Wenn für den Zeitnehmer der Ballbesitz nicht eindeutig geklärt ist, darf kein Team-Time-out gewährt (das Spiel durch Pfiff unterbrochen) werden. (Foto: imago/Deutzmann)
Wer ist in Ballbesitz?
Voraussetzungen für ein Team-Time-out
Ein Team-Time-out kann demnach nur die Mannschaft beantragen, die sich in Ballbesitz befindet. Entsprechend der Vorschrift gemäß IHF-Erl. 2 Abs. Satz 2 kann es nur dann gewährt werden, wenn die beantragende Mannschaft den Ballbesitz nicht verliert, bevor der Zeitnehmer pfeifen kann.
Der Vollständigkeit halber ist auch die Bestimmung in Absatz 4, Satz 1 der zitierten IHF-Erläuterung zu beachten. Zur Durchführung des Team-Time-outs kann es erst kommen, wenn die Schiedsrichter es bestätigen.
Für die Nichtgewährung eines Team-Time-outs gibt es ebenfalls regeltechnische Gründe, wie z. B. die Beantragung eines zweiten TTo innerhalb der letzten fünf Minuten des Spiels oder auch eine vor dem Pfiff des Zeitnehmers getroffene oder zu treffende Entscheidung für die gegnerische Mannschaft.
In welchen Fällen ist eine Mannschaft in Ballbesitz?
- Grundsätzlich befindet sich eine Mannschaft in Ballbesitz, wenn einer ihrer Spieler den Ball unter Kontrolle hat. Hier ist das Halten eines Balls mit beiden oder einer Hand ebenso gemeint wie ein kontrolliertes Prellen des Balls.
- Für den Fall, dass bei einer Spielunterbrechung keine Mannschaft in Ballbesitz ist, bestimmt Regel 13:4b, dass die Mannschaft erneut Ballbesitz erhält, die zuletzt in Ballbesitz gewesen ist.
- Ebenso befindet sich eine Mannschaft in Ballbesitz, der ein formaler Wurf (Anwurf, Abwurf, Einwurf, Freiwurf, 7-m-Wurf) zugesprochen wurde oder zuzusprechen ist (z. B. der Ball hat soeben die Seitenlinie vollständig überquert).
- Gemäß Regel 6:5 Abs. 1 Satz 1 ist die Mannschaft des Torwarts, in dessen Torraum der Ball rollt, in Ballbesitz (Ball bleibt regeltechnisch im Spiel).
- Gemäß Regel 6:5 Abs. 2 Satz 1 ist die Mannschaft des Torwarts ebenso in Ballbesitz, wenn der Ball im Torraum liegenbleibt (Ball ist regeltechnisch aus dem Spiel).
- Ein im Torraum springender Ball bleibt gemäß Regel 13:4b im Besitz derjenigen Mannschaft, die zuletzt in Ballbesitz gewesen ist.
Außerdem ist zu beachten, dass das bloße Abwehren eines Balls durch einen gegnerischen Feldspieler oder Torwart nicht zum Ballbesitz für die abwehrende Mannschaft führt.
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