Stellungsspiel beim Siebenmeter – der richtige (neue) Blickwinkel
„Wir haben mit unseren Schiedsrichtern auf dem Winterlehrgang über die Siebenmeterlinie gesprochen“, erklärt Holm. „In diesem Zusammenhang haben wir auch die Position des Feldschiedsrichters beim Siebenmeter thematisiert.“
Statt sich wie bislang meistens weit zur Seitenauslinie orientiert zu positionieren, wurden die Unparteiischen angewiesen, künftig weiter im Feld zu stehen, auf Höhe von neun bis zehn Metern. „So hat der Feldschiedsrichter einen besseren Blickwinkel, um einen direkten Kopftreffer zu erkennen“, erklärt Holm. „Von der bisherigen Position war es deutlich schwieriger, jetzt sind wir direkt am Geschehen.“
Die vorherige Position an der Auslinie wurde hingegen gerade deshalb häufig gewählt, um nicht mitten im Geschehen – und damit möglicherweise im Weg – zu stehen. „Natürlich liegt es auf der Hand, dass man sich auch künftig nicht vor einen Spieler stellt oder einen Spieler wegschickt, um seine Position einnehmen zu können“, sagt Holm. „Dennoch kann man sich den geeigneten Platz auch zwischen den Spielern suchen, beispielsweise auf der Halbposition.“
Für den Tor-Schiedsrichter ändert sich hingegen nichts. Sein Beobachtungsschwerpunkt liegt weiterhin auf der Entscheidung, ob der Ball im Tor war oder nicht. Das Übertreten der Viermeterlinie durch den Torwart sowie Abstandsvergehen oder die Ahndung eines zu frühen Reinlaufens liegen ebenfalls weiterhin beim Feldschiedsrichter.
„Das muss man gerade bei den Spielern in der Spielfeldmitte beobachten, wenn es zum Beispiel zu einem Kampf um den Abpraller kommt“, sagt Holm. „Wenn der Außenspieler, der nicht ins Geschehen eingreift, zu früh die Neunmeterlinie überschreitet, sollte Relevanz für das Spielgeschehen beachtet werden.“
Bislang gab es mit der neuen Stellung in Richtung Spielfeldmitte keine Probleme; auch nicht beim Auflösen der Position. „Nach dem Wurf ist es in der Regel ratsam, zunächst ein oder zwei Schritte rückwärts zu gehen, um das Geschehen länger im Blick zu haben“, sagt Holm. „Wenn man sich umdreht, um zur anderen Seite zu laufen, sollte diese Drehung mit Blick zum Spielfeld erfolgen.“
Auch für Einzel-Schiedsrichter im Amateurhandball eignet sich die neue Position. „Ich muss als Feldschiedsrichter aus meiner Perspektive störungsfrei auf die Situation gucken, um die bestmögliche Entscheidung treffen zu können“, betont Holm. „Daher ist es wichtig, den richtigen Platz einzunehmen – und das Feedback ist bislang durchaus positiv.“