Schiedsrichter Jörg Loppaschewski und Nils Blümel im Blickkontakt und Austausch (Bild: IMAGO/Medienwerk Lübeck)

Flexibles Stellungsspiel notwendig – auf veränderte Anforderungen schnell reagieren!

Defensive Abwehrformationen erfordern andere Beobachtungsschwerpunkte und Aufgabenteilungen zwischen den Schiedsrichtern, als offensive. Extrem offensive Abwehrformationen oder eine Manndeckung verlangen ein noch flexibleres Stellungsspiel.

Offensive 3:3-Abwehr

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Extrem offensive Abwehrformationen verlangen vom Feld- und Torschiedsrichter ein flexibles Stellungsspiel. In extremen Spielsituationen kann es sogar ratsam sein, dass der Torschiedsrichter sich an der Seitenlinie ca. 1-1,5 m vom Eckpunkt aus Richtung Spielfeld verschiebt. Allerdings muss der Torschiedsrichter, entsprechend der spieltechnischen Entwicklung, in der Lage sein, möglichst schnell wieder auf seine „angestammte" Position zu gelangen.

Manndeckung

Viele Schiedsrichter haben Probleme, wenn eine Mannschaft plötzlich mit offensiver Manndeckung über das gesamte Spielfeld agiert. Denn diese völlig andere Spielweise stellt auch völlig andere Anforderungen an die Unparteiischen.

Ein derart vergrößertes Beobachtungspensum erfordert, dass sich die Schiedsrichter flexibel an die jeweilige Spielentwicklung anpassen, also ihre Grundpositionen situationsgerecht verändern.

Der Feldschiedsrichter beobachtet aus diagonaler Position auf Höhe der Seitenlinie in erster Linie das Spielgeschehen mit Ball in der Tiefe.

Der Torschiedsrichter darf jetzt nicht in seiner üblichen Grundposition hinter der Torauslinie verharren, wenn sich das Spielgeschehen eher im Mittelfeld konzentriert. Vielmehr muss er seine Grundposition konsequent nach vorn Richtung Nahwurfzone verschieben, damit er besseren 'Kontakt' zum Spielgeschehen hat. Aus dieser neuen Grundposition beobachtet er vor allem Spieleraktionen ohne Ball.

Generell müssen die Schiedsrichter bei einer Manndeckung auf weite, raumgreifende Laufbewegungen aller Angreifer gefasst sein, weil diese zum Freilaufen ohne und mit Ball Breite und Tiefe des Spielfelds nutzen möchten.

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Hier steht der Feldschiedsrichter bei der offenen Manndeckung über das gesamte Spielfeld von vornherein seitlich und hat dadurch einen guten Beobachtungsbereich und kann auch bei schnellem Ballvortrag zügig nachrücken. Eine Position zunächst in Höhe der 7-Meter-Linie einzunehmen (nur um den Abwurf anzupfeifen), wäre falsch.

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Bei komplett offener Manndeckung besteht sogar das Erfordernis, dass der Torschiedsrichter an der Seitenlinie noch deutlicher nach vorne rückt. Hierbei könnte als Anhaltspunkt die Aufstellung des „letzten Spielers" der Abwehr bzw. für den Feldschiedsrichter die des „letzten Angriffsspielers" sein. Allerdings ist in derartigen Fällen auch eine eindeutige Absprache über die jeweiligen Aufgaben- und Beobachtungsbereiche zwischen den beiden Schiedsrichtern erforderlich.

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Gerade bei derartigen Situationen dürfen beide Schiedsrichter nicht statisch agieren, sondern müssen ihre Position und Beobachtungsbereiche fortlaufend dem Spielgeschehen anpassen! An diesem Ausschnitt ist gut erkennbar, dass eine klare Aufgabe- und Beobachtungsaufteilung erforderlich ist, um alle Brennpunkte optimal im Blick zu haben.

Fazit

Um den Anforderungen gerecht zu werden, wenn eine Mannschaft plötzlich mit einem sehr offensiven Deckungssystem oder mit offensiver Manndeckung über das gesamte Spielfeld agiert, müssen sich die Schiedsrichter schon im Vorfeld grundsätzlich über die zu verändernden Positionen als auch Aufgaben- und Beobachtungsbereiche im Klaren sein, sprich diese abgesprochen haben. Nur dann ist man als Schiedsrichtergespann in der Lage, schnell und flexibel zu agieren bzw. sich den veränderten Situationen problemlos anzupassen.