Sophia Janz und Rosana Sug im Einsatz (Quelle: IMAGO/wolf-sportfoto)

Nach der Saison ist vor der Saison

Der Deutsche Handballbund hat die Schiedsrichter-Kader für die Saison 2024/25 bekannt gegeben – die Anforderungen bleiben unverändert.

Das Leitungsgremium des Schiedsrichterwesens im Deutschen Handballbund hat die Kadereinteilung für die kommende Spielzeit 2024/25 bekannt gegeben. Der Elitekader besteht aus 17 Schiedsrichter-Teams – angeführt von den Olympia-Schiedsrichter*innen Robert Schulze/Tobias Tönnies und Tanja Kuttler/Maike Merz. Vier Schiedsrichter-Teams gehören dem Elite-Anschlusskader an, 15 Gespanne pfeifen im Bundesligakader und der Nachwuchskader umfasst sieben Paare.

Ein „Danke schön“ für ihr Engagement und ihren Einsatz geht an Sebastian Grobe/Adrian Kinzel sowie Christian und David Hannes, die ihre aktive Schiedsrichter-Karriere im Elitekader nach der abgelaufenen Saison 2023/24 beendet haben.

Auf einen Blick: Die Aufsteiger im Sommer 2024

Aufsteiger in den Elitekader: 

  • Julian Fedtke/Niels Wienrich
  • Markus Kauth/Andre Kolb

Aufsteiger in den Elite-Anschlusskader

  • Sophia Janz/Rosana Sug
  • Fabian Friedel/Rick Herrmann
  • Leo Bona/Malte Frank

Aufsteiger in den Bundesligakader

  • Paul Kijowski/Lukas Strüder (aus der 3. Liga)
  • Moritz Hartmann/Nils Hennekes (aus dem Nachwuchskader)

Aufsteiger in den Nachwuchskader 

  • Pelin Odabas/Lynn van Os
  • Béla Stewen/Lukas Schwarzmeier
  • Janica Büschgens/Kim Büschgens
  • Joshua Köppen/Luka Preibsch

Die vollständige Kaderübersicht finden Sie unter folgendem Link.

Lehrgänge

Der Elite- und Eliteanschlusskader startet mit dem Sommerlehrgang vom 26. bis 28. Juli 2025 in Halberstadt in die neue Spielzeit. Schulze/Tönnies und Kuttler/Merz werden aufgrund der Nominierung für die Olympischen Spiele in Paris nicht vor Ort sein. Bundesliga- und Nachwuchskader versammeln sich vom 02. bis 04. August in Halberstadt.

Die Lehrgänge für den Perspektivkader und die 3. Liga sowie die Maßnahme für Delegierte und Schiedsrichtercoaches folgen im Laufe des Augusts. Die Termine sind ebenso wie die neue Kadereinteilung noch nicht auf der Webseite des Deutschen Handballbundes veröffentlicht.

Auf den Lehrgängen des Deutschen Handballbundes sind neben dem Regel- und Videotest (für Schiedsrichter*innen, Coaches und Delegierte) sowie der 30-Minuten-Lauf und Shuttle-Run (für die aktiven Schiedsrichter*innen) zu absolvieren.

Die Anforderungen bleiben unverändert: Der Shuttle-Run ist bis Stufe 9,5 zu absolvieren. Für den 30-Minuten-Lauf müssen folgende Strecken absolviert werden: 

Männer

  • bis 35 Jahre: 5800 m
  • 36-40 Jahre: 5600 m
  • 41-45 Jahre: 5400 m
  • > 45 Jahre: 5200 m 

Frauen 

  • bis 35 Jahre: 5600 m
  • 36-40 Jahre: 5400 m
  • 41-45 Jahre: 5200 m
  • > 45 Jahre: 5000 m

Eine Vorbereitung auf ihren Regeltest – auch für alle Schiedsrichter*innen aus den Landesverbänden – ist über den Menüpunkt „Fragenkatalog“ im Schiedsrichterportal möglich. Dort findet sich zum Download auch der „Regelfragenkatalog zur Durchführung der theoretischen Prüfung in der Schiedsrichtergrundausbildung im DHB“ basierend auf den seit 01.07.2024 gültigen IHF-Spielregeln.

Änderungen im Regelwerk 

Der Handball-Weltverband IHF hat zum 01. Juli 2024 punktuell Änderungen im Regelwerk vorgenommen. So heißt es beispielsweise in Regel 15:1 inzwischen, dass der Werfer „bei der Wurfausführung mit einem Teil desselben Fußes ununterbrochen den Boden berühren [muss], bis der Ball die Hand verlassen hat.“

Mit dem Ausdruck „desselben Fußes“, der die vorherige Formulierung "eines Fußes" ersetzt (im englische: „the same foot“ statt „a foot“), sorgt der Weltverband für eine Klarstellung, die auf dem umstrittenen direkten Freiwurfs des Franzosen Elohim Prandi während der EHF EURO 2024 beruhen dürfte.

Neben der Präzisierung zur Freiwurfausführung enthält die Neufassung unter anderem auch eine Veränderung bei der Reihenfolge im Siebenmeterwerfen sowie eine Klarstellung zum passiven Spiel. So wurde in Regel 7:12 ein Einschub eingefügt (kursiv gesetzt): „Wird von der angreifenden Mannschaft nach maximal 4 Pässen kein Torwurf ausgeführt, also, wenn der 5. Pass von einem Mitspieler angenommen wurde, wird auf Freiwurf gegen die ballbesitzende Mannschaft entschieden.“

Auch in der Regel 8 gab es Ergänzungen. So wurden beispielsweise den bisher vier Kriterien a-d in Regel 8:8 (Unsportliches Verhalten, das direkt mit einer Hinausstellung zu ahnden ist) vier weitere Punkte hinzugefügt:



  • e. deutliches Abspreizen oder Anheben eines bzw. beider Unterschenkel oder Füße mit dem Ziel, einen Pass oder Torwurf zu blocken/wegzuschlagen, was einen deutlichen Einfluss auf die Spielsituation zur Folge hat (siehe auch Regel 7:8 und 8:7e);


  • f. aktives Verhindern der Wurfausführung der gegnerischen Mannschaft und Nichteinhalten des 3-m-Abstands und/oder andere Regelverstöße, die die Ausführung des Wurfs verhindern;


  • g. der Versuch, die Schiedsrichter durch Simulieren hinsichtlich der Aktionen eines Gegenspielers zu täuschen, wenn nur in sehr geringem Maße oder gar kein Kontakt mit dem betreffenden Körperteil hergestellt worden ist, um eine Spielzeitunterbrechung oder eine unverdiente Strafe eines gegnerischen Spielers zu provozieren (siehe auch 8:7d);


  • h. Abwehren oder Fangen eines Wurfs auf ein leeres Tor durch einen Spieler, wenn dieser dabei den Torraum betritt.

Achtung: Dies ist eine beispielhafte Nennung, keine vollständige Liste aller Änderungen bzw. Anpassungen im Regelwerk, die zum 01.07.2024 in Kraft getreten sind. Die aktuell gültige Fassung des Regelwerks lässt sich auf der Webseite des Deutschen Handballbundes herunterladen, auch in einer Version mit den markierten Änderungen.

Link zum Regelwerk