Zeichen 7: Einwurf und Anzeigen der Richtung (Quelle: DHB)

Handzeichen

Handzeichen sind ein wichtiger Bestandteil der Spielleitung sowie das Rüstzeug eines guten Schiedsrichters und gehören zur Kategorie Einflussnahme. Das Handballspiel soll laut dem Regelwerk in geordneten Bahnen verlaufen.

Aber: Immer, wenn Menschen mit Regeln umzugehen haben und dabei den Erfolg anstreben, sind manche Spieler/Offizielle geneigt, alle Möglichkeiten auszuschöpfen (eben auch die nicht regelgerechten), ihr Ziel zu erreichen.

Und genau hier liegt – neben der richtigen Anwendung des Regelwerkes – die "persönliche" Verantwortung der Schiedsrichter, nämlich all ihre Einflüsse geltend zu machen, das Spiel unter Wahrung des Regelwerkes, inbegriffen der Sportlichkeit durchzuführen.

Die Schiedsrichter können, ja sie müssen auf unterschiedlichste Art und Weise mit den Beteiligten (Spieler/Trainer) kommunizieren bzw. auf diese Personen Einfluss nehmen:

Dazu gehören die optischen Signale, die Handzeichen sowie die akustischen Signale, die Pfiffe der Schiedsrichter. Aber nicht nur die Handzeichen und Pfiffe sind das "Sprachrohr" der Schiedsrichter, auch mit verbalen Informationen, Anweisungen etc. kann und muss man Einfluss auf den (weiteren) Spielverlauf nehmen. Eine (frühzeitige) Ermahnung oder ein deutlicher Hinweis auf bestimmte Fehlverhalten bewirken oft mehr als nur ein lauter Pfiff mit korrektem Handzeichen (Richtungsanzeige). Aber auch eine kleine Gestik/Mimik kann zu einem positiven Einfluss beitragen.

Alle beschriebenen Kommunikationsmittel und-wege müssen insgesamt als eine Einheit gesehen werden. Ständiges Diskutieren, Erklären, Ermahnen etc. bringt genau so wenig, wie roboterhafte Pfiffe mit (über)korrekten Handzeichen.

Damit nicht von den Handzeichen gemäß Regelwerk abgewichen wird, sollte man zunächst die korrekten IHF-Handzeichen und deren Gebrauch kennen.

Wichtig zu wissen ist, dass einige Handzeichen gemäß dem Regelwerk zwingend vorgeschrieben sind und einige Handzeichen nur informationshalber angezeigt werden, hier ist kein Platz für Eigenkreationen.

Alle Handzeichen sind entsprechend dem Regelwerk zu nutzen

Bei Einwurf- oder Freiwurf-Entscheidungen müssen die Schiedsrichter sofort die Richtung des folgenden Wurfs anzeigen (Einwurf + Richtung = Zeichen 7 bzw. Freiwurf + Richtung = Zeichen 9)!

Bei persönlichen Strafen sind die entsprechend zwingend vorgeschriebenen Handzeichen anzuzeigen, (Verwarnung (Gelb) – Disqualifikation (Rot) = Zeichen 13 bzw. Hinausstellung (2 Minuten) = Zeichen 14).

Informationshalber kann zusätzlich zur Freiwurf- oder 7-Meter-Wurf-Entscheidung das entsprechende Zeichen gegeben werden, um den Grund des Pfiffs zu erklären:

  • Zeichen 1: Betreten des Torraums
  • Zeichen 2: Prell- oder Tippfehler
  • Zeichen 3: Schritt- oder Zeitfehler
  • Zeichen 4: Umklammern, Festhalten oder Stoßen
  • Zeichen 5: Schlagen
  • Zeichen 6: Stürmerfoul 
  • Zeichen 11: Passives Spiel

Aber nur wenn es scheint, dass es auch nützlich und angebracht wäre. Ein Verbot besteht nicht. Diese sind also situationsabhängig – zur Erläuterung – zu nutzen

Anmerkung: Gerade die Handzeichen 1, 2, 3, 6 und 11 sind häufiger anzuzeigen, um den Grund für die Entscheidung zu erklären. Handzeichen 4 und 5 sollten eher selten zusätzlich zur Strafe angezeigt werden.

Zeichen 11 (Passives Spiel) sollte jedoch immer in jenen Situationen gegeben werden, in denen einer Freiwurf-Entscheidung wegen passiven Spiels kein Zeichen 17 (Vorwarnzeichen für passives Spiel) vorausgegangen ist.

Zwingend vorgeschrieben sind die

  • Zeichen 12 (Torgewinn),
  • Zeichen 15 (Time-out) und
  • Zeichen 16 (Erlaubnis für zwei teilnahmeberechtigte Personen zum Betreten der Spielfläche bei Time-out)

in den Situationen, in denen sie Geltung haben. 

Folgende Handzeichen sind nur dann zu geben, wenn sie von den Schiedsrichtern als erforderlich erachtet werden:

  • Zeichen 8 (Abwurf),
  • Zeichen 10 (Nichtbeachten des 3-Meter-Abstandes) und Zeichen
  • Zeichen 17 (Vorwarnzeichen für passives Spiel).

Anmerkungen zur Handhabung des Vorwarnzeichens: Hier ergibt sich die Erforderlichkeit aus der Regel 7:12 und der Erläuterung 4: Wird eine Tendenz zum passiven Spiel erkennbar, wird das Vorwarnzeichen (Handzeichen Nr. 17) gezeigt. Der Feldschiedsrichter sollte darauf achten, den Arm nur dann zu heben, wenn ein Spieler Ballkontrolle hat und der Ball sich nicht in der Luft befindet, damit der Beginn des Zählens der zulässigen Pässe eindeutig ist.