Der erste Regeltest auf Grundlage der Fragen des neues Regelfragenkatalogs ist ohne Hindernisse absolviert worden. (Foto: privat)
Neuer Regelfragenkatalog in der Bewährungsprobe
Was ist neu? Macht das Neue Probleme?
Der neue Regelfragenkatalog löste einen über viele Jahre bekannten und gewohnten Fragenkatalog ab. Neben der erforderlichen Anpassung der Fragen und Musterlösungen an die Regeländerungen 2016 ist auch die Anzahl der Fragen um ca. 10 % gestiegen. Neu ist auch der Aufbau des Katalogs. Um zukünftig erforderliche Ergänzungen zielgerichteter vornehmen zu können, sind die Fragen einer Regelbestimmung zugeordnet.
Am deutlichsten fällt jedoch die geänderte Art der Fragestellung ins Auge:
- Grundsätzlich spielt in den abgefragten Spiel- oder Regelsituationen A gegen B oder Weiß gegen Schwarz.
- Die vorgegebenen Antwortmöglichkeiten bleiben in einem engen Spektrum und bieten zudem auch typische fehlerhafte Entscheidungen als Lösungsmöglichkeit an.
- Eine weitere Neuerung besteht darin, dass zu einem Regelaspekt vielfach mehrere nahezu identische Regelfragen formuliert wurden, die sich lediglich in Kleinigkeiten unterscheiden, aber – wie auch in der Praxis auf dem Spielfeld – zu unterschiedlichen Entscheidungen der Schiedsrichter führen müssen.
All das hat im Vorfeld Sorge und Skepsis publik werden lassen, ob der neue gegenüber dem langjährig bekannten Regelfragenkatalog im Regeltest gleichermaßen sicher zu lösen sei.
Auf der anderen Seite hat der im DHB-Schiedsrichterportal vor einigen Wochen eingeführte Online-Regeltest die Möglichkeiten zur individuellen Vorbereitung deutlich verbessert. Es ist dadurch nicht länger notwendig, die Regelfragen z. B. abschnittsweise einzuüben. Nein, jeder Schiedsrichter kann sich vom System einen Regeltest mit zufällig ausgewählten Regelfragen erstellen lassen. Ob er sich dann über das Ergebnis nach jeder beantworteten Regelfrage informieren lässt oder erst nach Abarbeitung aller Fragen des gestellten Tests eine Fehlerübersicht erhält, bleibt dem jeweiligen User überlassen.
Fazit
Die Ergebnisse der „Anwendungspremiere“ der oben genannten Schiedsrichterkader sprechen eine deutliche Sprache: Auch der neue IHF-Regelfragenkatalog ist beherrschbar und stellt keine unüberwindbaren Hürden.
47 fehlerfreie Lösungsbögen (54,7 %) bei insgesamt 86 Teilnehmern aus beiden Halbzeitlehrgängen zeigen, dass bei ordentlicher Vorbereitung jeder Teilnehmer in der Lage sein kann, einen Regeltest auf Basis des neuen Regelfragenkatalogs zu bestehen. Zählt man zu den fehlerfreien Lösungsbögen noch jene mit einem „Flüchtigkeitsfehler“ hinzu, ist das Ergebnis von 82,6 % der Teilnehmer beschrieben. Das sehr gute Regeltestergebnis der Bundesliga- und Nachwuchskaderschiedsrichter wird noch dadurch gestützt, dass in den Lösungsbögen nur bei wenigen Einzelfällen maximal vier Fehler festzustellen waren. Bei 30 gestellten Regelfragen ist aber selbst das noch ein gutes Ergebnis.