Videokontrolle entlarvt grobe Regelwidrigkeit
Anders als in der Finalrunde des DHB-Pokals erlaubt es das System der IHF neben den Schiedsrichtern auch dem eingesetzten Supervisor, das Spiel zwecks Videokontrolle einer Spielszene zu unterbrechen. Das darf auch bei den IHF-Wettbewerben nicht wegen jeder Kleinigkeit geschehen darf: Die Anlässe, bei denen eine Videoüberprüfung stattfinden kann, sind hier im Vorfeld genau definiert. Dazu zählt allemal die Fragestellung, ob einer der beteiligten Spieler eine Regelwidrigkeit begangen hat, die zu einer Disqualifikation hätte führen müssen.
Ein Beispiel
In der Halbfinalbegegnung Frankreich gegen Schweden am 29. Januar 2021, die von Robert Schulze und Tobias Tönnies geleitet wurde, hat sich in der 51. Spielminute beim Spielstand von 23:26 für Schweden ein solcher Fall ereignet.
Wie im vorangestellten Videoclip zu sehen, befindet sich das Team von Schweden im Angriff, als BLAU 24 an der gegnerischen Freiwurflinie einen Schlagwurf ausführt.
Nachdem der Ball die Hand von BLAU 24 bereits verlassen hat, wird dieser Spieler mit voller Wucht von der linken Hand des Abwehrspielers WEISS 27 im Gesicht getroffen. BLAU 24 bleibt daraufhin verletzt auf dem Spielfeld liegen, sodass der Torschiedsrichter das Spiel mit Time-out unterbricht. Kurz darauf zeigt er das Handzeichen 16, damit zwei teilnahmeberechtigte Personen der schwedischen Mannschaft den verletzten Spieler auf der Spielfläche versorgen können.
Nahezu gleichzeitig wird dem Feldschiedsrichter per Headset eine Nachricht von einem Dritten übermittelt. Es ist anzunehmen, dass es sich dabei um den Supervisor handelt. Jedenfalls zeigt der Feldschiedsrichter unmittelbar folgend an, dass eine Videoüberprüfung vorgesehen sei.
Bei der Videoüberprüfung wird den Schiedsrichterkollegen schnell klar, dass es sich bei der Abwehraktion von WEISS 27 um ein regelwidriges Verhalten im Sinne der Regel 8:5b gehandelt hat. Folglich ist der Spieler zu disqualifizieren. Robert Schulze, der zuvor auch die Videoüberprüfung angezeigt hatte, nimmt korrekterweise die entsprechende Bestrafung vor.
Insgesamt ist das sicherlich eine komplexe Situation mit vielen Regelaspekten, die in Summe zu einer Spielunterbrechung von ca. 1 ½ Minuten geführt hat.
Die korrekte Lösung
Ach ja! Wie war das Spiel eigentlich wieder aufzunehmen? Aufschluss geben die zwei folgenden Screenshots.