Der Torraum gehört zum Torwart – der Luftraum darüber allen
Regelgerechte und regelwidrige Aktionen mit und ohne Ball beim Betreten des Torraums durch Angriffs- und Abwehrspieler.
Inhalt
- Der offizielle Regeltext
- Wie darf ein Angreifer mit Ball den Torraum nutzen?
- Der Angreifer betritt den Torraum
- Ohne Ball darf ein Angreifer den Torraum durchaus betreten, es sei denn, er verschafft sich dadurch einen Vorteil!
- Sondersituation: vorgetäuschter Torraumpass (versuchter Kempa)!
- Betreten des Torraums durch Abwehrspieler
- Ein Abwehrspieler läuft durch den Torraum – scheinbar harmlos, oft aber mit großer Wirkung
- Das Blocken von Torwürfen im Torraum – ein klarer und unerlaubter Vorteil für die Abwehr
- Ball im Torraum – unterschiedliche Situationen
- Ball noch im Spiel!
- Ball in den eigenen Torraum spielen: Auf die Ballkontrolle kommt es an!
Der offizielle Regeltext
Wie darf ein Angreifer mit Ball den Torraum nutzen?
Grundsätzlich darf nur der Torwart den Torraum betreten (6:1).
Aus den Regeln 6:3a und 6:5, letzter Absatz, ergibt sich für Angreifer eine Reihe erlaubter Spielhandlungen über dem Torraum:
- Sprung in den Torraum mit Ball bei Absprung vor der Torraumlinie: Vor dem Bodenkontakt im Torraum muss der Ball die Hand des Werfers verlassen haben (Bildreihe 1).
- Ballannahme im Sprung über dem Torraum: Auch hier muss der Spieler vor der Torraumlinie abgesprungen sein und der Ball vor dem Bodenkontakt im Torraum wieder gespielt worden sein (Bildreihe 2).
Aus diesen Möglichkeiten (siehe Bildreihen) ergibt sich eine oft schwierige Beobachtungsaufgabe für die Schiedsrichter: Hatte der Ball die Hand des Werfers bereits verlassen, bevor dieser mit einem Körperteil (meist der Fuß) den Torraum berührte?
Der Angreifer betritt den Torraum
Die Torraumlinie ist integraler Bestandteil des Torraums (6:1, 1:4). Berührt ein Feldspieler sie mit irgendeinem Körperteil – und sei es nur mit der Fußspitze –, gilt dies bereits als Betreten des Torraums (6:1).
Jede Berührung des Torraums durch einen Angreifer mit Ball oder eine Berührung des Torraums durch den Angreifer ohne Ball mit der Absicht, sich einen Vorteil zu verschaffen, ist grundsätzlich mit Abwurf für die gegnerische Mannschaft (6:2a) zu ahnden. Die Bilder unten zeigen die gängigsten Spielsituationen zu dieser Thematik:
Unerlaubte Berührungen des Torraums mit und ohne Ball
Achtung!
Abwurf
Achtung!
Abwurf
Im Gegensatz zu Regel 6:3b verschafft sich hier der Angriffsspieler einen klaren Vorteil. Auch hier muss deshalb auf Abwurf gegen seine Mannschaft entschieden werden.
Das Erkennen sogenannter ‘abgestandener’ Torwürfe gehört zum Beobachtungsbereich des Torschiedsrichters. Wie in der Rubrik "Schiedsrichter, Sekretär und Zeitnehmer" beschrieben, muss dieser dabei aus seiner Grundposition an der Torauslinie einen Schritt rückwärts und/oder seitwärts gehen, wenn die Aktion auf seiner Seite erfolgt, um so die gesamte Wurfaktion (z. B. eines in den Torraum springenden Außenspielers) besser beobachten zu können.
‘Abgestandene’ Würfe entstehen oft dann, wenn Angriffsspieler die Wurfausführung möglichst lange verzögern und z. B. im Sprung Wurftäuschungen ausführen.
Tipp: ‘Abgestandene’ Würfe sind häufig am Bewegungsrhythmus des Werfers zu erkennen. Erst folgt die Landung, dann der (regelwidrige) Wurf. Diese unterschiedlichen Bewegungsphasen sind in der Beobachtung gut zu trennen, vorausgesetzt, der Schiedsrichter kann die gesamte Wurfaktion einwandfrei beobachten.
Regelwidriges Abspringen in den Torraum ohne Ball (siehe oben, das dritte Bild) zu erkennen, erfordert eine gute Aufgabenteilung zwischen Tor- und Feldschiedsrichter. Häufig wird dabei der Ball vom Außenspieler zu einem auf der ballfernen Seite in den Torraum abspringenden Rückraumspieler gespielt. Konzentrieren sich beide Schiedsrichter auf die Ballseite, ist ein regelwidriges Betreten des Torraums beim Absprung des Rückraumspielers kaum wahrzunehmen.
Ohne Ball darf ein Angreifer den Torraum durchaus betreten, es sei denn, er verschafft sich dadurch einen Vorteil!
Regel 6:3 beschreibt zwei Spielsituationen:
- Betreten des Torraums nach Spielen des Balls (6:3a)
Laufen beispielsweise mehrere Spieler mit vollem Tempo einen Gegenstoß, kann es durchaus vorkommen, dass ein Angriffsspieler nach einem Abspiel seinen Lauf nicht mehr rechtzeitig vor dem Torraum stoppen kann (Bildreihe 3). Dieses Betreten des Torraums bleibt straffrei, wenn der Angriffsspieler die Gegenspieler – und hier vor allem den Torwart! – nicht behindert oder irritiert und den Torraum auf dem kürzesten Weg sofort wieder verlässt.
Bildreihe 4 zeigt ein weiteres Beispiel im Positionsangriff einer Mannschaft. - Betreten des Torraums ohne Vorteil (6:3b)
Bildreihe 5 zeigt sehr gut, wann sich ein Angriffsspieler einen Vorteil verschafft. - Betreten des Torraums mit Vorteil (6:2a).
Agiert der Abwehrspieler wie in Bild 1 an der Torraumlinie in korrekter Grundposition, darf er vom Gegenspieler nicht einfach durch den Torraum hinterlaufen werden (Bilder 2 bis 4). Dies ist taktisch ein erheblicher Vorteil für den Angreifer und muss sofort geahndet werden. Für die richtige Beurteilung dieser Situation sind eine gute Teamarbeit und eine klare Aufgabenteilung der Schiedsrichter Grundvoraussetzung.
Sondersituation: vorgetäuschter Torraumpass (versuchter Kempa)!
Bildreihe 6 und Info 1 erläutern eine spezielle Regelauslegung für solche Situationen, in denen ein Angreifer ohne Ball in den Torraum springt, aber nicht angespielt wird (Betreten des Torraums mit Vorteil, 6:2a).
Betreten des Torraums durch Abwehrspieler
Das Betreten des Torraums kommt bei Abwehrspielern weitaus häufiger vor als bei Angreifern. Gerade bei Zweikämpfen in engen Räumen ist ein Berühren der Torraumlinie manchmal unvermeidlich, zumal die Angreifer in der Regel mit erheblicher Geschwindigkeit anrennen.
Bei solchen Aktionen am Torraum muss der Schiedsrichter darüber befinden, ob sich ein Abwehrspieler durch das Betreten des Torraums einen (taktischen) Vorteil verschafft hat (dann 6:2b). Vereitelt er dadurch gar eine klare Torgelegenheit, muss auf 7-m-Wurf (6:2c). entschieden werden. Bildreihe 7 (weiter unten) zeigt sehr gut, was mit „Verschaffen eines taktischen Vorteils durch Betreten des Torraums“ gemeint ist.
Eine nicht unerhebliche regeltechnische Ergänzung hat 6:2c erfahren, indem klargestellt wurde, dass mit „Betreten“ im Sinne dieser Regel das Berühren der Torraumlinie zu verstehen ist(Vorteilsgedanke!).
Häufig begründen die Schiedsrichter eine 7-m-Entscheidung mit dem Alibizeichen „Betreten des Torraums“, ohne dass der dafür erforderliche Vorteil des Abwehrspielers gegeben war. Auch rechtfertigt es regeltechnisch keine 7-m-Entscheidung, wenn der Abwehrspieler die Torraumlinie berührt, während der Angreifer sich eine klare Torgelegenheit gar nicht erarbeiten will (kein Vorteil des Abwehrspielers).
Die Nutzung des Torraums durch den Verteidiger muss einen Nachteil für die angreifende Mannschaft darstellen. Eine klare Torchance ist nach wie vor das wesentliche Entscheidungskriterium für 7-Meter. Der erste Körperkontakt zwischen Angreifer und Verteidiger muss erfolgen, wenn sich der Verteidiger im Torraum befindet oder sich selbst in den Torraum zurückzieht, ohne geschoben zu werden.
Betreten des Torraums (gemäß 6:2c)
Berührt!
Bei dieser Regelbestimmung ist jedoch immer auch zu beachten, auf welchem Weg der Abwehrspieler diese Position erreicht hat. Bei einem unmittelbar zuvor erfolgten Lauf durch den Torraum in seine Abwehrposition ist immer auf 7-m-Wurf zu entscheiden. Weitere Beispiele zu diesem besonderen Aspekt des Betretens des Torraums finden sich in den Bildreihen 7 bis 11.
Ein Abwehrspieler läuft durch den Torraum – scheinbar harmlos, oft aber mit großer Wirkung
Wird ein Außenspieler freigespielt und setzt er im Folgenden aus einem kurzen Anlauf zum Sprung in den Torraum an, kann sein Gegenspieler, der sich zuvor nach innen orientiert hatte, oft nicht mehr rechtzeitig eine frontale Grundposition erreichen, um den Durchbruch des Außenspielers regelgerecht zu verhindern (siehe Bildreihe 12): Außenabwehrspieler durchlaufen dann häufig scheinbar unbeteiligt den Torraum in Richtung Torauslinie (siehe Bilder 2 und 3). Diese harmlos anmutende Aktion verfolgt aber ein Ziel: Der anlaufende Außenspieler soll irritiert, seine Konzentration beim Wurf gestört werden. Solche unsportlichen Verhaltensweisen müssen konsequent geahndet werden!
Info 2 unten zeigt, wie ein Durchlaufen des Torraums während einer Wurfaktion leicht zu einer Gefährdung des Werfers führen kann.
Das Blocken von Torwürfen im Torraum – ein klarer und unerlaubter Vorteil für die Abwehr
In defensiven Abwehrformationen (6:0-, 5:1-Abwehr) versuchen speziell die Innenverteidiger, Torwürfe aus dem Rückraum nach einem Absprung aus dem Torraum heraus zu blocken. Beispiel: In Bildreihe 12 sinken die Abwehrspieler beim Sprungwurfansatz des Rückraumschützen in den Torraum zurück, um den Wurf von dort aus (günstigerer Winkel) zu blocken.
Dieses regelwidrige Betreten des Torraums birgt einen erheblichen taktischen Vorteil, da die Blockposition für die Abwehrspieler umso erfolgversprechender wird, je weiter sie diese in Richtung Tor verlagern können.
Hier müssen die Schiedsrichter differenzieren (siehe auch Info 3): Springen Abwehrspieler vor der Torraumlinie ab und rückwärts in den Torraum, um einen Ball zu blocken, ist dies gemäß Regel 6:5, Absatz 4, regelgerecht, wenn sie den Ball in der Luft (ohne jeglichen Bodenkontakt im Torraum) berühren.
Ball im Torraum – unterschiedliche Situationen
Die diversen Situationen, in denen ein Ball in den Torraum gelangen kann, werden mit ihren Konsequenzen für die Spielfortsetzung in den Regeln 6:4 bis 6:8 beschrieben.
Der besseren Übersichtlichkeit wegen haben wir diese Situationen tabellarisch zusammengefasst.
Ball im Torraum – unterschiedliche Situationen und Konsequenzen für die Spielleitung
Grundsätzlich sind dabei zwei Situationen zu unterscheiden:
Ball ist im Spiel und der Ball ist nicht im Spiel. Gemäß Regel 7 gilt der Ball ab dem Zeitpunkt der Ausführung eines formellen Wurfs als „im Spiel“, bis das Spiel durch einen Pfiff der Schiedsrichter, des Zeitnehmers oder des Delegierten unterbrochen wird oder die Schiedsrichter eine Entscheidung über Abwurf oder Einwurf treffen.
1. Der Ball ist im Spiel
Hier ist der Ball frei spielbar. Wer ihn spielen darf, ist davon abhängig, wo sich der Ball befindet.
- Rollt der Ball im Torraum, darf nur der Torwart ihn aufnehmen.
- Befindet sich der Ball über dem Torraum in der Luft, dürfen ihn Torwart, Mit- und Gegenspieler spielen. Mit- und Gegenspieler dürfen jedoch den Torraum dabei nicht berühren. Sie müssen versuchen, ihn von einer Position außerhalb des Torraums zu spielen, oder aber in den Torraum springen. Ebenso haben Mit- und Gegenspieler die Bestimmungen der Regeln 7:1 und 7:8 zu beachten.
2. Der Ball ist nicht m Spiel
Auch hier sind wiederum zwei Situationen zu unterscheiden:
- Der Ball bleibt im Torraum liegen (eher selten)
- Der Torwart hat den Ball unter Kontrolle gebracht.
Die Formulierung ‘Ball aus dem Spiel’ bedeutet, dass der Ball jetzt – außer vom Torwart – durch keinen anderen Spieler mehr berührt werden darf. Nur der Torwart darf ihn – immer mittels Abwurf – ins Spiel bringen.
Die Spielfortsetzung Abwurf müssen die Schiedsrichter mit klarer Zeichengebung (Handzeichen 8) signalisieren. Aus taktischer Sicht bestehen hier nämlich wesentliche Unterschiede:
Gelangt der Ball in den Torraum und ist er nicht mehr im Spiel, wechselt der Ballbesitz, d. h., die vorher angreifende Mannschaft muss zurück in die Abwehr, die vorher abwehrende muss auf Angriff umschalten!
Sollte im Spielverlauf der Torwart ausgewechselt werden, um einen siebten Feldspieler einzusetzen, sind folgende Situationen zu beachten:
- Sollte nach einem Wurfversuch durch die gegnerische Mannschaft auf das leere Tor (kein Torwart im Tor) der Ball im Torraum liegen bleiben oder über die Torauslinie gehen, ohne dass ein Mitspieler diesen vorher berührt hat, muss der Torwart wieder eingewechselt werden, um den Abwurf auszuführen (12:2).
Mannschaft in Unterzahl mit dem Torwart auf der Bank. Der Gegner kommt in Ballbesitz und wirft aufs leere Tor, allerdings neben das Tor. Die Schiedsrichter geben richtigerweise Time-out, da der Torwart den Abwurf ausführen muss.
Die Schiedsrichter entscheiden im Einzelfall, ob ein Time-out notwendig ist (z. B. bei Verzögerung bei Unterzahl). Will ein Feldspieler den Abwurf ausführen, müssen die Schiedsrichter den Wechsel eines Feldspielers mit einem Torwart veranlassen, was jedoch nicht zu einer progressiven Strafe führt. Dagegen darf nach Torerfolg ein Feldspieler den Torraum betreten, um den Ball aus dem Tor zum Anwurf herauszuholen.
Ist der Ball im Torraum, aber noch im Spiel, kann (noch) offen bzw. unklar sein, welche Mannschaft in Ballbesitz gelangt. Gegebenenfalls kann hier um einen freien Ball gekämpft werden.
Solche oft heiklen Situationen werden in Info 4 und 5 behandelt, s. weiter unten.
Regeltechnische Besonderheiten
Regeltechnische Besonderheiten sind bei Unterbrechungen durch
- Zeitnehmer, Delegierten (Team-Time-out, Wechselfehler etc.)
- Schiedsrichter wegen progressiver Bestrafung
zu beachten:
Zu 1.: „rollender Ball ist im Spiel“
Nach Wechselfehlern oder progressiver Bestrafung ist das Spiel mit Freiwurf für die nicht fehlbare Mannschaft fortzusetzen.
Zu 2.: „im Torraum liegender Ball oder unter Kontrolle des Torwarts“
Nach Wechselfehler oder progressiver Bestrafung ist das Spiel mit Abwurf fortzusetzen.
Zu 1., Fall 1: „Ball rollt im Torraum“
Team-Time-out kann hier nur der abwehrenden Mannschaft gewährt werden: Denn ein im Torraum rollender Ball kann nur vom Torwart regelgerecht gespielt werden; der unter Kontrolle gebrachte oder im Torraum liegende Ball befindet sich außerhalb des Spiels; das heißt: Faktisch besteht schon eine Wurfentscheidung (Abwurf).
Zu 1., Fall 2: „Ball über dem Torraum in der Luft“
Hier kann es sein, dass der angreifenden Mannschaft noch das Recht auf ein Team-Time-out zusteht, z. B. wenn sich der Ball nach einem Wurf noch in der Luft (über dem Torraum) befindet. Ebenso, wenn dieser Wurf vom Tor abprallte oder vom Torwart abgewehrt wurde und noch kein Abwehrspieler Ballkontrolle erlangt hat.
Ball noch im Spiel!
Das Bild links in Info 4 zeigt eine typische Situation: Der Ball springt nach einer Abwehraktion zurück in Richtung Spielfeld. Der Torwart versucht, ihn noch per Hechtsprung zu erreichen, der Angreifer nimmt den springenden Ball jedoch vor ihm an und wirft ihn in das leere Tor.
Beobachtungskriterium für die Schiedsrichter hinsichtlich der Anerkennung des Tors ist hier:
- Kein regelwidriges Berühren des Torraums?
- Keine Regelwidrigkeit (z. B. Wegstoßen, falsches Sperren mit den Armen vor der Ballaufnahme)?
Wie die Bilder in Info 4 sowie in Info 5 zeigen, versuchen Spieler jede Möglichkeit zu nutzen, um freie Bälle über dem Torraum zu spielen. Springt der Ball dabei nur sehr flach vom Boden ab, ist eine regelkonforme Ballannahme – d. h. ohne Bodenkontakt bei Ballbesitz – mit einem nachfolgenden Torwurf (siehe Info 4) nur noch sehr schwer auszuführen.
Häufig versuchen Spieler deshalb, den springenden Ball zu einem Mitspieler zu lenken, damit ihr Team so regelgerecht wieder in Ballbesitz gelangt (siehe Info 5). Auch dabei aber darf der Betreffende keinen Bodenkontakt im Torraum haben.
Ball in den eigenen Torraum spielen: Auf die Ballkontrolle kommt es an!
Dass ein Abwehrspieler den Ball bei voller Ballkontrolle zum eigenen Torwart in den Torraum spielt, kommt sicher eher selten vor. Häufiger ist dagegen, dass Abwehrspieler z. B. beim Abfangen eines Passes (siehe Bildreihe 13) oder beim Blocken eines Torwurfs den Ball als letzter Feldspieler berühren, bevor er die Torraumlinie überquert.
Die Schiedsrichter müssen nun beurteilen: Spielte der Abwehrspieler den Ball kontrolliert zurück in den eigenen Torraum oder handelte es sich um die unbeabsichtigte Folge einer Ballberührung während einer Abwehraktion?
Die Unterscheidung zwischen Regel 6:6 und 6:7 konzentriert sich auf die Frage, ob der Mitspieler des Torwarts die Ballkontrolle hatte oder nicht. Wie Info 6 zeigt, entscheidet über die Spielfortsetzung nur ein kleiner Unterschied:
- Ballberührungen des Abwehrspielers z. B. beim Blocken von Torwürfen – oder, wie in Bildreihe 14, im Kampf um den Ball – haben dann keine Konsequenzen, wenn niemand Ballkontrolle (Ball gefasst) hatte und der Ball anschließend in den Torraum gelangte (Spielfortsetzung je nach Situation, siehe Info 6).
- Spielt ein Spieler, der den Ball kontrolliert, diesen zurück in den eigenen Torraum und berührt der Torwart ihn, muss auf Freiwurf für die gegnerische Mannschaft entschieden werden (weitere Spielfortsetzungen siehe Info 6).
- Wenn ein Spieler den Ball bewusst in Richtung eigener Torraum lenkt/führt (das ist als Ballkontrolle zu bewerten), ist ebenfalls auf Freiwurf zu entscheiden, wenn der Torwart den Ball anschließend berührte.