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Dabei sein ist alles!

120 Tage noch, bis hoffentlich in Tokio die olympische Flamme entzündet wird. Unter dem Symbol der fünf Ringe für die fünf Erdteile und dem Motto „Dabei sein ist alles“ trifft sich die Jugend der Welt.

"Dabei sein ist alles" wird als olympisches Motto kaum angezweifelt. Zugeschrieben wird es Pierre de Coubertin (gründete 1894 das Internationale Olympische Komitee), der diesen Satz allerdings nie gesagt hat. Von den Olympischen Spielen 1908 ist ein heftiger Streit zwischen amerikanischen und britischen Sprintern überliefert. Es ging darum, wer denn den 400-m-Lauf wirklich gewonnen hatte. "Das Wichtigste bei den Olympischen Spielen ist nicht zu gewinnen, sondern daran teilzunehmen", soll Coubertain zur Schlichtung der Zwistigkeit gesagt haben.

In der Realität steht der Leistungsgedanke für Tausende der Teilnehmer bei Olympia längst im Vordergrund. Auch hier ist – je nach Sichtweise – der Zweite bereits der erste Verlierer. Dies umso mehr, als der Kommerz, besser der kommerzielle Vorteil, über alle Gesellschaftssysteme hinweg für einen Olympiasieger kaum noch zu übersehen ist.

Insofern trifft es das in der olympischen Charta ausgewiesene Motto „Citius, Altius, Fortius“ – „Schneller, höher, stärker“ – schon besser. Allerdings beschrieb es in seinem ursprünglichen Verständnis die Aufforderung zu einem ständigen Streben nach menschlicher Vervollkommnung.

Die Jugend der Welt?

Als "Treffen der Jugend der Welt" sollten sich die olympischen Spiele der Neuzeit (ab 1896) nach dem Willen ihres Mitbegründers und Förderers Pierre de Coubertin verstehen. Die "Jugend der Welt" sollte sich im sportlichen Wettkampf messen, statt auf den im 19. Jahrhundert vielfach existenten Schlachtfeldern.

Der jüngste Teilnehmer bei olympischen Spielen war 1900 in Paris am Start. Es handelte sich um einen 7-jährigen Jungen (sein Name ist nicht bekannt), der als Steuermann eines niederländischen Ruderteams die Goldmedaille gewann. Nach langen und vielfältigen Protesten wurde 1997 eine Altersbeschränkung eingeführt. Seitdem müssen teilnehmende Sportler*innen 16 Jahre alt sein, um an den olympischen Spielen teilzunehmen zu können.

Eine Altersbeschränkung nach oben gibt es nicht. Hier setzt die menschliche Natur, gemeinsam mit den jeweiligen Qualifizierungsnormen, die Grenze. Curling scheint eine Sportart zu sein, die günstige Voraussetzungen für Altersrekorde bietet. Sowohl der älteste Olympiateilnehmer (Carl August Kronlund aus Schweden; beim Gewinn der Silbermedaille 1924 ist er 58 Jahre und 155 Tage alt) als auch der älteste Olympiasieger (Robin Welsh aus Großbritannien; bei den gleichen olympischen Spielen gewinnt er mit 54 Jahren und 102 Tage eine Goldmedaille) übten diese Sportart aus.

Deutscher Handball bei Olympia

Während schon länger feststand, dass in Tokio keine deutsche Frauenmannschaft am olympischen Turnier teilnehmen wird, wurden die letzten sechs teilnehmenden Nationen im Männerbereich in drei Turnieren mit jeweils vier Mannschaften ermittelt, die wegen der Corona-Pandemie bereits vor geraumer Zeit auf den März 2021 vorschoben wurden. Eins dieser Turniere fand bekanntlich in Deutschland statt. Unsere Nationalmannschaft konnte sich mit Siegen über Slowenien und Algerien sowie einem Unentschieden gegen Schweden als zweite ihrer Gruppe für Olympia qualifizieren. Auf welche Teams sie in Tokio in der Vorrunde treffen wird, werden wir frühestens bei der noch ausstehenden Auslosung erfahren.