Auch scheinbar inaktive Abwehrspieler können Einfluss auf Angreifer nehmen

Heute greifen wir eine Schulungsszene auf, die von der IHF für die aktuell zur Frauen-WM in Japan nominierten Schiedsrichterteams für den Themenbereich „7-m-Entscheidungen“ ausgesucht wurde. Es handelt sich dabei um eine Spielszene von der Weltmeisterschaft der Frauen 2017.

Am 8. Dezember 2017 wurde in der Gruppenphase die Begegnung Tschechien gegen Ungarn ausgetragen. Das Spiel endete mit 29:30 für Ungarn.

Von der halbrechten Position spielt die ballführende Angreiferin (WEISS) ihre Mitspielerin auf der linken Außenposition an. Diese läuft im leichten Bogen in Richtung Torraumlinie, um von dort mit einem Sprungwurf eine klare Torchance zu nutzen. Zeitgleich stürzt im Rückwärtslauf die Abwehrspielerin (GRÜN) ohne gegnerische Einwirkung auf der rechten Außenposition und rutscht vor die Angreiferin.

Obwohl es zu keinem Körperkontakt zwischen der Werferin und der im Torraum liegenden Abwehrspielerin kommt, kann die Angreiferin kein Tor erzielen.

Die IHF gibt in ihrem Schulungscenter folgenden Hinweis:

Die im Torraum unmittelbar vor der einspringenden Angreiferin liegende Abwehrspielerin nimmt durch ihr Verhalten deutlich Einfluss auf die Aktion der Angreiferin, obwohl es zu keinem Körperkontakt kommt.

Wenn eine Angreiferin durch einen solchen Fall nicht zum Torerfolg kommt, muss auf 7-m-Wurf entschieden werden.