Lukas Müller und Robert Müller (Quelle: DHB)
Das erste Spiel für Lukas und Robert Müller war zugleich das erste Pflichtspiel der Saison 2024/25 auf Ebene des Deutschen Handballbundes. Am 21. August leiteten die Brüder die Erstrundenpartie zwischen dem MTV Braunschweig und der HSG Nordhorn-Lingen. „Das Kribbeln vor dem Spiel war nach der Pause verstärkt da“, erinnerte Robert. „Es ist immer ein positives Gefühl, wenn es endlich wieder losgeht.“
Für das Schiedsrichter-Team aus dem Bundesligakader des Deutschen Handballbundes endete mit dem Einsatz die Vorbereitung auf die neue Spielzeit, dessen Höhepunkt der Sommerlehrgang in Halberstadt war. Darüber hinaus gehört die Leitung von Testspielen und Vorbereitungsturnieren für die Bundesligareferees dazu. „Einsätze vor der Saison sind immer hilfreich, um die Regelanpassungen und Änderungen einmal umzusetzen, bevor es ernst wird“, sagt Lukas.
Neben der eigenen Vorbereitung kam für Müller/Müller das Engagement in ihrem Landesverband hinzu. Sechs Wochenendmaßnahmen für die Schiedsrichter*innen in Brandenburg standen im Kalender der beiden Brüder. Neben dem Vorbereitungslehrgang gehörten auch für ihre Kollegen an der Basis Einsätze bei Trainingsspielen dazu.
„Man muss nach einer Pause einfach erst wieder in seinen Rhythmus kommen, ähnlich wie die Mannschaften“, beschreibt Robert. „Daher sind Testspiele für Schiedsrichter extrem wichtig und wir empfehlen unseren Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern, mindestens ein Spiel zu pfeifen, bevor es losgeht.“
Gerade an der Basis halten Müller/Müller das für extrem wichtig. „Das ist ein ganz zentraler Punkt“, unterstreicht Robert. „Die Pause im Landesverband ist häufig von Ende Mai bis Anfang September. Da ist jede Chance, vorher ein Spiel zu leiten, wertvoll, um die Regelanpassungen und Schwerpunkte in der Praxis umzusetzen und dann gut in die Saison zu starten.“
Das sei besonders für jüngere bzw. noch nicht so erfahrene Unparteiische wichtig. „Langjährige Schiedsrichter können das erste Spiel nach mehreren Wochen oder Monaten mit ihrer Routine über die Bühne bringen, aber junge Schiedsrichter-Teams müssen sich immer erst wieder reinfinden, das ist ganz normal“, sagt Lukas.
In ihrem Landesverband Brandenburg achtet der Schiedsrichterausschuss, dem auch die beiden Brüder angehören, darauf, dass niemand unvorbereitet in die Saison geht. „Unser Ansetzer hat einen Blick drauf“, betont Robert. „Im Landesverband werden die Schiedsrichter für Testspiele allerdings oft direkt von den Vereinen angesprochen, sodass wir leider oft nicht die Chance haben, allen gerecht zu werden.“
Neben dem Leiten von Testspielen empfehlen die Brüder vor dem ersten Einsatz in der neuen Saison zusätzlich zur obligatorischen Teilnahme am Vorbereitungslehrgang generell eine Beschäftigung mit dem Handball. „Spiele gucken, egal ob bei Dyn oder in irgendwelchen Hallen“, rät Lukas. „Es lohnt sich, sich die Zeit zu nehmen und bewusst auf die Schiedsrichter zu gucken. Was machen sie, wie setzen sie etwas um und wo kann ich noch etwas lernen?“
Außerdem sei es ratsam, neben der notwendigen Fitness auch die Regelkunde im Blick zu behalten. „Es ist wichtig, sich nicht nur körperlich, sondern auch mental fit für die Schiedsrichterei zu halten“, sagt Robert. „Es hilft, sich mit den Regeln auseinanderzusetzen, einen Blick ins Schiedsrichterportal zu werfen oder Kontakt mit anderen Schiedsrichtern zu halten.“