Quelle: DHB

Das Eingreifen eines Offiziellen in das Spielgeschehen

Das Eingreifen von Offiziellen auf der Spielfläche oder vom Auswechselraum aus in das Spielgeschehen mit dem Ziel, das Spiel zu stören (z. B. Blocken, Abfangen von Pässen, Festhalten von Spielern), zieht zu Recht die höchste Strafe im Regelwerk nach sich, da solche Verhaltensweisen dem Image der Sportart schaden. Dass das vorkommen kann, zeigt das heutige Beispiel.

Was im Video geschieht

Mannschaft BLAU ist im Angriff und 11 BLAU erzielt ein Tor, das 25-24 für die Heimmannschaft. Nach dem Torerfolg läuft auch Linksaußen 71 BLAU zurück. Der Trainer von Mannschaft ROT, der sich außerhalb der Coachingzone befindet, betritt absichtlich, als 71 BLAU auf seiner Höhe ist, die Spielfläche und versucht ihn am rechten Ärmel – deutlich erkennbar – festzuhalten. Der Torschiedsrichter gibt anschließend Time-out und eine Hinausstellung gegen den Trainer. Anschließend wird das Spiel mit Anwurf ROT fortgesetzt.

Regeltechnische Einordnung von Kay Holm, Leiter Bereich Lehre im DHB-Schiedsrichterwesen

Das Verhalten des Trainers ist ein besonders grob unsportliches Verhalten. Hier wäre die richtige Strafe eine Disqualifikation mit Bericht nach Regel 8:10b (I).

Das Eingreifen des Offiziellen auf der Spielfläche (Festhalten von Spielern) in das Spielgeschehen zieht zu Recht die höchste Strafe im Regelwerk nach sich, da solche Verhaltensweisen dem Image der Sportart schaden. 

Die Entscheidung des Torschiedsrichters auf Hinausstellung kommt zu schnell (wahrscheinlich, weil er den Vorgang nicht vollständig gesehen hat/haben kann). 

Richtig wäre in einer solchen Situation, dass die Schiedsrichter dann zwingend zusammenkommen und die Entscheidung gemeinsam treffen. 

Übrigens: Die Spielfortsetzung Anwurf für Mannschaft ROT ist korrekt, da der Ball zu diesem Zeitpunkt nicht im Spiel war.

Hinweis

Vereitelt ein Mannschaftsoffizieller eine klare Torgelegenheit durch Betreten der Spielfläche, wird er – auch ohne Körperkontakt – mit Bericht disqualifiziert und es gibt einen 7-Meter-Wurf. Betritt er unerlaubt die Spielfläche ohne klare Torgelegenheit, ist die korrekte Regelanwendung: Freiwurf und nur eine progressive Bestrafung.