Tanja Kuttler und Maike März mit Robert Schulze und Tobias Tönnies. – Foto: Marco Wolf
Handball-WM der Männer 2023
Rückblick
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die WM in unregelmäßigen Abständen, meist alle drei oder vier Jahre durchgeführt Erst seit 1993 wird das Turnier alle zwei Jahre veranstaltet.
Bei der 2. Handball-Weltmeisterschaft der Männer vom 13. bis zum 17. Januar 1954 in Schweden, der ersten nach dem Zweiten Weltkrieg, haben nur sechs Nationen teilgenommen. An dem Turnier nahmen damals Dänemark, die Tschechoslowakei, die Schweiz, die BR Deutschland, Frankreich und Gastgeber Schweden teil. Bei der nächsten WM 1958 waren es dann 16 teilnehmende Nationen. Bis auf 1961, da waren es nur 12 Mannschaften, blieb es bis zur WM 1993 bei der Anzahl 16. Ab der WM 1995 in Island nahmen dann 24 Mannschaften am Turnier teil. Die Vorrunde wurde immer in vier Gruppen mit je sechs bzw. vier Mannschaften gespielt. Selbst 1961 waren es auch vier Vorrundengruppen mit je drei Mannschaften. 1954 wurde die Vorrunde in zwei Gruppen mit je drei Mannschaften gespielt. Interessanterweise gab es – einmalig – bei der WM 2007 in Deutschland sechs Vorrundengruppen mit je vier Mannschaften.
Nach der WM in Ägypten im Jahr 2021 finden die Titelkämpfe 2023 in Polen und Schweden zum zweiten Mal mit 32 Nationen (8 Vorrundengruppen mit je 4 Mannschaften) statt.
Aktuell
Die Vorrunde startet am 11. Januar 2023 mit dem Eröffnungsspiel zwischen Rekordweltmeister Frankreich und Gastgeber Polen. Die Spiele der acht Vorrundengruppen werden in neun Städten ausgetragen. Die Partien in Polen finden in Krakau, Danzig, Kattowitz und Plock statt. Schweden stellt die Arenen in Stockholm, Kristianstad, Göteborg, Jönköping und Malmö. Zu den Publikumsmagneten dürften die Hallen in Stockholm (20.000 Zuschauer) sowie Krakau (15.000) gehören, wo die beiden Gastgeber ihre Spiele austragen.
Die Gruppenauslosung im polnischen Kattowitz ergab für Deutschland die Gegner Katar (13. Januar/18 Uhr live im ZDF), Serbien (15. Januar/18 Uhr in der ARD) und Algerien (17. Januar/18 Uhr live im ZDF).
Neben der deutschen Männer-Nationalmannschaften vertreten gleich zwei Elitekadergespanne den Deutschen Handballbund bei der Männer-Weltmeisterschaft in Polen und Schweden.
Für Robert Schulze und Tobias Tönnies ist es bereits die dritte Teilnahme an einer Handball-WM der Männer in Folge. Dagegen ist es für Tanja Kuttler und Maike Merz ihre erste Nominierung für eine Weltmeisterschaft der Männer. Erstmals 2017 wurden weibliche Gespanne für eine Weltmeisterschaft der Männer nominiert. Das erste weibliche Gespann bei der WM 2017 war Charlotte und Julie Bonaventura aus Frankreich, die im Übrigen auch für diese WM wieder nominiert worden sind. Für diese WM wurden insgesamt 25 Gespanne (2021: 19) und sechs Reservegespanne (2021: 5) nominiert.
Die 25 nominierten Gespanne:
- ALG – BELKHIRI Youcef / HAMIDI Sid Ali
- ARG – LOPEZ GRILLO Julian / LENCI Sebastian
- ARG – PAOLANTONI Maria Ines / GARCIA Mariana
- BIH – KONJICANIN Amar / KONJICANIN Dino
- CRO – GUBICA Matija / MILOSEVIC Boris
- CZE – HORACEK Vaclav / NOVOTNY Jiri
- DEN – HANSEN Mads / MADSEN Jesper
- EGY – EMAM Alaa / HEDAIA Hossam
- ESP – GARCIA Ignacio / MARIN Andreu
- FRA – BONAVENTURA Julie / BONAVENTURA Charlotte
- FRA – GASMI Karim / GASMI Raouf
- GER – SCHULZE Robert / TÖNNIES Tobias
- GER – MERZ Maike / KUTTLER Tanja
- HUN – BIRO Adam / KISS Oliver
- KOR – KOO Bon-Ok / LEE Seok
- LTU – GATELIS Mindaugas / MAZEIKA Vaidas
- MKD – NACHEVSKI Gjorgji / NIKOLOV Slave
- MNE – PAVICEVIC Ivan / RAZNATOVIC Milos
- NOR – KLEVEN Havard / JORUM Lars
- POR – SANTOS Duarte / FONSECA Ricardo
- SLO – LAH Bojan / SOK David
- SRB – SEKULIC Marko / JOVANDIC Vladimir
- SUI – BRUNNER Arthur / SALAH Morad
- SWE – KURTAGIC Mirza / WETTERWIK Mattias
- TUR – ERDOGAN Kursad / ÖZDENIZ Ibrahim
Als Reserve wurden nominiert:
- AUT – BOLIC Denis / HURICH Christoph
- EGY – ELSAIED Heidy / ELSAIED Yasmina
- ESP – ALVAREZ Javier / BUSTAMANTE Yon
- FRA – MURSCH Julien / CARMAUX Yann
- IRI – KOLAHDOUZAN Majid / MOUSAVIAN Alireza
- MDA – COVALCIUC Alexei / COVALCIUC Igor
Einmal ein Endspiel der Männer-WM pfeifen...
Erst 4-mal war es deutschen Schiedsrichtern vorbehalten, ein Finale bei einer Weltmeisterschaft der Männer zu leiten. Die letzte Finalteilnahme liegt schon 18 Jahre zurück. Dies war 2005 in Tunesien. Hier war das Gespann Frank Lemme und Bernd Ullrich (Magdeburg) im Finale Spanien gegen Kroatien im Einsatz. Die Ehre hatten Manfred Bülow und Wilfried Lübker (Lübeck) im Jahr 1999 in Ägypten. Hier leiteten sie das Finale Russland gegen Schweden. Davor war es Horst-Günter Schneider (Lübeck) bei der WM 1964 in der Tschechoslowakei und Karl-Heinz Gerstenberger bei der WM 1958 in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).
Bei der letzten WM 2021 in Ägypten leiteten Robert Schulze und Tobias Tönnies das Halbfinale Frankreich gegen Schweden. Vielleicht gibt es ja 2023 in Schweden ein Finale mit deutscher Beteiligung. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch Kay Holm als Delegierter für die WM nominiert wurde.
Wir wünschen daher Maike Merz, Tanja Kuttler, Robert Schulze, Tobias Tönnies und Kay Holm in jeder Hinsicht viel Erfolg, eine schöne Zeit und gute Spiele.
Ergänzend wird auf den Artikel Einmal ein Endspiel der Männer-WM pfeifen... im Schiedsrichterportal hingewiesen.