Herausforderung "7-Meter-Ausführung"

Unter der Rubrik "Pfiff der Woche" präsentieren wir jeweils eine beachtenswerte Szene aus dem aktuellen Spielbetrieb der Bundesligen von Männern und Frauen – und gegebenenfalls auch aus den Ligen darunter. Warum die ausgewählten Situationen besondere Beachtung verdienen? Nun, weil sie einen bestimmten Regelaspekt verdeutlichen, der uns Schiedsrichtern nicht in jedem Spiel „vor die Pfeife“ kommt ... Diesmal geht es um die Ausführung eines 7-Meters – eigentlich Routine ... oder doch nicht?

Hier die regeltechnische Einordnung von DHB-Schiedsrichterwart Wolfgang Jamelle:

Eine besondere Herausforderung an Spieler und Schiedsrichter stellt die 7-m-Ausführung kurz vor der Halbzeit oder dem Spielschluss dar. Zeigt die Zeitmessanlage entweder 29:57 oder 59:57 an, muss bei der 7-m-Ausführung der Wurf bis zum Ertönen des automatischen Schlusssignals erfolgt sein, d. h. der Ball muss die Hand des Werfers vor dem Signal verlassen haben (Regel 15:2).

Falls der Werfer bis zum Ertönen des Schlusssignals nicht geworfen hat, ist der Wurf verwirkt und es ist Halbzeit oder Spielende (Regel 2:3 Satz 1). Erfolgt der Wurf rechtzeitig und geht ins Tor, ins Toraus oder wird vom Torwart abgewehrt und erst dann erfolgt das Schlusssignal, ist der entsprechende „Wurferfolg“ für die von den Schiedsrichtern zu treffende Entscheidung maßgebend.

Erfolgt allerdings das Schlusssignal – wie im Video – unmittelbar bevor der Ball ins Tor gelangt, ist der 7-m-Wurf zu wiederholen (Regel 2:4 Abs. 2). In einem solchen Fall beenden die Schiedsrichter das Spiel erst, wenn das Ergebnis dieses Wurfs feststeht (Regel 2:4 Abs. 3).