Lucas Hellbusch und Darnel Jansen (Quelle: DHB)
Die eigenen Ziele greifbar machen: Eine „Bucket List“ für die Schiedsrichter-Karriere
Das erste Mal in der Bezirksliga angesetzt zu werden. Das Wappen des Landesverbandes auf dem Trikot zu tragen. Ein Spiel mit Headset zu pfeifen. Lucas Hellbusch und Darnel Jansen aus dem Elite-Anschlusskader des DHB haben sich in den vergangenen zehn Jahren schon viele Träume für ihre Schiedsrichterkarriere erfüllt.
„Wir haben immer etwas gefunden, mit dem wir den nächsten Schritt in unserer Entwicklung visualisieren konnten“, erinnert sich Hellbusch. „Als Schiedsrichter will man immer besser werden und neue Herausforderungen bekommen, aber wenn man das Ziel greifbar und konkret setzt, hilft das sehr, um das innere Feuer zu entfachen.“
Während die Mannschaften – von der Bundesliga bis zur Kreisklasse - dem nächsten Derby oder dem Spitzenspiel, dem K.O.-Spiel im Pokal oder der Abschlussfahrt entgegenfiebern können, kann ein Schiedsrichter seine Saison nicht langfristig planen. Zudem gibt es keine Garantie, dass die Spielzeit ein Highlight für einen bereit halten wird.
„Wir freuen uns auf jedes Spiel, das wir bekommen, aber es ist auch kein Geheimnis, wenn ich sage: Es gibt auch als Schiedsrichter Spiele, die besonders sind – in der 1. Bundesliga genauso wie in der Bezirksliga“, sagt Hellbusch. „Da du aber die Ansetzungen nicht beeinflussen kannst, musst du dich erst einmal auf deine Leistung konzentrieren – und dich mit deiner Leistung in den Fokus für solche Spiele arbeiten.“
Damit das gelingt – um „die nächsten Schritte zu machen“, wie Hellbusch es nennt – sind die eigenen Ziele ein wichtiger Schlüssel. Ohne Ziele, das gilt nicht nur für die Schiedsrichterei, stagniert die Entwicklung oft. „Das muss aber nicht immer ein Aufstieg in den nächsthöheren Kader sein“, sagt Hellbusch. „Es kann und will ja gar nicht jeder Schiedsrichter immer weiter aufsteigen; genauso, wie es nicht jeder Spieler in die 1. Bundesliga oder Oberliga schafft. Wenn man das will, findet man aber Ziele für jede Ebene und den eigenen Leistungsstand.“
Aus seiner Sicht ist vor allem eine Sache entscheidend: Die Begeisterung für das eigene Ziel. „Nur, wenn man wirklich hinter seinem Traum steht, wird man auch alles investieren, um ihn zu erreichen“, sagt Hellbusch. Wichtig sei es dabei, zu seinem Entwicklungsstand passende Ziele zu finden: „Ich erinnere mich noch, dass es für uns vor einige Jahren das Größte war, als wir ein Drittliga-Gespann aus unserem Landesverband zu einem Einsatz begleiten durften“, schmunzelt der 26-Jährige. „Das war damals wie ein heiliger Tag für uns.“
Inzwischen haben sich Hellbusch und Jansen bis in den Elite-Anschlusskader hochgearbeitet. Das große Ziel ihrer „Schiedsrichter-Bucket-List“ ist damit (fast) zum Greifen nah: Den Adler des Deutschen Handballbundes auf der Brust tragen zu dürfen; eine Ehre, die den Schiedsrichter*innen aus dem Elitekader vorbehalten ist. „Das wäre cool“, betont Hellbusch. „Und dort, wo wir jetzt sind, ist es das nächste logische Ziel.“
Ideen für die eigene „Schiedsrichter-Bucket-List“
- Ein Pokalfinale im Landesverband zu pfeifen
- Das Derby in der eigenen Stadt/im eigenen Dorf/im Nachbarort zu pfeifen
- Ein Spitzenspiel im eigenen Kreis/Bezirk/Verband zu pfeifen
- In jeder Halle im Kreis/im Bezirk/in der Region gepfiffen zu haben
- Einmal vor 100/200/500/usw. Zuschauern zu pfeifen
- In der Halle, die man als Spieler liebt/geliebt hat, ein Spiel zu pfeifen
- Das erste Mal eine Ansetzung in Liga x zu bekommen
- Auf dem Turnier zu pfeifen, auf dem man als Jugendlicher gespielt hat
- Das 100./250./500./usw. Spiel in seiner Karriere zu pfeifen
- 20/30/50 Spiele in einer Saison bzw. in einem Kalenderjahr zu pfeifen
- Im Gespann zu pfeifen
- Einmal außerhalb Deutschlands (viele Turnierveranstalter, gerade auf großen internationalen Jugendturnieren, freuen sich über Unterstützung auch von Amateurschiedsrichtern)
- Das Vorbild bei einem Spiel begleiten zu dürfen
- Einmal ein Spiel mit dem Lieblingskollegen (natürlich dem Lieblingskollegen abseits des eigenen Gespannpartners) aus dem Landesverband zusammen zu pfeifen
- Jeden Monat/jede Saison mindestens eine neue Halle als Schiedsrichter kennen lernen