Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser

In vielen Leistungsklassen ist es üblich, geraume Zeit vor Spielanpfiff eine technische Besprechung durchzuführen. Neben vielen anderen Punkten werden dabei auch die vorgesehenen Trikotfarben der Spieler und Torhüter von Heim- und Gastmannschaft abgestimmt.

Dass die in der technischen Besprechung getroffenen Festlegungen noch einer Kontrolle kurz vor Anpfiff bedürfen, zeigt unser obiges Beispiel. Hier steht der Torwart der abwehrenden Mannschaft im weißen, statt im festgelegten roten Trikot zwischen seinen Pfosten. Dumm nur, dass auch die Feldspieler der Gastmannschaft in weißen Trikots auf dem Feld stehen.

Hier die regeltechnische Einordnung von DHB-Schiedsrichterwart Wolfgang Jamelle:

Wie landläufig bekannt, müssen sich inklusive der Farbe der Schiedsrichtertrikots fünf verschiedene Trikotfarben auf der Spielfläche befinden. Die Bestimmungen für die Trikotfarben der beiden beteiligten Teams ergeben sich aus Regel 4:7. Dass für die Schiedsrichter die fünfte Farbe erforderlich ist, ergibt sich aus der Auslegung der Regel 17:13.

Eine weitere Bestimmung zur „Farbenlehre des Handballs“ ergibt sich aus Regel 4:1 Abs. 2 Satz 2. Danach muss das sogenannte Ersatzleibchen, das für den Einsatz eines Feldspielers als Torhüter vorgesehen ist, die Farbe des Torwarttrikots haben. Erst dadurch wird der Feldspieler auf dem Spielfeld regelgerecht als Torwart seines Teams gekennzeichnet. 

Schließlich enthält auch das Auswechselraumreglement (ARR) noch einen Hinweis auf das korrekte Farbenspiel im Handball. Gemäß Ziffer 3 des ARR müssen Mannschaftsoffizielle im Auswechselraum Kleidung tragen, die farblich nicht zur Verwechselung mit den Feldspielern der jeweils gegnerischen Mannschaft führen kann.

Bemerken die Schiedsrichter die fehlerhafte Trikotfarbe des Torwarts erst nach Anpfiff, unterbrechen sie das Spiel und geben Time-out, um eine Korrektur des Fehlers zu veranlassen. Gemäß den aktuellen Guidelines und Interpretationen der IHF zu den Regeln 4:7 und 4:8 führt eine derartige Spielunterbrechung inzwischen nicht mehr zum Ballbesitzwechsel. Die Spielfortsetzung erfolgt mit einem Wurf diejenigen Mannschaft, die sich zum Zeitpunkt der Spielunterbrechung im Ballbesitz befand.