Schauspielerei gilt es als Schiedsrichter auch zu erkennen.

Frauen-WM 2019 in Japan (2)

Die IHF sensibilisierte die bei der WM eingesetzten Schiedsrichter mit Schulungsvideos, um im Vorfeld der WM die gewünschten Regelinterpretationen deutlich zu machen. In den heutigen drei Videobeispielen geht es um besondere Situationen, in denen die volle Konzentration der (Tor-)Schiedsrichter gefragt ist, um keine zu ahndenden Fehler zu übersehen.

Regelinterpretation zu besonderen Situationen

Beispiel für eine falsche Anwurfausführung

Die ausführende Spielerin befindet sich in einer deutlich regelwidrigen Position. Die Schiedsrichter müssen bei diesen Würfen voll konzentriert sein und deren regelgerechte Ausführung von Beginn an einfordern. Entsprechende Entscheidungen erst in den entscheidenden letzten Minuten des Spiels zu treffen, zeugt von einer fehlenden Linie, wenig spieltaktischem Verständnis und wird zudem von den Beteiligten meist mit großem Befremden zur Kenntnis genommen.

Voller Fokus auf mögliche Schrittfehler

Die Angreiferin auf der Linksaußenposition nimmt den Ball im Rechtsschritt auf (Nullkontakt), geht mit dem linken Bein auf die Abwehrspielerin zu (erster Schritt), dreht sich mit drei weiteren Schritten um und wirft – ohne den Ball zu prellen – mit dem fünften Schritt als Sprungwurf in normaler Wurfauslage aufs Tor. Der Torschiedsrichter hätte auf Freiwurf für die abwehrende Mannschaft entscheiden müssen. Bei derartigen Aktionen ist für richtige Entscheidungen die volle Konzentration des Torschiedsrichters auf das Geschehen notwendig. Deshalb den Blick nicht zu früh auf andere Bereiche richten, damit der Schrittfehler auch wahrgenommen werden kann.

Richtig Hinschauen, um Schauspielerei zu erkennen

Die Überreaktion der Angreiferin (sie lässt sich theatralisch nach hinten fallen) führt zu einer direkten 2-Minuten-Hinausstellung für die Abwehrspielerin. In derartigen Spielsituationen müssen die Schiedsrichter durch ein optimiertes Stellungsspiel für eine bessere Beobachtung der Aktion sorgen, um Überreaktionen einer Spielerin erkennen zu können. Die Regelkommission der IHF erwartet, dass die Schiedsrichter ein solch unfaires Verhalten (Schauspielerei) nachdrücklich bestrafen. Die Bestimmung der Regel 8:7d bietet die notwendige regeltechnische Handhabe.