Quelle: DHB

Die Ausführung des 7-Meter-Wurfs

Die Schiedsrichter müssen bei der Ausführung eines 7-Meter-Wurfs neben dem Verhalten des Torwarts auch Werfer, Mit- und Gegenspieler im Auge haben. Im heutigen Pfiff der Woche haben wir ein Beispiel, wie bei Fehlern von Gegenspielern bei der Ausführung zu verfahren ist.

Was ist bei der Ausführung zu beachten?

Alle Ausgangsstellungen dürfen erst verändert werden, wenn der Ball die Hand des Werfers verlassen hat!

Beste Position des Feldschiedsrichters

Der Feldschiedsrichter sollte sich auf der Wurfarmseite des Werfers nahe der Außenlinie positionieren, um jegliche Störung des weiteren Spielverlaufs von vornherein zu vermeiden und beim Anpfiff Blickkontakt mit dem Werfer zu haben.

Fehler vor dem Anpfiff

Wenn Gegenspieler vor dem Anpfiff die Freiwurflinie berühren oder gar überschreiten bzw. den 3-Meter-Abstand zur 7-Meter-Linie nicht einhalten, müssen die Schiedsrichter zunächst immer korrigieren. Eine persönliche Bestrafung erfolgt nicht.

Fehler nach dem Anpfiff

Nach dem Anpfiff ist wieder das Kriterium "Hat der Ball die Hand des Werfers verlassen?" entscheidend: Vorher darf kein Gegenspieler die Freiwurflinie berühren oder überschreiten bzw. den 3-Meter-Abstand verkürzen!

Das Übertreten der Freiwurflinie kommt grundsätzlich bei beiden Mannschaften recht häufig vor, und zwar in dem Bestreben, einen möglicherweise von Tor oder Torwart zurückprallenden Ball sofort aufzunehmen. 

Verfahren, wenn ein Gegenspieler bei der Ausführung einen Fehler macht

  1. Gelangt der Ball ins Tor, ist bei Fehlern der Gegenspieler immer auf Vorteil (Tor) zu entscheiden.
  2. Wird der Ball gehalten oder springt er von Pfosten oder Latte zurück, muss der 7-Meter-Wurf ohne persönliche Bestrafung des/der fehlbaren Spieler(s) wiederholt werden (14:8).

Die regeltechnische Einordnung von Kay Holm, Leiter Bereich Lehre im Schiedsrichterwesen des DHB

Spieler BLAU 26 steht, bevor der Ball die Hand verlassen hat, schon neben dem ausführenden Spieler ROT 77. Auch Spieler BLAU 11 überschreitet die Freiwurflinie, bevor der Ball die Hand verlassen hat. Der Torwart hält den Ball, der dann ins Toraus gelangt.

Da insbesondere das Verhalten von BLAU 26 nicht regelgerecht ist, ist die Entscheidung des Feldschiedsrichters, den 7-Meter-Wurf zu wiederholen, richtig. Anzumerken ist das Verhalten des Torschiedsrichters. Er zeigt zu schnell das Handzeichen für Abwurf an, das er durch die Entscheidung des Feldschiedsrichters revidieren muss.

Weitere Hinweise

Wer auch etwas zu Fehlern des Torwarts, des Werfers oder seiner Mitspieler bei der Ausführung eines 7-Meter-Wurfs wissen möchte, kann hier im Portal noch mehr Lehrreiches erfahren.

Auch der aktuelle Regelfragenkatalog enthält einige Fragen zu diesem Thema, z. B.:

Regelfrage 14.6

SCHWARZ 2 setzt nach Anpfiff zum 7-Meter-Wurf an. In diesem Moment macht WEISS 5 einen Schritt über die Freiwurflinie. SCHWARZ 2 erzielt trotzdem ein Tor. Wie ist zu entscheiden?

a) Tor und Disqualifikation von WEISS 5 (rote Karte)
b) Tor und Hinausstellung von WEISS 5
c) Tor für Team SCHWARZ
d) Wiederholung des 7-Meter-Wurfs und Disqualifikation von WEISS 5

 

Mit Ihrem Wissen sind Sie in der Lage, die richtige Antwort zu geben.