Augen auf bei der 7-m-Ausführung

Bei der Ausführung eines 7-m-Wurfs darf sich der Feldschiedsrichter nicht ausschließlich auf den Werfer konzentrieren.

Auch die meist an der Freiwurflinie postierten Abwehrspieler können durch regelwidriges Verhalten eine Wiederholung des 7-m-Wurfs bewirken. Ein entsprechendes Beispiel zeigt die obige Videoszene.

Hier die regeltechnische Einordnung von DHB-Schiedsrichterwart Wolfgang Jamelle:

Bereits als der Feldschiedsrichter den im Videobeispiel zu sehenden 7-m-Wurf anpfeifen möchte, wird seine Sicht auf das Geschehen von Abwehrspieler GRÜN 27 gestört, der durch den Freiwurfraum vor ihm her auf die Außenposition geht. Während des Anpfiffs hat ihm dann offensichtlich der Abwehrspieler GRÜN 33 noch eine wichtige Mitteilung zu machen, die ihn möglicherweise zusätzlich ablenkt.

All dies, ebenso wie die noch aufzuzeigende weitere Entwicklung, wäre regeltechnisch ohne Belang, wenn der Werfer den 7-m-Wurf verwandelt hätte. Dies war aber nicht der Fall. Er setzt den Wurf zu hoch an und wirft über das Tor. Die Schiedsrichter entscheiden auf Abwurf.

Dabei haben sie allerdings nicht erkannt, dass bereits mehrere Abwehrspieler den Freiwurfraum sehr deutlich betreten hatten, bevor der Ball die Hand des Werfers verließ. (Dies ist im Video deutlich zu sehen.)

Gemäß den Bestimmungen der Regel 14:8 müssen sich Abwehrspieler bei einem 7-m-Wurf außerhalb der Freiwurflinie aufhalten, bis der Ball die Hand des Werfers verlassen hat. Wird dagegen verstoßen, ist der 7-m-Wurf zu wiederholen, wenn der Ball nicht ins Tor gelangte. Weitere Kriterien sind nicht genannt. Egal, ob der Wurf vom Torwart pariert wird oder vom Werfer über bzw. neben das Tor geworfen wird: In derartigen Fällen ist der Wurf immer zu wiederholen. Selbst wenn dem Werfer der Ball aus der Hand fallen würde und in den Torraum rollte, wäre der 7-m-Wurf zu wiederholen.

Eine persönliche Bestrafung für das vorzeitige Betreten des Freiwurfraums durch einen Abwehrspieler bei einem 7-m-Wurf ist nicht vorgesehen (siehe auch letzter Hinweis in Regel 14:8).

Wichtiges Augenmerk

Aufgrund der umfangreichen Beobachtungsaufgaben eines Feldschiedsrichters beim 7-m-Wurf sollten folgende Hinweise immer beachtet werden:

  • Vor dem Anpfiff des 7-m-Wurfs sollte der Schiedsrichter eine Position auf der Wurfarmseite des Werfers in der Nähe der Seitenlinie einnehmen, die ihm den freien Blick auf die 7-m-Markierung, den Werfer und die an der Freiwurflinie stehenden Spieler beider Mannschaften ermöglicht.
  • Jede noch vor dem Anpfiff erfolgende Störung muss beseitigt bzw. abgewartet werden.
  • Betreten Spieler den Freiwurfraum nach dem Anpfiff und bevor der Ball die Hand des Werfers verlassen hat, ist zu differenzieren:
    – Handelt es sich um einen Mitspieler des Werfers, ist unverzüglich auf Freiwurf für die nicht fehlbare Mannschaft zu entscheiden (siehe auch Regel 14:7).
    – Handelt es sich um einen Abwehrspieler, ist dem Werfer zunächst Vorteil zu gewähren. Erzielt er ein Tor, ist das Spiel mit Anwurf für die andere Mannschaft fortzusetzen. Erzielt er kein Tor ist der 7-m-Wurf zu wiederholen.

Merksatz

Immer dann, wenn Ihnen als Feldschiedsrichter nach dem Anpfiff der freie Blick auf den Werfer durch andere Spieler verwehrt wird, ist höchste Aufmerksamkeit geboten!