Wechsel des Werfers bei Wiederholung eines 7-Meter-Wurfs
Situation
Bei Spielzeit 59:58 und Spielstand 23:22 erhält die Mannschaft SCHWARZ einen 7-Meter-Wurf zugesprochen. Die Schiedsrichter unterbrechen das Spiel mit einem Time-out. Nach Wiederanpfiff führt Spieler SCHWARZ 10 den Wurf erst aus, nachdem das Schlusssignal ertönt ist. Der Torwart der Mannschaft WEISS hält den Ball. Die Schiedsrichter ordnen eine Wiederholung des 7-Meter-Wurfs an.
Bevor der Wurf wiederholt wird, tauscht die Mannschaft SCHWARZ den Werfer aus. Der neue Werfer, SCHWARZ 8, verwandelt den 7-Meter-Wurf, sodass das Spiel 23:23 endet.
Der Mannschaftsverantwortliche von WEISS kündigt einen Einspruch an, da er der Meinung ist, ein Wechsel des Werfers sei nicht zulässig.
Fragestellung
Darf bei einer Wiederholung eines 7-Meter-Wurfs ein anderer Spieler den Wurf ausführen?
Antwort
Gemäß Regel 2:4 Absatz 2 der IHF-Regeln gilt:
„Ertönt das Schlusssignal, wenn ein Frei- oder 7-Meter-Wurf noch auszuführen ist oder der Ball sich nach einem solchen Wurf noch in der Luft befindet, ist dieser Wurf zu wiederholen.“
Das bedeutet zunächst, dass die Wiederholung des 7-Meter-Wurfs regelgerecht war.
War auch der Wechsel des Schützen regelkonform?
Sowohl in Regel 2:4 als auch in den Regeln 14:8 und 14:9 wird unter bestimmten Voraussetzungen von einer Wiederholung des Wurfs gesprochen. Das Regelwerk spricht in mehreren Fällen ausdrücklich von einer „Wiederholung des Wurfs“, ohne festzulegen, dass derselbe Werfer diesen ausführen muss.
Fazit
Bei einer regelkonformen Wiederholung eines 7-Meter-Wurfs ist ein Wechsel des Werfers zulässig. Dies entspricht auch der allgemeinen Auslegung der Regel. Ein Wechsel des Werfers im geschilderten Fall war somit regelkonform. Es gibt keine Regel, die festlegt, dass ein zu wiederholender Wurf vom selben Werfer ausgeführt werden muss – eine solche Regel hat es auch nie gegeben. Ebenso wäre es zulässig gewesen, bei der Wiederholung des 7-Meter-Wurfs den Torwart zu wechseln.
Ergo: Es besteht kein Grund für einen Einspruch.
Hinweis am Rande
Bei einer Spielzeit von 59:58 sollte grundsätzlich auf ein Time-out verzichtet werden, da das geschilderte Problem dadurch gar nicht erst entstanden wäre.