Freiwurfausführung oder 7-Meter-Wurf innerhalb der letzten drei Sekunden einer Halbzeit

Es werden drei Videobeispiele gezeigt, in denen genau das vorkommt – keine seltene Situation offensichtlich. In manchen Spielen ist sie unvermeidlich, weil ein Time-out verbindlich erforderlich war. In anderen Fällen haben sich die Schiedsrichter durchaus selbst in diese – häufig prekäre – Situation gebracht, weil ein Time-out eben nicht verbindlich erforderlich war.

Aber wie und warum man in diese Situation gekommen ist, spielt bei der Ausführung letztendlich keine Rolle mehr. Dann gilt es, das Regelwissen parat zu haben, um die richtige, regelgerechte Entscheidung zu treffen.

Ausgangssituation

Ein bis drei Sekunden vor dem Schlusssignal der beiden Halbzeiten des Spiels oder ggf. erforderlicher Verlängerungen wurde auf Time-out durch die Schiedsrichter entschieden. Zur Spielfortsetzung ist noch ein Freiwurf oder 7-Meter-Wurf auszuführen.

Verhaltenskodex für Schiedsrichter I

Die Schiedsrichter dürfen hier weder durch Anweisungen noch verbale Hinweise an die ausführenden Spieler Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen. Dies bedeutet insbesondere, dass auch gut gemeinte Hinweise in keinem Fall erfolgen dürfen, wie z. B. ein Tipp zwei Sekunden vor Spielende, zunächst das Schlusssignal abzuwarten und den Freiwurf oder 7-Meter-Wurf nicht auszuführen.

Was tun, wenn ...?

Bei entsprechenden Rückfragen seitens der Spieler kann der Schiedsrichter kurz auf die regeltechnischen Möglichkeiten hinweisen.

Zusätzliche Besonderheiten dieser Situation

Das Regelwerk kennt keine Zehntelsekunde.

Kommt es aber genau bei 59:57 zu einem Freiwurf oder 7-Meter-Wurf nach Time-out, so muss der Ball vor Ablauf des Schlusssignals die Hand des Werfers verlassen haben.

Verhaltenskodex für Schiedsrichter II

Es empfiehlt sich eine Ansage an den Ausführenden und Torhüter, dass innerhalb der drei Sekunden der Ball gespielt werden muss. Hat der Ball bis zum Ertönen des Schlusssignals die Hand des Werfers nicht verlassen, ist die Halbzeit beendet. Der Wurf wird nicht wiederholt.

Aber auch hier gilt: Ertönt das Schlusssignal, wenn sich der Ball nach der Ausführung eines solchen Wurfs (7-Meter- oder direkt ausgeführter Freiwurf) noch in der Luft befindet, ist dieser Wurf zu wiederholen.  

Wichtiger Hinweis

Mit der Ausführung eines Freiwurfs in dieser besonderen Konstellation ist ein direkt ausgeführter Freiwurf gemeint. Wenn ein Abspiel in dieser Phase des Spiels an einen Mitspieler erfolgt und dann das Schlusssignal ertönt, ist die Halbzeit beendet. Der Freiwurf ist nicht zu wiederholen.