Ein Löffelchen voll ... TRAINING. Das hilft viel wirkungsvoller! (Foto: imago images/MiS)
"Doping" im Handball?
Als ich diesen Witz gehört habe, stellte ich mir die Frage, ob derartige Scherze bei einem so ernsten Thema angebracht sind. Immerhin gibt es für die Athleten*innen sowie für viele weitere in diesem Sport engagierte Personen ein Anti-Doping-Reglement des Deutschen Handballbundes. Wer dieses über 70-seitige Dokument auch nur einmal „überflogen“ hat, kommt schnell zu der Erkenntnis, dass das Thema „Doping im Sport“ sehr ernst ist und Witze darüber auch in den „falschen Hals“ gelangen könnten.
Interessant ist allerdings die Frage, welche legalen Methoden es zur Leistungssteigerung gibt. Dabei denke ich für das Schiedsrichterwesen nicht an chemische Stoffe oder „Mittelchen“, die den schnellen, aufwandslosen Erfolg versprechen, sondern an das, was nicht auf der Liste der verbotenen Substanzen steht. Ich denke an die einzig wahre Lösung, die da lautet: Training, Training und noch mal Training.
Wer nun ausschließlich an die Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit denkt, springt zu kurz. Körperliche Fitness ist für den Schiedsrichter wichtig und nicht zu unterschätzen. Immerhin sorgt dieser Leistungsfaktor dafür, dass wir gerade gegen Ende eines Spiels noch voll bei der Sache sind und es souverän bis zum Schluss leiten können.
Ein ebenso umfangreiches Training braucht aber auch unser Fachwissen, das es uns ermöglicht, in jeder Situation regelgerechte Entscheidungen zu treffen. Hier kann es ebenso nur eine legale Lösung geben: Lernen, lernen und noch mal lernen.
Neben dem theoretischen Studium, bei dem dieses Schiedsrichter-Portal eine wertvolle und zeitgemäße Hilfe sein kann, ist zusätzlich das Lernen durch praktische Erfahrung zu nennen. Neudeutsch „Learning by doing“, also möglichst viele Spiele leiten oder auf unseren speziellen Sprachgebrauch heruntergebrochen: Pfeifen, pfeifen und noch mal pfeifen.
Ob bei der physischen oder der fachlichen Fitness: Stillstand bedeutet gleichzeitig immer auch Rückschritt. Gleichsam einem Ruderer, der gegen den Strom rudert, wird man in seiner Leistungsfähigkeit gnadenlos zurückgeworfen, wenn man das Training einstellt. Wer sich als Schiedsrichter fachlich fit halten möchte, sollte nicht zuletzt die Möglichkeiten dieses SR-Portals mit all seinen Facetten regelmäßig nutzen und – bildlich gesprochen – das Rudern nicht einstellen.
Aber wo ist die Triebfeder, die uns diesen zum Teil sehr steinigen Weg gehen lässt? Nach meinem Dafürhalten ist es die Motivation, die jeder einzelne Schiedsrichter mitbringen muss. „Motivation stellt die Gesamtheit der Beweggründe und Einflüsse dar, die eine Entscheidung oder Handlung beeinflusst bzw. zu einer Handlungsweise anregt“, sagt uns ein Blick in Wikipedia. Ohne Motivation lässt das Interesse an einer Aufgabe, selbst an der Schiedsrichterei, nur allzu schnell nach.
Wer also weiß, was ihn für die Aufgabe des Schiedsrichters motiviert, kennt damit auch eine wirksame Stellschraube für seine Leistungssteigerung. Weil Motivation zudem veränderlich ist und keinen konstanten Einflussfaktor darstellt, kann sie im positiven Fall vom Einzelnen auch noch gesteigert werden. Wenn Du also weißt, was Dich für den Schiedsrichterjob motiviert, hol Dir mehr von dieser legalen „Droge“. Es beeinflusst auf Dauer Deine Leistung in positiver Richtung.
In diesem Sinne! Fragt der Lokalreporter den Lehrwart: „Was halten Sie vom Regelwissen im Handball?“ Die Antwort: „In die Schiedsrichter muss es rein, im Handball nützt es nichts!“