Regelgerechtes Blocken eines Abwurfs

Die Brisanz dieses Themas wurde bei der Frauen-Weltmeisterschaft 2019 in Japan deutlich. Hätten die Schiedsrichter das fehlerhafte Blocken des Wurfs der niederländischen Torfrau durch die spanische Kreisspielerin nicht als solches erkannt, wäre der Meistertitel jetzt in Spanien und nicht in den Niederlanden.

Siehe auch „Wie würden Sie entscheiden?“ vom 23.12.2019.

Ergänzende Erläuterungen zum Video:
Spielfortsetzung nach regelwidrigem Blocken eines Abwurfs

Der „Normalfall“:

In den meisten Fällen führt das regelwidrige Blocken eines Wurfes zu einer Freiwurfentscheidung für die nicht fehlbare Mannschaft. Ein regelwidrig geblockter Abwurf führt jedoch zu einer Wiederholung mit Anpfiff. Eine progressive Bestrafung des fehlbaren Spielers ist gemäß den Bestimmungen der Regel 8:7c vorzunehmen.

Abwurf auf leeres Tor der gegnerischen Mannschaft:

Wirft der Torwart erkennbar auf ein aktuell leeres Tor der gegnerischen Mannschaft, ist bei regelwidrigem Blocken des Abwurfs auf 7-m-Wurf für die nicht fehlbare Mannschaft zu entscheiden (siehe auch IHF-Erl. 6c). Eine progressive Bestrafung des fehlbaren Spielers ist meist nicht angezeigt.

Die letzten 30 Spielsekunden:

Blockt ein gegnerischer Spieler einen Abwurf regelwidrig in den letzten 30 Sekunden des Spiels, handelt es sich um ein regelwidriges Verhalten gemäß Regel 8:10c. Der nicht fehlbaren Mannschaft ist ein 7-m-Wurf zuzusprechen. Der fehlbare Spieler ist mit Disqualifikation ohne Bericht zu bestrafen.

 

Hinweis: Wir bitten die schlechte Bildqualität zu entschuldigen, aber in diesem Fall heiligt der Zweck die Mittel – eine so lehrreiche Situation möchten wir Ihnen trotz schlechter Qualität nicht vorenthalten.