„Der große Preis“ war eine deutsche Fernseh-Quizshow mit Moderator Wim Thoelke, bei der prominente Kandidaten in Wissenskategorien Punkte sammelten und Sachpreise gewinnen konnten (Foto: IMAGO/United Archives)

Best Practice: Der große Preis der Schiedsrichterei

Wie kann man die Fortbildung von Schiedsrichter*innen abwechslungsreicher gestalten? Ein „Best Practice“-Beispiel aus dem Nordrhein: Der große Preis der Schiedsrichterei.

  • „Regelkenntnis“ für 100 Punkte?
  • „Komplexe Situationen“ für 300 Punkte?
  • Oder lieber „Über den Tellerrand“ für 500 Punkte?

Vor dieser Wahl standen die Schiedsrichter*innen im Handball Nordrhein bei ihrem Sommerlehrgang 2025. Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Ronald Klein probierte bei dieser Vorbereitungsmaßnahme eine neue Herangehensweise aus, um die sonst mitunter etwas trockene Auseinandersetzung mit Regel-Feinheiten und Spielbericht-Details aufzulockern.

„Ich überlege immer wieder, wie man die Lehrgänge interessanter gestalten kann, da die Zeit von Frontalvorträgen eigentlich vorbei ist“, erklärt Klein, der im Hauptberuf als Lehrer tätig ist. Statt den Unparteiischen einfach eine Frage nach der anderen zu stellen, entwickelte er den „großen Preis der Schiedsrichterei“ – angelehnt an die Struktur der bekannten Quizshow „Der große Preis“ mit Wim Tölke.

„Ich habe Kategorien vorgegeben und die Teilnehmenden konnten sich je nach Interessenlage ein Themengebiet auswählen“, fasst Klein zusammen. Je nach Auswahl erwartete die Schiedsrichter*innen ein Hinweis oder eine Videoszene. So konnte Klein das von ihm gewünschte Wissen gezielt vermitteln.

Thematisch kam es dabei durchaus zu Sprüngen – etwa wenn auf Videoszenen zu den letzten 30 Sekunden („Komplexe Situationen“ für 200 Punkte) direkt die Kostenerstattung für Schiedsrichter („Spielbericht“ für 300 Punkte) folgte. Die Resonanz auf das neue Format war laut Klein dennoch positiv: „Das Format schien gut anzukommen. Und ein weiterer Vorteil aus Referentensicht ist, dass dieses Format nicht an eine feste Zeit gebunden ist, weil man jederzeit einfach aufhören kann.“

Hinweis

„Der große Preis der Schiedsrichterei“ orientiert sich zwar an der Struktur der früheren Quizshow, ist aber selbst kein Quiz. Das Format ersetzt weder Regel- noch Videotest, sondern soll die Vermittlung der auf Vorbereitungslehrgängen üblichen Hinweise und Informationen für die Schiedsrichter*innen auflockern.

Quelle: Julia Nikoleit