – das Spiel auf jeden Fall. Wie Info 7 (siehe unten) zeigt, müssen grundsätzlich zwei Situationen unterschieden werden:
- Die sofortige Spielzeitunterbrechung bei Wechselfehlern unabhängig von der jeweiligen Spielsituation. Ob dabei eine klare Torgelegenheit der nicht fehlbaren Mannschaft vereitelt wird, ist ohne Belang. Der Zeitnehmer muss sofort pfeifen und den fehlbaren Spieler benennen. Wenn die nicht ballbesitzende Mannschaft einen Wechselfehler begeht und durch diese Unterbrechung eine klare Torgelegenheit vereitelt wird, muss auf 7-m-Wurf entschieden werden. Weitere Informationen v. a. zur Spielfortsetzung nach Wechselfehlern (siehe auch "Der Spielerwechsel").
Gleiches gilt auch bei Eintreten eines nicht teilnahmeberechtigten Spielers. ‘Verkürzt’ ein hinausgestellter Spieler seine Hinausstellungszeit, muss der Zeitnehmer ebenfalls sofort pfeifen (der Spieler erhält dann eine weitere Hinausstellung!). Natürlich ist das (automatische) Schlusssignal bei Ende der 1. und 2. Halbzeit ebenfalls eine sofortige Spielzeitunterbrechung.
Wichtig: Der Zeitnehmer muss – ohne Bestätigung/Handzeichen der Schiedsrichter – die offizielle Spielzeituhr sofort anhalten. - Ggf. aufschiebbare Unterbrechungen
In den folgenden Situationen sollte der Zeitnehmer das Spiel unter Berücksichtigung der Vorteilsgewährung nicht unverzü glich unterbrechen:
- Irritationen über Schiedsrichterentscheidungen (Unklarheiten hinsichtlich eines verwarnten fehlbaren Spielers, Anerkennung eines Torerfolgs usw.)
- Unklarheiten über die Mitwirkung eines nicht teilnahmeberechtigten Spielers
- Bei unsportlichem/grob unsportlichem Verhalten von Spielern/Offiziellen im Auswechselbereich (z. B. Beleidigungen).
Hinweis:
Bei Vergehen gegen Zeitnehmer/Sekretär, die die Schiedsrichter nicht selbst beobachten, kann nur eine Meldung im Spielprotokoll erfolgen. Eine Strafe ist in diesem Fall nicht möglich, sicher aber eine Ermahnung.
Nur bei Anwesenheit eines zusätzlichen Delegierten mit erweiterten Befugnissen darf eine Strafe ausgesprochen werden, wenn der Delegierte selbst das Fehlverhalten festgestellt hat (17:11).
Aufgaben bei einem Team-Time-out
Mit dem Pfiff des Zeitnehmers für ein Team-Time-out wird die Spielzeit sofort – ohne vorherige Bestätigung der Schiedsrichter – angehalten. Vor der Unterbrechung müssen Zeitnehmer/Sekretär aber einige Besonderheiten beachten:
- Der Zeitnehmer darf das Spiel erst unterbrechen, wenn die Grüne Karte von einem Mannschaftsoffiziellen eindeutig auf den Zeitnehmertisch gelegt wurde.
Hinweis: Solange sich die Karte noch in der Hand des Mannschaftsverantwortlichen befindet, er sie aber nicht hinlegt (siehe Info 11 unten), gilt das Team-Time-out nicht als beantragt. Ein Tipp für Zeitnehmer/Sekretär: Klarer und eindeutiger ist es, wenn die Grüne Karte vom Mannschaftsverantwortlichen übergeben und nicht auf den Tisch gelegt wird! - Natürlich darf der Mannschaftsoffizielle den Zeitpunkt der Beantragung unter Beachtung der Erl. 3 selbst bestimmen. Er kann z. B. noch eine erfolgversprechende Chance oder einfach einen günstigen Moment für die Unterbrechung bzw. einen vorteilhaften Ort für die Spielfortsetzung nach dem Team-Time-out abwarten, sofern er sich dabei außerhalb der coachingfreien Zone aufhält.
- Der Zeitnehmer – oder ggf. der Sekretär, der auf der anderen Seite eine Grüne Karte entgegennehmen will – muss sich vor dem Pfiff zur Spielzeitunterbrechung davon überzeugen, ob die regeltechnischen Voraussetzungen für die Beantragung des Team-Time-outs vorliegen.
- Sollte der Zeitnehmer das Spiel zu einem Zeitpunkt unterbrechen, zu dem die Voraussetzungen für ein Team-Time-out nicht (mehr) vorliegen, erkundigt sich der Feldschiedsrichter zwar nach dem Grund für den Pfiff, lässt das Spiel dann jedoch baldmöglichst fortsetzen (wie bei anderen fehlerhaften Pfiffen des Zeitnehmers).
Der Ablauf eines Team-Time-outs mit den Aufgaben für Zeitnehmer/Sekretär wird in Info 12 dargestellt.
Aufgaben in der Halbzeitpause
Die 1. Halbzeit endet (wie auch die 2.) mit dem automatischen Schlusssignal der Zeitmessanlage oder (bei Störung) mit dem Pfiff des Zeitnehmers. Beendet dieses Signal das Spiel vor der Ausführung eines technischen Wurfs (z. B. Freiwurf oder 7-m-Wurf), ist dies kein Fehler. Dieser Wurf muss nach dem automatischen Schlusssignal nach Anpfiff des Schiedsrichters ausgeführt und sein Ergebnis abgewartet werden (ein Nachwurf ist nicht gestattet). Der Abpfiff erfolgt anschließend durch die Schiedsrichter, nicht mehr durch den Zeitnehmer!
Ertönt das Schlusssignal, während der Ball sich noch
- nach einem Wurf aus dem laufenden Spielgeschehen in der Luft (nicht im Tor) befindet = kein Tor – Spielende
- nach einem Freiwurf oder 7-m-Wurf noch in der Luft befindet = Wiederholung des Wurfs nach Anpfiff, gleichgültig ob der Ball ins Tor gelangte oder nicht (2:4).
Weitere denkbare Problemsituationen und deren Lösung haben wir unten unter Probleme und Lösungen zusammengefasst.
Unmittelbar mit dem Schlusspfiff der 1. Halbzeit sollte der Zeitnehmer – zusätzlich zur offiziellen Zeitmessanlage – wieder eine separate Uhr zur Überwachung der Dauer der Halbzeitpause starten. Während der Halbzeitpause fallen für den Sekretär umfangreiche Aufgaben an:
- Überprüfung und Abgleich aller Spieldaten (Tore, Strafen) mit den Schiedsrichtern (Letzteres nicht bei IHF-Spielen).
- Übertragung von Halbzeitstand, Verwarnungen und Zeitpunkt der Team-Time-outs in das Spielprotokoll (nicht verpflichtend). (Anm.: erfolgt bei ESB automatisch).
- Einsammeln der Grünen Karten und erneute Ausgabe an die Mannschaftsverantwortlichen vor Beginn der 2. Halbzeit (siehe Info 13).
Zusammen mit den Schiedsrichtern überwacht der Zeitnehmer die Einhaltung der Halbzeitpause. Deutliche Verspätung trotz Aufforderung durch die Schiedsrichter kann als unsportliches Verhalten mit einer progressiven Bestrafung gegen den Mannschaftsverantwortlichen geahndet werden (siehe Info 14).
Aufgaben nach dem Spiel
Nach dem Spiel ist wieder der Sekretär besonders gefordert: Er gleicht zunächst wieder alle Spieldaten (Endergebnis, Strafen, 7-m-Würfe; siehe Bild) mit den Schiedsrichtern ab (nicht bei IHF-Spielen).
Ferner ist er dafür verantwortlich, dass sowohl Schiedsrichter als auch die Mannschaftsverantwortlichen bzw. die gesondert angesetzten Offiziellen/Delegierten das Spielprotokoll unterschreiben.
Zusätzliche Angaben im Spielprotokoll
Will eine Mannschaft einen Protest einlegen, muss sie dies bei nationalen Spielen vor der Unterschrift im Spielprotokoll ankündigen. Der Mannschaftsverantwortliche muss auch in diesem Fall das Spielprotokoll unterschreiben, auch wenn er die Ordnungsmäßigkeit des Spielverlaufs/Spielergebnisses anzweifelt. Er nimmt mit seiner Unterschrift lediglich den Inhalt des Spielberichts und des Einspruchs zur Kenntnis.
Bei IHF-/Kontinentveranstaltungen muss der Einspruch bis eine Stunde nach dem Spiel beim IHF-Offiziellen eingereicht werden. Natürlich können auch die Schiedsrichter Eintragungen vornehmen. Beispiele:
- unzulänglicher Ordnungsdienst
- Parteiischer Hallensprecher (hetzt die Zuschauer auf)
- Wettkampfstätte vor Spielbeginn in bestimmten Bereichen nicht regelkonform
- Grundsätzlich: Verletzungen von Spielern, wenn von der jeweiligen Mannschaft gewünscht
- Pflicht: Sachverhaltsschilderung für eine Disqualifikation mit schriftlichem Bericht wegen besonders grober Unsportlichkeit (Regel 8:10) oder einer Regelwidrigkeit, die mit Disqualifikation nach Regel 8:6 geahndet wird.
Wichtig:
Vor und nach dem Spiel alle im Spielprotokoll vorgesehenen Unterschriften der Mannschaftsverantwortlichen und Delegierten einholen!
Im Spielprotokoll der IHF sind zu vermerken:
- Halbzeit- und Endergebnis
- Verlängerungen und 7-m-Werfen
- Zuschauerzahl
- Anzahl der Tore pro Spieler
- 7-m-Würfe
- Tore durch 7-m-Würfe
- Verwarnungen und Hinausstellungen
- Reduzierung einer Mannschaft
- Disqualifikationen
- Anfangszeit der Team-Time-outs
- Wenn nötig: Schiedsrichteranmerkungen oder Einsprüche der Mannschaften