Regelgerechte Fortsetzung eines 7-m-Werfens im zweiten Durchgang

Im Handball ist nur in wenigen Fällen ein 7-m-Werfen erforderlich, um den Sieger des Spiels zu ermitteln. Zu den klassischen Anlässen zählen Pokalspiele, die nach ein- oder zweimaliger Verlängerung immer noch unentschieden stehen. In diesen Fällen ist der Sieger gemäß Regel 2:2 Abs. 3 im Einklang mit den Bestimmungen des betreffenden Wettbewerbs zu ermitteln.

Diese Durchführungsbestimmungen sollten deshalb allen Beteiligten (insbesondere Schiedsrichtern, Delegierten, Sekretär und Zeitnehmer) stets präsent sein.

Ist die Entscheidung durch 7-m-Werfen herbeizuführen, gelten die Bestimmungen des Kommentars zur Regel 2:2.

Hier die regeltechnische Einordnung von DHB-Schiedsrichterwart Wolfgang Jamelle:

Im Videobeispiel kommt es zu einem 7-m-Werfen zwischen den Teams von GRÜN und BLAU. Wir sehen zunächst den letzten 7-m-Wurf des ersten Durchgangs, der von einem Spieler des Teams BLAU ausgeführt wird. Da im ersten Durchgang des 7-m-Werfens beide Teams jeweils einen Wurf nicht verwandeln konnten, war immer noch kein Sieger gefunden. Bei Gleichstand beginnt gemäß Kommentar zur Regel 2:2 die andere Mannschaft mit der Fortsetzung des 7-m-Werfens.

Entgegen der Regelbestimmung sehen wir im Video, wie ein Spieler von Team GRÜN zum ersten 7-m-Wurf im zweiten Durchgang antritt. Es startet demnach regelwidrig das Team, das auch im ersten Durchgang den ersten 7-m-Wurf ausgeführt hat. Korrekterweise müsste ein Spieler von Team BLAU den ersten Wurf im zweiten Durchgang des 7-m-Werfens ausführen.

Merksatz

„Ein gegebenenfalls erforderlicher zweiter Durchgang eines 7-m-Werfens beginnt immer mit einem Spieler des Teams, das zuvor den letzten 7-m-Wurf ausgeführt hat!“

Klarstellungen

Da sich um die Bestimmungen zum zweiten Durchgang eines 7-m-Werfens so manches Missverständnis rankt, hier zwei Klarstellungen:

  • Den Teams ist es gestattet, zum zweiten Durchgang dieselben Spieler (alle oder einzelne) zu benennen, die bereits im ersten Durchgang zum Einsatz gekommen sind.
  • Obwohl im zweiten Durchgang nach jedem Wurfwechsel ein Sieger feststehen kann, ist es nicht gestattet, dass für ein Team immer der gleiche Spieler zum Wurf antritt. Das Team muss für den zweiten Durchgang erneut 5 Spieler benennen. Die Reihenfolge, in der diese eingesetzt werden, ist dem Team freigestellt.