3:3-Abwehr

Defensive Abwehrformationen erfordern andere Beobachtungsschwerpunkte und Aufgabenteilungen zwischen den Schiedsrichtern als offensive. Hier erläutern wir die 3:3-Abwehr und deren spezifische Problembereiche.

Flexibles Stellungsspiel notwendig!

Info 1: Offensive 3:3-Abwehr

Beide Bilder zeigen die drei offensiven Verteidiger einer 3:3-Abwehr. Die drei übrigen, defensiver in der Nahwurfzone agierenden Abwehrspieler sind nicht zu sehen. Wie zu erkennen, können Angreifer je nach offensiver Grundausrichtung der Abwehrformation schon im Bereich der Mittellinie attackiert werden.

Extrem offensive Abwehrformationen verlangen vor allem vom Feldschiedsrichter ein flexibles Stellungsspiel. Wie die Bilder in Info 1 zeigen, kann eine 3:3-Abwehr extrem offensiv gespielt werden, sodass die Übergänge zur Manndeckung fast fließend sind. Dann ist die Grundposition des Feldschiedsrichters im zweiten Bild der Info 1 nicht optimal: Er müsste sich mehr in Richtung Seitenlinie orientieren und vor allem darauf achten, dass sein Blick zum Ballort nicht durch einen in der Spielfeldtiefe agierenden Spieler gestört wird. Wie das Bild auch zeigt, werden Angriffsspieler mit Ball sehr früh attackiert bzw. wird versucht, Querpässe abzufangen. Die Schiedsrichter müssen sich darauf einstellen, dass bei derart offensiven Abwehrformationen die angreifende Mannschaft die sonst übliche Aufbauphase mit vorbereitenden Pässen von Position zu Position nicht bestreiten kann: Zweikämpfe beginnen dann schon früh im Mittelfeld. 

Bildreihe 1: Spiel ohne Ball gegen eine offensive 3:3-Abwehr

Übergänge ohne Ball in Richtung Nahwurfzone wie in Bildreihe 1 sind ein häufig gewähltes Angriffsmittel, um Fehler in der Abwehr zu provozieren. Hier ist eine konsequente Aufgabenteilung zwischen den Schiedsrichtern wieder zwingende Voraussetzung für eine optimale Spielleitung! 

Auf dem zweiten Bild der Bildreihe 1 ist gut zu erkennen, dass der Feldschiedsrichter das Spielgeschehen mit und ohne Ball in der Tiefe aus eher seitlicher Grundposition beobachtet, während der Torschiedsrichter die Spielerpaare in der Nahwurfzone im Blick haben muss. Wenn der Angriff das Spielgeschehen wie in Bild 2 gezielt in Richtung Tor verlagert, muss der Feldschiedsrichter seine Grundposition entsprechend anpassen.