Bild: IMAGO/Maximilian Koch

Regeländerungen im Handball – damals und heute

Im Fokus: Das Betreten des Torraums durch einen Feldspieler

Seit den Anfängen des Handballs bis hin zur heutigen, dynamischen Form des modernen Hallenhandballs hat sich das Regelwerk kontinuierlich weiterentwickelt. Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Änderungen vorgenommen – mal kleinere Anpassungen, mal tiefgreifende Neuerungen. Auch in Zukunft wird es regelmäßig Modifizierungen geben, um das Spiel fair, sicher und attraktiv zu gestalten.

Die jüngste Regeländerung trat am 1. Juli 2025 in Kraft.

Auch wenn sich die Regel hinsichtlich des Verhaltens des Angreifers im Torraum nicht geändert hat, lohnt sich ein Blick auf ihre Entwicklung:

Welche Regelungen wurden im Laufe der Zeit angepasst – und was ist bis heute gleichgeblieben?

Heute im Fokus: Regel 6:2a – Das Betreten des Torraums durch einen Feldspieler

Aktuell lautet der Wortlaut der Regel 6:2a wie folgt:

„Abwurf, wenn ein Spieler der angreifenden Mannschaft mit Ball den Torraum der gegnerischen Mannschaft berührt. Dasselbe gilt, wenn er nicht in Ballbesitz ist, aber durch das Betreten des Torraums einen Vorteil erlangt (12:1).“

Ein Blick in ein Regelheft aus den 1930er-Jahren zeigt, wie sich die Auslegung dieser Szene entwickelt hat. Damals hieß es in Regel 7 („Der Torraum“):

„Der Torraum darf nur vom Torwart betreten werden. Der Torraum einschließlich der Torraumlinie ist betreten, wenn er auch nur mit einem Teil des Fußes berührt wird. Das Betreten durch Feldspieler ist wie folgt zu bestrafen:

a) Ein Spieler der angreifenden Mannschaft verschuldet einen Freiwurf.“

Auch im Jahr 2001 lautete die Regel 6:2 noch wie folgt:

Betreten des Torraums durch einen Feldspieler ist wie folgt zu entscheiden:

a) Freiwurf, wenn ein Feldspieler mit Ball den Torraum betritt (13:1a);

b) Freiwurf, wenn ein Feldspieler ohne Ball den Torraum betritt und dadurch ein Vorteil entsteht (13:1 a–b; ausgenommen jedoch 6:2c).“

Erst mit der Regelausgabe 2005 wurde die Spielfortsetzung in den genannten Fällen geändert:

Statt Freiwurf wurde nun Abwurf gegeben – eine wichtige Änderung mit dem Ziel, das Spiel schneller und flüssiger fortzusetzen.

Seitdem heißt es in Regel 6:2a – genau wie heute – unverändert:

„Abwurf, wenn ein Spieler der angreifenden Mannschaft mit Ball den Torraum der gegnerischen Mannschaft berührt. Dasselbe gilt, wenn er nicht in Ballbesitz ist, aber durch das Betreten des Torraums einen Vorteil erlangt (12:1).“

Fazit

Vor nunmehr fast 20 Jahren wurde die Spielfortsetzung beim regelwidrigen Betreten des Torraums durch einen Feldspieler von Freiwurf auf Abwurf umgestellt.

Diese Änderung hatte das Ziel, das Spieltempo zu erhöhen und für flüssigere Übergänge zu sorgen – ganz im Sinne des modernen, schnellen Handballsports.