Teilnehmer, Schiedsrichterausschuss und Gäste der Schiedsrichterschulung in Kienbaum. Foto: privat

Berliner Kaderschiedsrichter zur Schulung in Kienbaum

Nach vierjähriger Abstinenz diente das Bundesleistungszentrum in Kienbaum am zweiten Augustwochenende wieder einmal als Schulungsort für die Saisonvorbereitung der Leistungs-, Nachwuchs- und Jungschiedsrichter des Berliner Landesverbandes (HVB).

Christian Fitzek strebt einen Gedankenaustausch an

Gleich zu Beginn der zweitägigen Fortbildung stand mit dem Thema „Bankverhalten“ einer der Schwerpunkte für die Spielleitungen der kommenden Saison auf der Tagesordnung.

Nachdem bereits im vergangenen Jahr ein Schwerpunkt auf dem Bereich Unsportlichkeiten seitens der Offiziellen und Spieler lag, ging es in diesem Jahr vor allem um das Miteinander von Schiedsrichtern und Offiziellen. Hier geht ein großer Dank an den Landestrainer des HVB, Christian Fitzek, der als Gastdozent mit reichhaltiger Bundesligaerfahrung den einen oder anderen wertvollen Tipp mitbrachte. Dabei war es Fitzek ein besonderes Anliegen, im Gedankenaustausch mit den Referees gemeinsam die Rollen und Erwartungen von Schiedsrichtern und Trainern abzustecken. Als ein Ergebnis dieses Austausches entstand die Idee einer verstärkten Mitwirkung des Schiedsrichterwesens in der Trainerausbildung.

Im Saisonrückblick erst mal Lob

In seinem Saisonrückblick hob Schiedsrichterlehrwart Matthes Westphal als besonders positiv hervor, dass sich die Berliner Unparteiischen nach Meinung des Lehrstabs vor allem in den Bereichen Vorteil und Passives Spiel hervorgetan haben.

Die progressive Bestrafung – gleichsam die Königsdisziplin der Spielleitung – bleibt aber weiterhin ein Dauerbrenner für die Lehrarbeit. Das konsequente und regelkonforme Differenzieren im Strafmaß in den Bereichen Klammern, Gesichtstreffer und Stoßen in der Luft trug in der abgelaufenen Saison aber erste positive Früchte. Insbesondere das gesundheitsgefährdende Stoßen der ballführenden Angreifer in der Luft nahm durch konsequente Anwendung der fälligen Disqualifikation in der vergangenen Saison ab. In der kommenden Saison gilt es, die eigene Linie konsequent und nachvollziehbar beizubehalten.

Die restliche Tagesordnung des Samstags sah für die Berliner Schiedsrichter die Abnahme des Regel- und Videotests sowie eine Spielanalyse vor, die am Folgetag in Gruppen präsentiert wurde.

Ein Sonntag im Zeichen der Schrittregel

Thema der Spielanalyse am Vortag war die Schrittregel. Kontrovers, aber dennoch zielführend diskutierten die Teilnehmer die Ahndung von Schrittfehlern. Unterm Strich wurde jedoch eine im Sinne des Spielflusses nachvollziehbare Linie gefunden.

Zur Abwechslung von den theoretischen Lehrgangsthemen gab es hernach eine Stunde Spiel, Spaß und Spannung: Der Jung- und Nachwuchskader hatte sich auftragsgemäß kurzweilige und teamfördernde Spiele überlegt.

Nicht nur ein Lehrgangsende

Mit wichtigen organisatorischen Themen beendete Schiedsrichterwart Kai Martins-Turner nicht nur den Lehrgang. Aufgrund gestiegener beruflicher Belastungen kündigte er zugleich auch den Rücktritt von seinem Amt an.

Gemeinsam mit den anwesenden Mitgliedern des Schiedsrichterausschusses dankte er allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für einen konstruktiven und auch geselligen Lehrgang. Schließlich war es an den Mitgliedern des Schiedsrichterausschusses, Kai Martins-Turner für sein viereinhalbjähriges engagiertes ehrenamtliches Wirken als Schiedsrichterwart des HVB zu danken. Gemeinsam mit „seinen“ Schiedsrichtern wurde ihm alles Gute für die Zukunft gewünscht.