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Wechsel der Schiedsrichter während des Spiels

Dürfen Schiedsrichter während des laufenden Spiels getauscht werden? Welche Optionen haben die Mannschaften, wenn der oder die Schiedsrichter ausbleiben? Was passiert wenn ein Schiedsrichter während des Spiels ausfällt? Was in diesen Fällen regelkonform und möglich ist, erfahren Sie in der heutige Ausgabe.

Der Fall

Die angesetzten Schiedsrichter erschienen nicht pünktlich in der Halle und die beiden Mannschaften einigten sich auf einen neutralen Schiedsrichter gemäß den Vorgaben der Durchführungsbestimmungen. Etwa zehn Minuten nach Anpfiff trafen die angesetzten Schiedsrichter in der Halle ein und übernahmen die Spielleitung. Im Spielbericht wurde dieser Umtausch nicht eingetragen.

Was beim Ausbleiben zunächst zu beachten ist

Wenn die angesetzten Schiedsrichter tatsächlich nicht erscheinen und auch keinerlei Informationen vorliegen, dass sie ggf. verspätet in der Halle ankommen, müssen sich die Mannschaften in der Regel auf einen Schiedsrichter einigen. Hierzu ist ein Blick in die jeweils gültigen Durchführungsbestimmungen notwendig. Im §77 der DHB-Spielordnung (SpO) sind dazu das Verfahren sowie die Ausnahmen festgelegt.

Treffen die angesetzten Schiedsrichter nicht rechtzeitig ein, müssen sich die beiden Mannschaften auf andere anwesende Schiedsrichter einigen. Nicht zuletzt aus sportrechtlichen Gründen ist eine solche Einigung im Spielprotokoll zu dokumentieren.
Auf den alten Papierspielberichten gab es für einen solchen Vorgang eine eigene Rubrik, wo die Mannschaftsverantwortlichen vor Beginn des Spiels dies durch Unterschrift noch quittieren mussten. Mit der Umstellung auf den elektronischen Spielbericht ist diese Möglichkeit weggefallen. Nichtsdestotrotz sollte der Umstand spätestens nach dem Spiel entsprechend im Schiedsrichterbericht dokumentiert werden.

Was ist regeltechnisch eigentlich erlaubt?

Gemäß dem Regelwerk wird jedes Spiel von zwei gleichberechtigten Schiedsrichtern geleitet. Im Bereich des DHB ist es zudem gestattet, dass ein Spiel im notwendigen Fall schon von Beginn an nur von einem Schiedsrichter geleitet werden kann. Gemäß Regel 17:5 Abs. 1 muss das ganze Spiel aber von denselben Schiedsrichtern geleitet werden.

Hat der oder haben die Schiedsrichter, auf die sich die Mannschaften zuvor geeinigt haben, also bereits mit der Spielleitung begonnen (angepfiffen), können die verspätet eintreffenden, aber ursprünglich angesetzten Schiedsrichter, nicht mehr „eingewechselt“ werden.

Unabhängig von der beschriebenen Situation und den regeltechnischen Auflagen, gibt es aber noch weitere Besonderheiten, auf die wir an dieser Stelle ebenfalls hinweisen möchten.

Ebenfalls in Regel 17:5 heißt es im Absatz 3, fällt einer der Schiedsrichter während des Spiels aus, leitet der andere das Spiel alleine (weiter).

War allerdings der verletzungsbedingte Ausfall des Gespannpartners nur von kurzer Dauer, darf dieser die Spielleitung wieder aufnehmen. Hierbei handelte sich um eine Regelauslegung im Sinne des Sportgeistes und der Fairness, die vor allem für den Spielbetrieb in den unteren Klassen entwickelt wurde.

Gab es jedoch nur den einen Schiedsrichter oder fällt auch noch der zweite angesetzte Schiedsrichter aus, kann das Spiel nicht mit anderen Schiedsrichtern fortgesetzt werden. Es muss aus diesem Grund abgebrochen werden. Jedoch können für IHF- und Kontinentalveranstaltungen abweichende Regelungen getroffen werden.

Eine weitere Besonderheit in diesem Kontext kann eintreten, wenn sich aus dem angesetzten Schiedsrichterteam nur einer verspätet. Zunächst nimmt der anwesende angesetzte Schiedsrichter allein die Spielleitung auf. Hier könnte der Partner noch in die Spielleitung einsteigen, wenn die Verspätung nicht allzu groß ist. Ein bestimmtes Zeitlimit ist für diese Konstellation nicht vorgegeben worden, da hier der bisherige Spielverlauf seine Berücksichtigung finden muss. Ob ein Einstieg in das Spiel nach mehr als 15 Minuten noch sinnvoll ist, kann und muss schon bezweifelt werden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Linie durch den Partner bereits festgelegt und die Mannschaften haben sich auch darauf (hoffentlich) eingestellt. Ein Einstieg des Partners könnte dann mehr Probleme anstatt Vorteile verursachen. Die fehlende Spielleitungsentschädigung darf nicht der Treiber sein.