Kopftreffer beim 7-Meter-Wurf
Was im Video geschieht
SCHWARZ 19 führt einen 7-Meter-Wurf aus. Nachdem der Schiedsrichter den Wurf angepfiffen hat, wirft die Werferin aufs Tor und trifft die Torhüterin in einer Seitwärtsbewegung voll im Gesicht. Die Schiedsrichter unterbrechen sofort das Spiel und disqualifizieren die Werferin nach einer kurzen Zusammenkunft und Absprache.
Regeltechnische Einordnung von Kay Holm, Leiter Bereich Lehre im DHB-Schiedsrichterwesen
Im Beitrag vom 05.09.2022 sind wir bereits auf die geänderte Regelinterpretation eingehend eingegangen. Hier ist ein weiteres Beispiel für die Richtigkeit der Änderung.
Es handelt sich hier um eine torwarttypische Aktion. Die Torhüterin macht nur eine Bewegung zur linken Seite. Der Kopf bleibt sogar in gleicher Höhe. Die Verantwortung bleibt bei der Werferin, die für den gesundheitsgefährdenden Kopftreffer verantwortlich zeichnet.
Die Entscheidung der Schiedsrichter ist daher vollkommen korrekt. Da die Vollverantwortung bei der Werferin liegt, ist der Kopftreffer mit einer Disqualifikation ohne Bericht (DoB) zu ahnden.
Spielfortsetzung: Freiwurf für die Torwartmannschaft
Fazit
Die Schiedsrichter haben die Situation sofort und richtig erfasst. Nach einer notwendigen, aber kurzen Zusammenkunft wurde die richtige Entscheidung getroffen.
Der Torschiedsrichter sollte aber beim Anpfiff auf/hinter der Torauslinie stehen und nicht mehrere Meter im Feld.
Pfiff der Woche
Unter der Rubrik "Pfiff der Woche" präsentieren wir jeweils eine beachtenswerte Szene aus dem aktuellen Spielbetrieb der Bundesligen von Männern und Frauen – und gegebenenfalls auch aus den Ligen darunter. Warum die ausgewählten Situationen besondere Beachtung verdienen? Nun, weil sie einen bestimmten Regelaspekt verdeutlichen, der uns Schiedsrichtern nicht in jedem Spiel „vor die Pfeife“ kommt.