Einen solchen Zustrom sollte es auf das Schiedsrichterportal geben! (Foto: imago images/Ikon Images)
Warum sind so viele Schiedsrichter so zurückhaltend?
Klar, Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden, um noch einen bekannten Spruch zu nutzen. Meines Erachtens dokumentiert er vielfach eine Ohnmacht darüber, dass eine Sache noch nicht abgeschlossen ist oder nicht so recht vorankommt. Genau dies bewegt mich hinsichtlich der Teilnehmerzahl.
Warum sind die Schiedsrichter im DHB so zurückhaltend mit ihrer Anmeldung im Schiedsrichterportal?
Vor knapp einem Jahr, am 1. August 2019, konnte nach monatelanger, intensiver Vorbereitung vom DHB gemeinsam mit den Landesverbänden und dem Philippka-Sportverlag das Schiedsrichterportal als neues „Zuhause“ für die Schiedsrichter ins Leben gerufen werden.
Obwohl seitdem viele interessante Beiträge zur Fortbildung der Schiedsrichter erschienen sind, bleiben diesem digitalen Medium viele Schiedsrichterkollegen fern. Dies ist umso verwunderlicher, als dass die Anmeldung zum Portal für gemeldete Schiedsrichter im DHB kostenlos ist.
Liegt es womöglich am bekannten Sprichwort: „Was nichts kostet, ist nichts wert!“? Dem ist schon aufgrund der vielen namhaften Mitwirkenden aus dem Schiedsrichterwesen zu widersprechen. Und außerdem: Kostenlos war es nicht! Die Entwicklungs- und Umsetzungsarbeiten waren sogar mit hohem Aufwand verbunden. Nur eben nicht für die einzelne Schiedsrichterin und den einzelnen Schiedsrichter, die keine finanzielle Verpflichtung übernehmen sollten, um an diesem informativen und zeitgemäßen Schulungs- und Fortbildungsmedium teilhaben zu können.
Die Entwicklung des Portals schreitet stetig voran!
Mit dem Startschuss war die Entwicklung des SR-Portals aber noch nicht abgeschlossen. Mitte November konnte mit dem Online-Regeltest auf Grundlage des neu gestalteten IHF-Regelfragenkatalogs ein Meilenstein freigeschaltet werden. Als besondere Unterstützung wurde hier ein speziell für Schiedsrichterlehrwarte eingerichtetes Tool zur automatischen Erstellung von schriftlichen Regelfragebögen in bis zu drei Varianten für den Leistungstest auf den Schiedsrichterlehrgängen ermöglicht.
Der erste Beitrag zum „Pfiff der Woche“ erschien bereits Mitte September. Am 23.12.2019 wurde – quasi als Weihnachtsgabe – ein regeltechnischer Knaller veröffentlicht. Es ging um die viel diskutierte letzte Entscheidung im WM-Finale der Frauen zwischen den Niederlanden und Spanien. Im SR-Portal haben wir mithilfe von Videomaterial verdeutlichen können, dass es sich bei der Abwehr der spanischen Feldspielerin um ein Vergehen gemäß Regel 8:10c gehandelt hat und deshalb die Entscheidungen der französischen Schiedsrichterin völlig regelgerecht waren.
Damit war und ist die Ideensammlung der diversen „Macher“ aber für die Zukunft noch nicht erschöpft. Kurz vor der Vollendung steht ein weiterer wichtiger Meilenstein des SR-Portals: Die Freischaltung des E-Learningmoduls für eine in der Bundesrepublik einheitliche digital unterstützte Ausbildung von Schiedsrichteranwärtern wird bereits im Sommer vorgenommen werden. Die Schiedsrichterwarte und -lehrwarte der Landesverbände haben bereits am vergangenen Wochenende anlässlich einer Videokonferenz einen ersten Einblick erhalten. Zu hoffen ist, dass diese Informationen auch an die verantwortlichen Warte und Lehrwarte in den unteren Leistungseben des Schiedsrichterwesens weitergegeben werden. Ich erwähne dies, weil mehrmals behauptet wurde, dass derartige Informationen dort nicht ankommen.
Ebenso vor dem Start steht in Zusammenarbeit mit Sportlounge die Einrichtung einer Videotestrubrik. Hiermit wird es möglich sein, deutschlandweit einen Videotest inklusive der im DHB-Schiedsrichterlehrstab abgestimmten Lösungen anzubieten.
All dies verfolgt letztlich das Ziel einer einheitlichen Qualifizierung unserer Kolleg*innen sowie einer DHB-weit einheitlichen Regelauslegung beim Einsatz auf der Platte.
Nur gemeinsam sind wir stark!
Damit alle Anstrengungen nicht im Sande versickern, muss hinter dem DHB-Schiedsrichterportal eine starke Beteiligung der Schiedsrichter*innen stehen. In den vergangenen Jahren wurde bei vielen Tagungen aus dem Kreis der Schiedsrichterwarte und -lehrwarte aller Ebenen der Ruf nach einem Medium, wie es das Schiedsrichterportal jetzt ist, immer lauter und fordernder. Jetzt, wo der Wunsch zur Realität geworden ist, sollten wir alles in unserer Macht Stehende tun, die noch nicht teilhabenden Kolleg*innen aufzufordern, sich durch ihre Anmeldung selbst von den vielfältigen Möglichkeiten der Aus- und Fortbildung unseres SR-Portals zu überzeugen. Alle Schiedsrichter sollten in ihrem Umfeld für das SR-Portal werben und Kolleginnen und Kollegen darauf ansprechen, ob sie das Portal bereits kennen und ansonsten zu einer Anmeldung motivieren. Wenn dann die Angesprochenen selbst ebenfalls bei dieser Kampagne mitmachen, sollte dies recht bald zu einem deutlichen Anstieg der angemeldeten Teilnehmer im Portal führen.
Meine Bitte:
Verlasst Euch nicht darauf, dass es der Schiedsrichterwart, der Schiedsrichterlehrwart oder ein anderer Schiedsrichterkollege schon machen wird! Werdet selbst aktiv! Sprecht Eure Kolleginnen und Kollegen an!
Macht dieses für EUCH geschaffene Medium zu einem Erfolgsmodell!