Quelle: DHB
Die Ausführung des Anwurfs aus der Anwurfzone
Was im Video geschieht
GRÜN 22 erzielt ein Tor und Mannschaft SCHWARZ will den Anwurf ausführen. Es befindet sich eine Spielerin, SCHWARZ 6 komplett in der Anwurfzone (roter Kreis), eine andere Spielerin von SCHWARZ, SCHWARZ 21 befindet sich in der eigenen Hälfte außerhalb der Anwurfzone. GRÜN 2, die sich auch klar außerhalb der Anwurfzone befindet, versucht ein Anspiel zu stören.
Der Schiedsrichter pfeift den Anwurf an und Spielerin SCHWARZ 6 – etwas irritiert durch die Störversuche von GRÜN 2 - bewegt sich nach dem Anpfiff zum Anwurf noch innerhalb der Anwurfzone mit zwei kleinen Schritten seitlich. Sie bleibt aber inkl. Ball innerhalb der Anwurfzone. Die Schiedsrichter entscheiden dann auf Freiwurf für Mannschaft GRÜN.
Regeltechnische Einordnung von Kay Holm, Leiter Bereich Lehre im DHB-Schiedsrichterwesen
Der Anwurf ist innerhalb drei Sekunden nach Anpfiff von der Anwurfzone aus in beliebiger Richtung auszuführen. Der Anpfiff durch die Schiedsrichter kann erfolgen, wenn sich der Ball innerhalb der Anwurfzone befindet und der Werfer mindestens einen Fuß innerhalb der Anwurfzone hat.
Der Werfer darf die Anwurfzonenlinie mit keinem Körperteil überschreiten, bevor der Wurf als ausgeführt gilt. Der Wurf gilt als ausgeführt, wenn der gespielte Ball die Anwurfzone verlassen hat oder von einem Mitspieler innerhalb der Anwurfzone berührt wurde. Der Werfer darf sich innerhalb der Anwurfzone bewegen, den Ball jedoch nach dem Anpfiff nicht mehr prellen. Der Anwurf kann auch im Laufen (aber kein Sprungwurf) ausgeführt werden. Die Richtung des Anwurfs ist beliebig. Der Ball darf auch zu einem Feldspieler in die eigene Hälfte gespielt werden, nicht jedoch in den eigenen Torraum zum Torwart.
In diesem Beispiel befindet sich die ausführende Spielerin SCHWARZ 6 klar mit Ball in der Anwurfzone, das Verhalten von GRÜN 2 ist auch nicht zu beanstanden. Ebenso nicht die Aufstellung der Mitspielerinnen. Die ausführende Spielerin SCHAWRZ 6 bewegt sich nach dem Anpfiff innerhalb der Anwurfzone und führt den Anwurf innerhalb von drei Sekunden regelkonform aus.
Die Entscheidung der Schiedsrichter ist daher nicht korrekt.
Fazit
In mancher Situation ist ein Eingreifen durch die Schiedsrichter gar nicht erforderlich.
Pfiff der Woche
Unter der Rubrik "Pfiff der Woche" präsentieren wir jeweils eine beachtenswerte Szene aus dem aktuellen Spielbetrieb der Bundesligen von Männern und Frauen – und gegebenenfalls auch aus den Ligen darunter. Warum die ausgewählten Situationen besondere Beachtung verdienen? Nun, weil sie einen bestimmten Regelaspekt verdeutlichen, der uns Schiedsrichtern nicht in jedem Spiel „vor die Pfeife“ kommt.