Quelle: DHB

Die Ausführung des 7-Meter-Wurfs

Bei der Ausführung eines 7-Meter-Wurfs haben die Schiedsrichter einiges zu beachten. Die Situation in diesem Beispiel ist eher selten, sollte aber den guten Schiedsrichter nicht überraschen und ihn zur richtigen Entscheidung führen.

Was im Video geschieht

GELB 22 steht zur Ausführung des 7-Meter-Wurfes bereit. Der Feldschiedsrichter pfeift den Wurf an. Nach dem Anpfiff fällt ihr der Ball aus der Hand, sie nimmt ihn wieder auf und wirft auf das Tor. Der Feldschiedsrichter entscheidet dann auf Freiwurf GRAU. 

REGELTECHNISCHE EINORDNUNG VON KAY HOLM, LEITER BEREICH LEHRE IM SCHIEDSRICHTERWESEN DES DHB

Zunächst nochmals ein Hinweis auf die korrekte Aufstellung:

Werfer: maximal ein Meter hinter der 7-Meter-Linie, jedoch nicht seitlich versetzt

Mitspieler: Beliebige Position, jedoch nicht zwischen Torraum- und Freiwurflinie 

Gegenspieler: Mindestens drei Meter von der 7-Meter-Linie (nicht vom Werfer) entfernt 

Torwarte: Torwart darf bis zur Torwartgrenzlinie aus dem Tor gehen (darf sie berühren, aber nicht überschreiten)

Welche Fehler kann der Werfer machen? Worauf muss der Schiedsrichter achten?

Seit einigen Jahren bevorzugen einige 7-Meter-Spezialisten eine Ausführung, bei der sie eine Grundposition nicht unmittelbar an der 7-Meter-Linie wählen. Gerade wenn der Torwart sehr weit vor dem Tor agiert, erscheint es ihnen günstiger, ihre Ausgangsposition etwas nach hinten zu verlegen. Gemäß 14:5 hat der Werfer hier eine Toleranzzone von maximal ein Meter zu Verfügung. Falsche Ausgangsstellungen des Werfers muss der Feldschiedsrichter vor dem Anpfiff korrigieren (siehe Beitrag vom 30.03.2023: 7-Meter-Wurf – gibt es eine Ausführungsgrenze nach hinten?).  

Alle Fehler des Werfers nach dem Anpfiff führen zum Ballverlust bzw. zu einem Freiwurf für die gegnerische Mannschaft. Auch hier ist vornehmlich der den Wurf anpfeifende Feldschiedsrichter gefordert.  

Besonders schwierig zu beurteilen sind 7-Meter-Ausführungen per Fallwurf. Entscheidendes Kriterium ist hier der Moment, in dem der Ball die Hand verlässt. Bis zu diesem (schwierig auszumachenden) Moment darf der Werfer nicht nach vorn abspringen (sogenannter Sprungfallwurf), er muss also mit mindestens einem Fuß weiterhin den Boden vor der 7-Meter-Linie berühren. Er darf den Boden mit keinem weiteren Körperteil (beim Fallwurf häufig eine Hand) oder dem Ball berühren, die 7-Meter-Linie berühren oder gar überschreiten (14:5).

Nicht ohne Belang ist beim 7-Meter-Wurf auch Regel 14:4: Nach dem Anpfiff muss der 7-Meter-Wurf als Torwurf innerhalb von drei Sekunden ausgeführt werden. Gelegentlich führen Schützen mehrfache Wurftäuschungen durch, bevor sie dann endgültig werfen. Dann ist es denkbar, dass das Zeitlimit überschritten wird.

Fazit

Der 7-Meter-Wurf muss nach dem Anpfiff als Torwurf (Abspiel nicht erlaubt!) innerhalb von 3 Sekunden ausgeführt werden. 

Gemäß Regel 15:2 ist ein Wurf ausgeführt, wenn der Ball die Hand des Werfers verlassen hat. Für die Ausführung des 7-m-Wurfs gilt, dass nach Ausführung des 7-Meter-Wurfs der Ball erst dann wieder vom Werfer oder einem seiner Mitspieler gespielt werden darf, wenn er den gegnerischen Torwart oder das Tor berührt hat.

Die Schiedsrichter haben in dieser Situation schnell und korrekt entschieden.

Hierzu eine Frage aus der Grundausbildung

WEISS 2 ist bereit, einen 7-Meter-Wurf auszuführen. Der Feldschiedsrichter pfeift, aber WEISS 2 lässt den Ball auf den Boden fallen. WEISS 3 nimmt den Ball sofort auf und ein Tor erzielt.

Wie ist zu entscheiden?

a) Tor für Team SCHWARZ

b) Wiederholung des 7-Meter-Wurfs

c) Freiwurf für Team SCHWARZ

d) Time-out

 

Richtige Antwort: c)

 

Hinweis: Wenn in diesem Fall ein Spieler der Mannschaft SCHWARZ den Ball aufgenommen hätte, dann ist auf Vorteil für die nicht fehlbare Mannschaft zu entscheiden.