Schiedsrichter Nils Blümel im Austausch (IMAGO/wolf-sportfoto)

Stillstand bedeutet Rückschritt

Im sich dynamisch entwickelnden Handballsport ist auch das Schiedsrichterwesen permanent gefordert. Jede Schiedsrichterin und jeder Schiedsrichter sind auch selbst aufgefordert, sich permanent weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Sich fortbilden, zu verbessern ist unerlässlich, um voranzukommen! Nach der Grundausbildung zum Schiedsrichter kann man also keineswegs die Hände in den Schoss legen. Schon allein um mitzuhalten, ist man zur persönlichen Fortbildung verpflichtet. Dies gilt umso mehr, wenn man als Schiedsrichter in seinem Hobby höhere Ziele hat. Die sich ergebenden Fortbildungsnotwendigkeiten werden zum Teil durch den Besuch der Fortbildungsveranstaltungen auf den jeweiligen Leistungsstufen abgedeckt. Eine weitere Gelegenheit bietet den Schiedsrichter ein anwesender Beobachter bzw. Coach. Beobachter wie auch Coaches sollen Schwächen und Stärken erkennen und klar ansprechen. Wenn aber kein Coach da ist, besteht auch die Möglichkeit selbst der Sache bzw. dem Mangel auf den Grund zu gehen, was ist in vielen Fällen nicht so schwer ist.

Nachfolgend eine Checkliste die nicht für das eigene Training eine Hilfe sein soll. (Hinweis: Die jeweilige Überschrift stellt das Problem dar, die Unterpunkte die Abhilfe- und Trainingsmöglichkeiten.)

Erkennen von Schrittfolgen

  • Analyse von Schrittfolgen
  • Abspeichern von typischen Bewegungsabläufen
  • Erkennen, ob die Aktion nach Zuspiel oder eigenem Prellen beginnt
  • Aktion zur oder gegen die Wurfarmseite
  • Absprung mit dem „richtigen“ oder „falschen“ Bein

Unkonzenentriertheit im Spiel

  • Häufiger Positionswechsel initiieren 
  • Partner verstärkt den Kontakt
  • Verbessertes Konditionstraining
  • Ausgeruht zum Spiel fahren

Nichteinhalten von Aufgabenbereichen

  • Klare Festlegung der Aufgabenbereiche
  • Konstruktives gegenseitiges Hinweisen bei „Verstößen“

Doppelpfiffe

  • Einhalten der Aufgabenbereiche
  • Wenn nicht zuständig, dann zurückhalten 

Vorwarnzeichen Passiv zu spät

  • Nicht an das Gute glauben, sondern an die Regeln halten
  • Spielverständnis entwickeln
  • Nicht erst im Angriff beginnen (alle Spielphasen berücksichtigen)

Scheu vor der Entscheidung

  • Mut zur Entscheidung
  • Langes Nachdenken vermeiden

Situation nicht gesehen

  • Stellungsspiel verbessern/anpassen
  • Bewegungsspiel verbessern
  • Immer freien Blick auf das Spielgeschehen
  • Brennpunkte vorher erkennen und peripher beobachten

Situation falsch beurteilt

  • Analysefähigkeit schulen
  • Sinn/Inhalt der Regel klarmachen
  • Vielfältige Fallbeispiele studieren
  • Emotionen vermeiden
  • Beeinflussungen ausschließen

Überrascht von Situationen

  • Vorbereitung auf ein Spiel intensiver und konzentrierter gestalten
  • Situationen antizipieren

Zu früh gepfiffen

  • Pfeife weiter weg vom Mund
  • Warten bis der Ball wirklich nicht mehr gespielt werden kann
  • Vorteil abwarten
  • Spielverständnis für die Situation entwickeln

Zu lange gewartet

  • Zum richtigen Zeitpunkt pfeifen
  • Spielverständnis entwickeln

Zu spät wahrgenommen

  • Peripheres Sehen üben
  • Situation von Beginn an beobachten
  • Blickwechsel schneller vollziehen

Vergessen wer es war

  • Teamabstimmung verbessern
  • Blick länger auf den fehlbaren Spieler halten

Probleme bei Strafen

  • Wissen was bestraft werden muss und was nicht 
  • Beurteilungskriterien erkennen
  • Das Spiel lesen und nicht seinen „Stil“ immer gleich anwenden (situationsgerecht entscheiden)
  • Klare Linie über die gesamte Spielzeit
  • Kein Automatismus