Foto: Marco Wolf
„Es gibt viele Dinge, auf die ich sehr stolz bin.“
Redaktion: Wenn Sie auf die letzten fünf Jahre in diesem Amt zurückblicken: Wie fällt Ihre Bilanz aus?
Wolfgang Jamelle: Ich habe das Amt mit großer Freude ausgeübt und es gibt viele Dinge, die ich mit meinem Team erreichen konnte, auf die ich sehr stolz bin – wie die Einführung des Personal Coachings, die Veränderungen im Beobachtungswesen, die Schaffung des Schiedsrichterportals und die Weiterentwicklung von Sportlounge, von der die Schiedsrichter-Teams und das Lehrwesen stark profitiert haben.
Es ist aus meiner Sicht sehr wichtig, dass diese Punkte auch in Zukunft fortgesetzt werden. Natürlich kann man Dinge verändern, aber es sind alles wichtige Bausteine für die Aus- und Fortbildung – und damit die Entwicklung – unserer Schiedsrichter.
Als dritten Punkt hatten Sie die Schaffung des Schiedsrichter-Portals genannt …
Ich habe viel Arbeit investiert, damit wir das Schiedsrichter-Portal einführen konnten. Es existiert seit zwei Jahren und ich denke, es ist ein Meilenstein, da wir dadurch ein regeltechnisches Nachschlagewerk mit einer Unmenge von Fotos und Videos zur Verfügung haben.
Zusätzlich haben wir dadurch jetzt – das war ein Kernpunkt – deutschlandweit eine einheitliche Schiedsrichter-Grundausbildung, deren theoretischer Teil über E-Learning abläuft. Damit bin ich wirklich hochzufrieden. Wir mussten viele Widerstände überwinden, bis es als sinnvoll erachtet wurde und auch die finanzielle Seite gelöst werden konnte. Dass dies gelungen ist, erfüllt mich mit Stolz.
Sie waren 23 Jahren als Schiedsrichterwart tätig – erst im Regionalverband, dann in der 3. Liga, dann im Deutschen Handballbund. Warum haben Sie sich so lange engagiert?
Ich war selbst 16 Jahre lang, mit zwei verschiedenen Teampartnern, als Bundesliga-Schiedsrichter aktiv und die Schiedsrichterei hat mir einfach große Freude gemacht und mir so viel gegeben, dass ich etwas zurückgeben wollte. Es hat mir immer Spaß gemacht, mit jungen talentierten Sportfreunden zusammen zu arbeiten und ich habe immer versucht, meine Ideen einzubringen, um das Schiedsrichterwesen noch besser zu machen.
Rückblickend: Wofür sind Sie dankbar?
Für die Zusammenarbeit im Team mit den Kollegen und Schiedsrichtern. Bereits in der 3. Liga habe ich eng mit Jürgen Hilfinger und Jürgen Scharoff zusammengearbeitet sowie natürlich mit meinem Vertreter Harald Mohr, der dann auch mein Nachfolger geworden ist. Gerade Jürgen Scharoff war in den ganzen Jahren eine wichtige Person für mich und ein wichtiger Mitstreiter, was das Schiedsrichter-Portal angeht.
Er ist ein unglaublicher Regelexperte; es gibt in Deutschland keinen, der regeltechnisch diffizile Situationen besser aufklären kann als er. Nicht von ungefähr haben wir ihn deshalb zum DHB- und IHF-Regelexperten berufen und er hat in der IHF-Regelarbeitsgruppe an den Regeländerungen in den letzten Jahren maßgeblich mitgearbeitet.
Auch mit dem Schiedsrichter-Lehrstab, dem früheren Lehrwart Jürgen Rieber, seinem Nachfolger Kay Holm sowie Peter Behrens und dem Verantwortlichen für den Nachwuchskader, Bernd Ullrich, habe ich sehr, sehr gerne zusammengearbeitet. Ich bin ihnen sehr dankbar, was sie gerade in der letzten Saison unter diesen schwierigen Umständen geleistet haben.
Und auch meinem Vertreter Nils Szuka gebührt ein besonders Lob und mein Dank. Er hat mich in meiner Amtszeit in herausragender Weise unterstützt – wir haben gerade in der nun zu Ende gehenden Saison unglaublich viel rund um das Pandemiegeschehen stemmen müssen. Wenn ich Nils nicht gehabt hätte, wäre diese Saison nie so reibungslos abgelaufen. Die administrativ-organisatorische Aufgabe im Schiedsrichterwesen ist für alle Kader so umfangreich, das kann sich wirklich keiner vorstellen. Sie zu bewältigen, geht nur mit einem funktionierenden Team.