Foto: IMAGO/Niklas Heiden
Begriffe rund um den Ball
Hier folgt eine strukturierte Übersicht zentraler ballbezogener Begriffe – regelkonform, praxisnah und klar abgegrenzt.
Ballbezogene Grundbegriffe
Ballannahme
Unter Ballannahme versteht man das Annehmen des Balles nach einem Zuspiel. Nicht als Ballannahme gilt das eigene Anprellen und anschließende Fangen des Balles in der Luft. Die Ballannahme ist somit regeltechnisch eng mit einem Zuspiel verbunden.
Unmittelbare Ballannahme
Ein Spieler, der noch nicht in Ballbesitz ist, aber für eine unmittelbare Ballannahme bereitsteht (Regel 8:11a und Erläuterung 6).
Ballaufnahme
Die Ballaufnahme beschreibt das Aufnehmen eines frei liegenden, fliegenden oder springenden Balles (z. B. nach Abpraller, Abwurf oder Ballverlust) sowie das anschließende Fangen des Balles nach eigenem Anprellen, Tippen oder Prellen. Sie ist vom Regelbegriff der Ballannahme zu unterscheiden.
Ballkontakt/Ballberührung
Ballkontakt bzw. Ballberührung bezeichnet jede bewusste oder unbewusste Berührung des Balles mit der Hand oder dem Körper im Rahmen der Regeln.
Ballkontrolle
Ballkontrolle liegt vor, wenn ein Spieler den Ball gezielt beherrschen kann (z. B. durch Halten, Tippen, Prellen oder kontrolliertes Führen). Sie ist Voraussetzung für Ballbesitz und kann mit einer oder beiden Händen erfolgen.
Ballbesitz
Der Begriff Ballbesitz ist im Regelwerk nicht ausdrücklich definiert. Man unterscheidet:
a) Physischen Ballbesitz: Der Spieler hält oder kontrolliert den Ball.
b) Nicht-physischen (faktischen/regeltechnischen) Ballbesitz:
- Zum Beispiel beim Wurf auf das Tor, während sich der Ball in der Luft befindet;
- wenn einer Mannschaft ein Einwurf, Abwurf oder Freiwurf zugesprochen wurde;
- oder wenn der Ball im Torraum liegen bleibt.
Ballverlust
Ein Ballverlust liegt vor, wenn eine Mannschaft den Ballbesitz durch technische Fehler, Regelverstöße oder gegnerische Aktionen verliert.
Ballgewinn/Balleroberung
Ballgewinn bzw. Balleroberung bezeichnet den erfolgreichen Übergang des Ballbesitzes vom Gegner zur eigenen Mannschaft, etwa durch:
- Abfangen,
- Herausprellen,
- Blocken,
- erzwungene technische Fehler.
Weitere ballbezogene Spielbegriffe
Ballübergabe
Kontrolliertes Übergeben des Balles an einen Mitspieler, meist auf kurzer Distanz (Achtung: Bei der Ausführung eines Freiwurfs nicht erlaubt).
Ballabwehr
Abwehraktion gegen den Ball, z. B. durch Blocken, Abfangen oder gezielte Störung eines Zuspiels.
Ballvortrag
Das kontrollierte Vortragen des Balles in Richtung gegnerisches Tor, häufig durch Prellen oder Passfolgen.
Ballhalten
Gezieltes Halten des Balles zur Spielkontrolle, Temporegulierung oder zur Vorbereitung eines Angriffs.
Ballorientiert/ballorientierte Abwehrspielweise
Spiel- bzw. Abwehrverhalten, bei dem sich die Positionierung und Bewegung der Spieler primär am Ball und weniger am Gegenspieler orientiert. Wichtig für die Beurteilung von passiven Spielweisen (Erläuterung 4).
Ballführender Spieler
Der ballführende Spieler ist derjenige, der den Ball aktuell kontrolliert und aktiv ins Spielgeschehen eingreift.
Ballempfänger
Spieler, der ein Zuspiel erhält oder zur Ballannahme ansetzt.
Technische und materielle Begriffe
Ballgröße
Genormte Größe des Balles, abhängig von Altersklasse und Geschlecht.
Ballumfang
Der gemessene Umfang des Balles gemäß Reglement.
Ballgewicht
Vorgeschriebenes Gewicht des Balles je nach Ballgröße.
Ballhülle
Die äußere Oberfläche des Balles (Material, Struktur, Griffigkeit).
Regel 3:1: Der Ball besteht aus einer Leder- oder Kunststoffhülle. Er muss rund sein. Das Außenmaterial darf weder glänzend noch glatt sein (17:3).
Ballhalter (ähnlich ballführender Spieler)
Der Spieler, der die Ballkontrolle innehat.
Trainingsball
Ball für Trainingszwecke, ggf. abweichend vom Wettkampfball.
Reserveball
Ersatzball, der während eines Spiels bereitgehalten wird.
Ballreglement
Das IHF-Ballreglement umfasst die technischen Anforderungen für Bälle, die bei allen offiziellen internationalen Spielen eingesetzt werden.
Fazit
Ballbezogene Begriffe sind im Handball nicht nur sprachlich, sondern auch regeltechnisch klar zu unterscheiden. Eine präzise Verwendung erleichtert die Spielleitung, Ausbildung und Analyse erheblich.