Formelle Wurfausführung nach Regel 15
Gemäß Regel 15:1 muss der Werfer vor Beginn eines Wurfs die korrekte Position einnehmen und den Ball in der Hand halten (siehe 15:6). Mit Ausnahme des Abwurfs (siehe 12:2) und des Anwurfs aus der Anwurfzone (siehe 10:3b) ist es erforderlich, dass der Werfer bei der Ausführung des Wurfs mit einem Teil desselben Fußes durchgehend den Boden berührt, bis der Ball seine Hand verlässt (siehe ebenfalls 10:3b). Der andere Fuß darf mehrfach angehoben und wieder abgesetzt werden (vgl. 7:6). Die Stellung des Werfers ist bis zum Abschluss des Wurfs beizubehalten (siehe 15:7, Absätze 2 und 3).
Zwei Beispiele
Zu Video 1
Die Mannschaft BLAU befindet sich im Angriff und verliert den Ballbesitz. Nach einer Regelwidrigkeit durch Spielerin BLAU 58 entscheiden die Schiedsrichter auf Freiwurf für die Mannschaft ROT. Spielerin ROT 9 kommt infolge des Verstoßes zu Fall und führt den Freiwurf zunächst aus sitzender Position aus. Der Schiedsrichter erkennt dies und lässt die Ausführung wiederholen.
Zu Video 2
Die Mannschaft ROT befindet sich im Angriff und verliert den Ballbesitz. Aufgrund einer Regelwidrigkeit durch Spielerin ROT 3 entscheiden die Schiedsrichter auf Freiwurf für die Mannschaft BLAU. Spielerin BLAU 5, die infolge der Regelwidrigkeit zu Boden gefallen ist, führt den Freiwurf aus sitzender Position aus. Der Schiedsrichter erkennt dies und lässt die Ausführung wiederholen.
Fazit
Die Entscheidungen in beiden Situationen sind regelkonform. Die Schiedsrichter haben damit Regel 15:1 korrekt angewendet.
Die Wiederholung des Freiwurfs war erforderlich, weil die formalen Anforderungen an die Wurfausführung nicht eingehalten wurden. Hervorzuheben ist die identische Bewertung in beiden Situationen – unabhängig von der Mannschaft.
Pfiff der Woche
Unter der Rubrik "Pfiff der Woche" präsentieren wir jeweils eine beachtenswerte Szene aus dem aktuellen Spielbetrieb der Bundesligen von Männern und Frauen – und gegebenenfalls auch aus den Ligen darunter. Warum die ausgewählten Situationen besondere Beachtung verdienen? Nun, weil sie einen bestimmten Regelaspekt verdeutlichen, der uns Schiedsrichtern nicht in jedem Spiel „vor die Pfeife“ kommt.