Quelle: DHB

Umgang mit Ausfällen der Spielzeituhr

Beobachtet man den handballerischen Alltag, wird man feststellen können, dass es häufiger vorkommt, dass nach Anpfiff des Anwurfs zu Spielbeginn oder einer Spielzeitunterbrechung bzw. dem erfolgten Wiederanpfiff die Spielzeituhr erst gar nicht läuft bzw. stehenbleibt. In der Regel macht eher ein deutliches Raunen aus dem Publikum unmittelbar auf diesen Lapsus aufmerksam. Also: Was tun, wenn die Spielzeituhr nicht mitläuft bzw. startet?

Was im Video geschieht

Kurz vor Spielbeginn, Mannschaft ORANGE hat Anwurf, geht der Torschiedsrichter nach der Begrüßung auf seine Position und der Feldschiedsrichter weist noch die Spielerin von Mannschaft ORANGE im Auswechselraum an, auf der Bank Platz zu nehmen und nicht auf dem Wasserkasten, der dann auch weggestellt wird. Anschließend nimmt der Feldschiedsrichter kurz Blickverbindung zum Partner auf, sowie zu Zeitnehmer und Sekretär (hier erhobener Arm als Bestätigung der Bereitschaft). Dann pfeift der Feldschiedsrichter das Spiel an. Nach ca. 6 Sekunden hebt zunächst der Sekretär nur den Arm (es erfolgt keine hörbare Unterbrechung durch den Zeitnehmer) und nach ca. 8 Sekunden bemerkt auch der Schiedsrichter, dass die Hallenuhr (im Video nicht sichtbar) nicht läuft und gibt dann Time-out. Er begibt sich sofort zum Zeitnehmer und Sekretär, um die Sachlage zu klären. Nach knapp einer Minute wird dann das Spiel fortgesetzt.

Allgemeine Aufgaben als Schiedsrichter kurz vor und kurz nach Spielbeginn

Kurz vor Anpfiff nehmen die Schiedsrichter ihre Position als Tor- bzw. Feldschiedsrichter ein. Dann sollte ein letzter Check der Besetzung der Auswechselbänke (Kontrolle der korrekten Anzahl an Spielern und Offiziellen) sowie die Aufstellung zum Anpfiff (richtige Anzahl an Spielern auf der Spielfläche) erfolgen. Sodann erfolgt noch eine kurze Blickverbindung mit Partner und Zeitnehmer/Sekretär (erhobener Arme als Bestätigung der Bereitschaft). Der Feldschiedsrichter pfeift dann an und einer der Schiedsrichter vergewissert sich kurz, dass die Hallenuhr synchron gestartet wurde.

Regeltechnische Einordnung

Gemäß Regel 17:9 sind beide Schiedsrichter für die Kontrolle der Spielzeit verantwortlich und gemäß Regel 3:2 beginnt die Spielzeit mit dem Anpfiff des Anwurfs durch einen Schiedsrichter.

Gleichwohl die Hauptverantwortung für die Spielzeit beim Zeitnehmer gemäß Regel 18:1 liegt, sind die Schiedsrichter für die Kontrolle der Spielzeit verantwortlich. Damit ist gemeint, wenn Zweifel über die Richtigkeit der Zeitmessung entstehen, treffen die Schiedsrichter eine gemeinsame Entscheidung.

Was also tun, wenn die Spielzeituhr nicht startet?

Die Schiedsrichter sind verpflichtet, den Mangel in der Spielzeitanzeige zu korrigieren.

Leider kann man auch beobachten, dass das Spiel wieder von vorne – also mit dem Anpfiff – begonnen wird. Häufiges Argument dabei: „Es ist ja noch nichts passiert!“ Die Schiedsrichter können nicht anordnen, diese Spielsekunden zu ignorieren und auf Anfang starten. Dies ist nicht regelgerecht.

Die einzig regelgerechte Lösung lautet

Die Schiedsrichter lassen die Spielzeituhr durch den Zeitnehmer um die bereits gespielten Sekunden vorlaufen.

Das Spiel wird an der Stelle fortgesetzt, an der sich der Ball beim Pfiff des Zeitnehmers bzw. Schiedsrichters befand (siehe auch IHF-Erl. 7 Abschnitt B, Buchstabe a Abs. 2).

Gleichwohl hier in diesem Beispiel das Problem noch einigermaßen schnell erkannt wurde, hätte es aber noch schneller fest- und abgestellt werden können.

Hinweis für Zeitnehmer und Sekretär

Wichtig nach Anpfiff (zu Spielbeginn oder nach Time-out) durch den Feldschiedsrichter: Blick sofort zur Uhr, ob diese tatsächlich auch läuft!

Fazit

Besser ist es, wenn dies dem Zeitnehmer oder Schiedsrichter sofort auffällt und man entsprechend schnell reagiert, bevor das Publikum es macht.

Hinweis: Die drei Personen auf den Stühlen neben der Auswechselbank haben da nichts zu suchen!