Quelle: DHB

Die Ausführung des 7-Meter-Wurfs

Die Schiedsrichter müssen bei der Ausführung eines 7-Meter-Wurfs neben dem Verhalten des Torwarts auch Werfer, Mit- und Gegenspieler im Auge haben. Im heutigen Beispiel geht es um Fehler von Gegenspielern bei der Ausführung und wie zu verfahren ist.

Was im Video geschieht

Spieler GRÜN 73 steht schon vor der Ausführung direkt hinter dem ausführenden Spieler WEISS 17 an der Freiwurflinie. Bereits während der Ausführung läuft GRÜN 73 – noch bevor der Ball die Hand verlassen hat – in den Raum und steht, als der Ball die Hand verlassen, unmittelbar hinter dem ausführenden Spieler WEISS 17. Der Wurf geht gegen den rechten Torpfosten und prallt von dort zu GRÜN 4. Der Feldschiedsrichter pfeift und lässt den 7-Meter-Wurf wiederholen.

Wo sollte sich der Feldschiedsrichter am besten positionieren?

Siehe hierzu den Beitrag vom 16.03.2023: Stellungsspiel beim Siebenmeter – der richtige (neue) Blickwinkel.

Stellung des Werfers

Der Werfer darf bei der Ausführung des 7--Meter-Wurfs bis zu einem Meter hinter der Linie stehen. Nach dem Anpfiff darf der Werfer die 7-Meter-Linie weder berühren noch überschreiten, bevor der Ball seine Hand verlassen hat.

Der Werfer muss bei der Wurfausführung mit einem Teil eines Fußes ununterbrochen den Boden berühren, bis der Ball die Hand verlassen hat. Der andere Fuß darf wiederholt vom Boden abgehoben und wieder hingesetzt werden.

Fehler vor dem Anpfiff

Wenn Gegenspieler vor dem Anpfiff die Freiwurflinie berühren oder gar überschreiten bzw. den 3-Meter-Abstand zur 7-Meter-Linie (nicht zum Werfer!) nicht einhalten, müssen die Schiedsrichter zunächst immer korrigieren. Eine persönliche Bestrafung erfolgt nicht.

Fehler nach dem Anpfiff

Nach dem Anpfiff ist wieder das Kriterium ‘Hat der Ball die Hand des Werfers verlassen? ’ entscheidend: Vorher darf kein Gegenspieler die Freiwurflinie berühren oder überschreiten bzw. den 3-m-Abstand verkürzen! 

Das Übertreten der Freiwurflinie kommt grundsätzlich bei beiden Mannschaften recht häufig vor, und zwar in dem Bestreben, einen möglicherweise von Tor oder Torwart zurückprallenden Ball sofort aufzunehmen.  

Wie ist zu verfahren, wenn ein Gegenspieler bei der Ausführung einen Fehler macht?

  1. Gelangt der Ball ins Tor, ist bei Fehlern der Gegenspieler immer auf Vorteil (Tor) zu entscheiden. Ein Hinweis auf das Fehlverhalten des Spielers ist sinnvoll.
  2. Wird der Ball gehalten oder springt er von Pfosten oder Latte zurück, muss der 7-m-Wurf ohne persönliche Bestrafung des/der fehlbaren Spieler(s) wiederholt werden (14:8).

REGELTECHNISCHE EINORDNUNG VON KAY HOLM, LEITER BEREICH LEHRE IM SCHIEDSRICHTERWESEN DES DHB

Das Verhalten von GRÜN 73 ist bereits vor der Ausführung nicht regelgerecht. Der Abstand beträgt hier nur zwei Meter, anstatt dem 3-m-Abstand zur 7-m-Linie. Hier hätte der Feldschiedsrichter bereits vorher die falsche Ausgangstellung korrigieren müssen.

Die Entscheidung des Feldschiedsrichters, den 7-m-Wurf zu wiederholen, ist dann aber richtig. 

Übrigens: Die Fußstellung des Ausführenden entspricht dem Regelwerk und ist nicht zu beanstanden.

 

Auch der aktuelle Regelfragenkatalog enthält einige Fragen zu diesem Thema, z. B. Regelfrage 14.6:

SCHWARZ 2 setzt nach Anpfiff zum 7-Meter-Wurf an. In diesem Moment macht WEISS 5 einen Schritt über die Freiwurflinie. SCHWARZ 2 erzielt trotzdem ein Tor.

Wie ist zu entscheiden?

a) Tor und Disqualifikation von WEISS 5 (rote Karte)

b) Tor und Hinausstellung von WEISS 5

c) Tor für Team SCHWARZ

d) Wiederholung des 7-Meter-Wurfs und Disqualifikation von WEISS 5

 

Hier ist Antwort c) korrekt.