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"Wir wissen, was kommt ..."
«Mein Partner und ich haben jahrelang mit Herzblut in der dritten Liga gepfiffen und konnten uns so als 'Routiniers an der Pfeife' bezeichnen. Einmal sind wir für ein Pokalspiel angesetzt worden, dessen Ausgang auf dem Papier schon festzustehen schien. So sind wir dann auch dort angetreten: "Mit unserer Routine kriegen wir das schon über die Bühne. Keine große Sache. Das machen wir grad so nebenbei. Ist ja nur eine Frage der Höhe."
Während des gesamten Spiels haben wir uns gewohnt wacker geschlagen. Unangenehm wurde es erst zum Schluss: Das Spiel ging nämlich unentschieden aus und dadurch standen wir auf dem Schlauch, denn wir waren uns so spontan alles andere als sicher, wie es nun weitergehen musste. "Wie war das denn jetzt nochmal: Eine Verlängerung und wenn ja, wie lang? Endet die erste Verlängerung unentschieden, kommt dann eine zweite? Oder vielleicht direkt 7-Meter-Werfen ohne Verlängerung?" Kurzer Hand entschlossen wir uns, eine kurze Pause einzuberufen, in der wir 'vor der Halle nur mal kurz Luft schnappen' gingen, um dann schnell unseren Schiedsrichterwart anzurufen. Danach wussten wir zwar, wie es weitergehen musste: Es gab zuerst eine Verlängerung und – sollte das Spiel dann noch immer nicht entschieden sein– würde ein 7-Meter-Werfen über Sieg und Niederlage entscheiden. Gleichzeitig erhielten wir aber auch eine 'freundliche' Einladung zum Kaffeetrinken beim Schiedsrichterwart: "Wenn das Spiel zu Ende ist, kommt ihr auf eurem Rückweg noch einmal auf einen Kaffee bei mir vorbei. Ich glaube, wir müssen uns mal ernsthaft unterhalten ...".
Einen wohlverdienten Rüffel haben wir uns damals sicherlich eingefangen. Gelernt haben wir daraus, dass in unserer schönen Sportart alles möglich ist, und dass auch große Routine eine gute Vorbereitung auf jedes Spiel nicht ersetzt. Man kann nie wissen, was passiert und sollte unvoreingenommen an die Arbeit gehen.»