Antäuschung einer Wurfausführung: Beim 7-Meter-Wurf gang und gäbe. (Foto: IMAGO/Jan Huebner)
Antäuschen der Wurfausführung
Dass es aus den verschiedenen Blickwinkeln (Abwehr und Angriff) unterschiedliche Meinungen hierzu gibt, liegt in der Natur der Sache oder – anders ausgedrückt – in der eigenen Betroffenheit. Bei der Ausführung eines 7-Meter-Wurfs ist das Antäuschen eine oft genutzte Variante und hat kaum zu irgendwelchen Diskussionen geführt. Die unterschiedlichen Meinungen kommen in der Regel nur bei der Ausführung von Freiwürfen auf. Denn hier wird die Aktion und die Reaktion am deutlichsten, gleichwohl das Thema bei allen formellen Würfen vorkommt bzw. vorkommen kann.
Die offizielle Regelauslegung (seit Jahren unverändert)
Das Wichtigste zuerst: Grundsätzlich ist das Antäuschen der Ausführung eines formellen Wurfs (Anwurf, Abwurf, Einwurf, Freiwurf und 7-Meter-Wurf) regeltechnisch erlaubt, sofern hierbei die 3-Sekunden-Regel eingehalten wird.
Beachtenswertes ...
... zum Abstand
Das Antäuschen der Ausführung eines formellen Wurfs kann manchmal mit einer bewussten Provokation einer Abstandsverletzung durch den ausführenden Spieler verbunden sein. Denn nicht erlaubt ist das Antäuschen eines Wurfs mit sofortigem Hinweis an die Schiedsrichter bzw. dem sofortigen Blick nach hinten, um deutlich zu machen, dass die abwehrende Mannschaft den Abstand nicht eingehalten hat. Dies stellt ein unsportliches Verhalten seitens der ausführenden Mannschaft/des ausführenden Spielers dar und ist durch die Schiedsrichter entsprechend zu sanktionieren:
- Beim ersten Mal muss eine deutliche Aufforderung an die ausführende Mannschaft erfolgen, dies zu unterlassen. Hierbei sollte auch der Hinweis auf eine mögliche Bestrafung im Wiederholungsfall erfolgen.
Die Spielfortsetzung ist in jedem Fall: Wiederholung des Wurfs nach Anpfiff. - Ab dem zweiten Mal ist das unsportliche Verhalten progressiv entsprechend der Progressionsreihe zu ahnden, beginnend mit einer Verwarnung, sofern das entsprechende „Kontingent“ noch nicht erschöpft ist (siehe Kommentar zu Regel 16:1). Auch in diesem Fall bleibt die Spielfortsetzung die Wiederholung des Wurfs mit Anpfiff.
... zur Ausgangsstellung
In diesem Zusammenhang sei auch auf die korrekte Stellung der ausführenden Mannschaft hingewiesen. Freiwurfausführungen, bei denen der Werfer oder seine Mitspieler auf der Freiwurflinie stehen, sind leider viel zu häufig zu beobachten. Vor allem in der Schlussphase eines Spiels kann diese „geduldete“ Verletzung des Ordnungsprinzips für die Schiedsrichter zum Bumerang werden.
Deshalb: Fehlerhafte Ausgangsstellungen des ausführenden Spielers und seiner Mitspieler sind von Beginn des Spiels an konsequent zu unterbinden.