Quelle: DHB

Strafen klar und eindeutig anzeigen!

Strafen müssen unmissverständlich und für jeden sichtbar angezeigt werden. Mit der Zeit entwickelt man als Schiedsrichter auch das notwendige Fingerspitzengefühl, um die Zeichengebung mit angemessener Gestik und Mimik zu begleiten: Kühle Sachlichkeit statt Theatralik, lautet die Empfehlung.

Was im Video geschieht

Mannschaft BLAU ist im Angriff und BLAU 23 kann eine Lücke nutzen, wird aber bei einer klaren Torgelegenheit regelwidrig gefoult. Der Torschiedsrichter entscheidet hier richtigerweise auf 7-m-Wurf und Hinausstellung WEISS 19. Er zeigt deutlich und lange die Strafe dem fehlbaren Spieler sowie Zeitnehmer und Sekretär an. Kurz vor dem Wiederanpfiff wiederholt der Feldschiedsrichter gegenüber dem Zeitnehmer und Sekretär das Handzeichen und pfeift dann den 7-Meter-Wurf/das Spiel an.

Die Hinausstellung, regeltechnische Bestimmungen und Formalia

Wofür die Hinausstellung eine angemessene Strafe ist, wird in Regel 16:3 aufgeführt. Gemäß Regel 16:4 ist die Hinausstellung dem fehlbaren Spieler oder Mannschaftsoffiziellen sowie dem Zeitnehmer/Sekretär nach Time-out durch das vorgeschriebene Handzeichen, Hochhalten des gestreckten Armes mit zwei erhobenen Fingern, deutlich anzuzeigen (Handzeichen Nr. 14).

1. Anzeigen der Strafe gegen den fehlbaren Spieler oder Mannschaftsoffiziellen

Mit einer Hand wird die Hinausstellung angezeigt, die andere zeigt dabei unmissverständlich auf die fehlbare Person. Generell sollte derjenige Schiedsrichter die Strafe anzeigen, der die Entscheidung auch getroffen hat. Dass gleich beide Schiedsrichter die Strafe anzeigen, ist nicht sinnvoll und sollte unterbleiben. Einer der Unparteiischen sollte während der Spielzeitunterbrechung immer die Gesamtsituation im Blick haben. Werden gegen zwei Spieler (z. B. Angreifer und Abwehrspieler) gleichzeitig Hinausstellungen ausgesprochen, sind diese deutlich nacheinander anzuzeigen.

2. Bestätigung (Handzeichen) durch den Sekretär oder Zeitnehmer

Die Schiedsrichter sollten sich vergewissern (Blickkontakt), dass die Identifizierung des fehlbaren Spielers/Offiziellen durch den Sekretär und Zeitnehmer zweifelsfrei erfolgt ist. Dessen Bestätigung sollte abgewartet werden. Es wird empfohlen, dass der Sekretär oder Zeitnehmer zur Bestätigung das IHF-Handzeichen deutlich wiederholt.

3. Notieren der Strafen

Schiedsrichter notieren sodann die Nummer des fehlbaren Spielers/Offiziellen und die Art der Bestrafung. Der Sekretär vermerkt die entsprechende Strafe im Spielprotokoll.

4. Wiederanpfiff

Nach jeder Bestrafung muss das Spiel wieder angepfiffen werden, bei einer Hinausstellung bzw. Disqualifikation aber erst dann, wenn der betreffende Spieler das Spielfeld bzw. den Auswechselraum verlassen hat. Für Offizielle ist dies nur bei Disqualifikationen zu beachten. Kurz vor dem Wiederanpfiff sollte - bei einer Hinausstellung – das entsprechende Handzeichen 14 dann nochmals kurz dem Zeitnehmer und Sekretär angezeigt werden, damit letzte Unklarheiten vermieden werden.

Fazit

Strafen sind klar und eindeutig anzuzeigen, damit jedwedes Missverständnis oder Nachfragen vermieden wird. Das wiederholte Anzeigen der Hinausstellung kurz vor dem Wiederanpfiff hat sich etabliert und bewährt. Als Schiedsrichter sollten Sie die beim Anzeigen einer Strafe notwendigen Schritte, Maßnahmen und Handzeichen am besten automatisieren. Neben den vorgeschriebenen regeltechnischen Maßnahmen und Handzeichen sind der Blickkontakt der Schiedsrichter zu fehlbarem Spieler, Zeitnehmer und Sekretär und schließlich die Kontrolle der Zeitmessanlage (ist die Hinausstellung ausgewiesen?) vor der Spielfortsetzung auch von besonderer Bedeutung. Nach Wiederanpfiff sollte sich der Schiedsrichter zudem durch einen kurzen Blick zur Zeitmessanlage davon überzeugen, dass diese wieder gestartet wurde.